Was bringt Windows 8 für Unternehmen?

Trends

So langsam wird es ernst, meint Jochen Rapp, Solution Manager, Computacenter AG & Co. oHG: Windows 8 erscheint im Herbst diesen Jahres. Für Unternehmen ist es daher höchste Zeit, sich mit dem neuen Betriebssystem zu beschäftigen. Welche Änderungen bringt es konkret, was ist beim Umstieg zu beachten und wann ist der ideale Zeitpunkt für die Migration?

Es folgt die Einschätzung von Jochen Rapp, Solution Manager, Computacenter AG & Co. oHG: Die Vorabversionen des neuen Microsoft Betriebssystems haben bereits die hohe Funktionalität, Sicherheit, Stabilität und Zuverlässigkeit von Windows 8 im Unternehmensumfeld bewiesen. Schließlich basiert das neue Microsoft-Betriebssystem in weiten Teilen auf dem Vorgänger Windows 7. Eine radikale Änderung stellt jedoch die neue Touch-Oberfläche Metro dar, die zur intuitiven Bedienung sowohl mit Fingern als auch mit Maus und Tastatur entwickelt worden ist. Doch viele Nutzer sind die Anwendung weder auf die eine noch auf die andere Art gewohnt, wodurch Schulungen notwendig werden. Dabei sollten Unternehmen aber nicht mehr wie bisher unbedingt großflächige Klassenraumschulungen ansetzen, sondern den richtigen Schulungsmix finden. So bilden zum Beispiel moderne, rollenbasierte und in den Arbeitsplatz integrierte elektronische Lernlösungen eine wirksame Alternative.

Bring your own Device und Security

Nicht nur im Hinblick auf Touchscreen-Bedienung, auch beim aktuellen Trend Bring your own Device liegt Windows 8 voll im Trend. Die Nutzung eigener mobiler Geräte am Arbeitsplatz wird deutlich vereinfacht, jedoch sollten sie dafür lokal verschlüsselt werden. Einen guten Schutz für Unternehmen bietet hier die aktuelle Windows 8-BitLocker-Technologie, die auch ein zentrales Management ermöglicht. Da ungeschützte private Geräte ein Einfallstor für Angriffe und Schadsoftware auf das Unternehmensnetz sein können, sollten für diese eigene Systemrichtlinien erstellt werden. Diese überprüfen bereits vor dem Zugriff auf das Netzwerk automatisch grundlegende, für das Unternehmensnetz verpflichtende Sicherheitsstandards und ermöglichen somit das Blockieren der Geräte gegebenenfalls bei Nichteinhaltung.

Einfache Migration von Windows 7

Windows 8 wurde ebenso für Geschäftsanwender wie für Konsumenten entwickelt. Daher können Geschäftskunden sofort ihre bisherigen Windows 7-Anwendungen nutzen. Es lassen sich aber auch neue Metro-Anwendungen entwickeln, die sowohl mit Smartphones und Tablets als auch mit Desktops und Notebooks verwendet werden können. Die Integration der Windows 8-Systeme in das Backend für Geschäftsanwendungen sowie in Collaboration- oder Communication-Lösungen ist teilweise unverändert zu Windows 7 und damit deutlich einfacher als in der Vergangenheit. Der Anwender erhält dabei wie bei den Metro-Applikationen nun ein identisches Look-and-Feel für Phone, Tablet oder Desktop. Auch das zentrale Management der gesamten Windows 8-Plattform ist einheitlich und größtenteils aus der Windows 7-Welt bekannt. Die einzige Ausnahme ist Windows RT: Hier müssen die entsprechenden Geräte über eine Mobile-Device-Management-Lösung verwaltet werden.

Laufen die Anwendungen?

Mehr als 90 Prozent aller Applikationen für Windows 7 laufen auch weiterhin vollständig unter Windows 8. Ausnahmen stellen zum Beispiel Anwendungen dar, die sehr stark in den Windows-Kernel eingreifen. Dazu gehören Sicherheitslösungen wie VPN-Clients, Firewalls oder Festplattenverschlüsselungen. Unternehmen sollten auf alle Fälle auf die Verfügbarkeit dieser kritischen Anwendungen achten, bevor sie Windows 8 ausrollen. Eine Alternative ist es, auf die mit Windows 8 mitgelieferten Microsoft-Lösungen wie BitLocker oder Defender zu migrieren.

Dennoch sollte bei der Applikationsumstellung der organisatorische Aufwand für die Abstimmung mit Fachabteilungen und Anwendungsverantwortlichen nicht unterschätzt werden. Gibt es zu bestimmten Anwendungen keine Kompatibilitätsaussagen der Hersteller, ist ihr Zusammenspiel mit Windows 8 zu prüfen. Dies kann durch standardisierte Methoden und Werkzeuge für die Automatisierung der Test- und Prüfverfahren unterstützt werden. Zudem bildet die Kompatibilität älterer Business-Anwendungen wie bei jedem Betriebssystemwechsel eine Herausforderung.

Der richtige Zeitpunkt

Wann die Planungen für die Migration beginnen sollten, dazu lässt sich keine pauschale Empfehlung geben. Wer bereits Windows 7 einsetzt, kann in der Regel beruhigt auf Windows 8 warten. Hohe Sicherheit und effizientes Management sind mit diesen Systemen bis auf weiteres gewährleistet. Auch laufende Windows 7-Migrationen sollten konzentriert zu Ende geführt werden. Doch viele Unternehmen verwenden immer noch Windows XP, dessen Support im April 2014 endgültig ausläuft. Bis dahin sollte der letzte XP-Rechner entfernt worden sein – abhängig von der weiteren eingesetzten Hard- und Software auch schon 12 bis 18 Monate früher, um die reibungsfreie Nutzung und den Support der Gesamtsysteme zu gewährleisten. In diesen Fällen ist mit den Planungen für Windows 8 unbedingt schon jetzt zu beginnen.

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