MSP-Automatisierung: Fünf Gründe, warum sie heute eine Rolle spielt

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Managed Service Provider (MSPs) müssen starker auf Automatisierung setzen, meint Mike Cullen, Senior Vice President, Vertrieb, N-able by SolarWinds.

Es folgt die Einschätzung von Mike Cullen, Senior Vice President, Vertrieb, N-able by SolarWinds: Anbieter verwalteter Dienste (Managed Service Provider, MSPs) befinden sich derzeit an einem Wendepunkt. Entwicklungen wie Cloud, Mobile Computing, globale IT, Kommodifizierung und andere Trends haben in den letzten Jahren die IT-Welt auf den Kopf gestellt, sind jedoch nur Vorboten dafür, was in den kommenden zwei Jahren ansteht.

Allerdings bringen Veränderungen immer auch faszinierende Chancen und Heraus-forderungen mit sich. So stellt beispielsweise die Automatisierung für die MSPs von heute den Schlüssel zu einem erfolgreichen geschäftlichen und technologischen Konzept im kommenden Jahr dar. Jeder, der also seine Chancen in diesem Marktklima des schnellen Wandels wahren möchte, sollte auf umfassende Automatisierungslösungen setzen – so schnell wie möglich. Nachfolgend fünf Gründe dafür, warum die Automatisierung für MSPs von heute wichtig ist:

1. Je schlanker, desto besser: Automatisierung beinhaltet die Verwendung von Steuersystemen und Techno¬logien zur Reduzierung von Betriebskosten und Erhöhung der Mitarbeitereffizienz bei der Bereitstellung von IT-Diensten. So kann sie MSPs dabei helfen, die Effizienz im Arbeitsalltag zu steigern und ermöglicht es diesen gleichzeitig, genügend Ressourcen zur Verfügung zu haben, um den fortlaufenden Wandel ihrer Branche nicht zu verpassen.

2. Nieder mit der Kommodifizierung: Die Kommodifizierung (wenn ein Angebot zum alltäglichen Gebrauchsgut wird) ist eines der größten – leider hausgemachten – Probleme der IT-Branche. Auch die verwalteten Dienste werden jetzt damit konfrontiert – zum großen Teil¬ durch das Auftreten aggressiver neuer Unternehmen, die Ihre Dienste zu Produkten umgestalten. Sobald IT-Unternehmen mit einer solchen „Produktifizierung“ beginnen, betreiben sie auch Kommodifizierung.

Wettbewerber hören dann mit dem Verkauf nach Wert auf und beginnen, nach Preis zu verkaufen. Dies führt zu einer Preisschlacht vergleichbar mit dem Einzelhandel. Wenn beispielsweise ein Unternehmen eine Gebühr von 60 USD für einen verwalteten Desktopdienst erhebt, bietet ein größerer, aggressiver Mitbewerber den gleichen Dienst für 50 USD pro Desktop an.

Tatsache ist, dass Kunden, die sich am Preis orientieren, nicht zur Zielgruppe eines ernstzunehmenden MSPs gehören sollten. Um dennoch wettbewerbsfähig zu bleiben und die Mitarbeiter so zu entlasten, dass sie einen echten Geschäftswert vermitteln können, benötigen Unternehmen eine Stra¬tegie, mit der sie eine neue Dimension betrieblicher Effizienz erreichen. Und das bedeutet: mehr IT-Automatisierung

3. Profitabel bleiben: Die Kommodifizierung ist zweifellos die größte Gefahr und Herausforderung für herkömmliche MSPs, die ausschließlich verwaltete Dienste anbieten. Auf einem stark umkämpften Markt, dessen Angebot durch neue, größere und gut vorbereitete Mit¬bewerber in Produkte umgewandelt wird, ist die Automatisierung die Geheimwaffe der Wahl für Unternehmen, die sich gegenüber ihren Wettbewerbern behaupten wollen.
Dies gilt besonders angesichts des Preisdrucks, der auf einem vollständig kommodifizierten Markt zu erwarten ist. Die einzige Möglichkeit, wettbewerbsfähig zu bleiben, besteht für MSPs daher darin, schnellere, effizientere und profitablere Dienste anzubieten.

Neben einer höheren Effizienz verschafft die Automatisierung Unternehmen noch einen weiteren großen Vorteil: Skalierbarkeit. So können sie die Anzahl der von einem Supportmitarbeiter betreuten Geräte beträchtlich erhöhen. Automatisierung erhöht somit die Pro¬duktivität und Effizienz jedes Technikers und Helpdesk-Mitarbeiters und damit auch den Gewinn pro Mitarbeiter. Zudem trägt die Automatisierung dazu bei, dass sich hoch qualifizierte Techniker und Experten auf hochwertigere Projekte und Dienste konzentrieren können.

4. Attraktiveres Angebot: Automatisierung ermöglicht es Unternehmen außerdem, profitabel auf die Bedürfnisse von KMU-Kunden einzugehen, die bis jetzt Dienste nur bei Bedarf in Anspruch nehmen und dadurch chaotischen Marktzwängen unterworfen sind. Automatisierung hilft Unternehmen dabei, proaktive Serviceverträge zu einem festen Preis abschließen und gibt ihnen ein Mittel an die Hand, die Hürde „feste Gebühr und niedrigerer Preis“ der Kommodifizierung zu meistern.

Darüber hinaus reicht die Automatisierung auch in die Verwaltung der Cloud hinein und ermöglicht es, die durch den Trend zur Cloud Bedrohung zu bannen. Denn so entgegen anderslautender Gerüchte ist die Migration zu einer cloudgestützten Lösung alles andere als einfach. So erfordert der Einsatz einer Cloud komplexe Technolo¬gien wie PowerShell, Citrix VMWare, HyperV und Ähnliches. Daher benötigen MSPs eine Strategie, mit der sie einerseits ihr eigenes Unternehmen von diesen komplexen Cloud-Schnittstellen abschirmen, ohne dass ihre Kunden deshalb auf die Verwaltungs¬möglichkeiten der Cloud verzichten müssen. Auch hierbei kann die Automatisierung helfen.

Eine Automatisierungslösung, die gebrauchsfertige Richtlinien basierend auf Best Practices der IT liefert, ist die perfekte Antwort, um effizient den komplexen Cloud-Technologien zu begegnen. Bei den Richtlinien handelt es sich dabei im Wesentlichen um vorgefertigte Skripts, die Aufgaben nahtlos im Hintergrund ausführen.

MSPs müssen sich also nicht mit PowerShell oder VMWare auskennen oder mit dem Schreiben komplizierter und meist teurer benutzerdefinierter Skripts herumärgern. Sie müssen nur den Workflow ihrer Kunden kennen. Dann können sie eine Richtlinie auswählen und ausführen.
5. Die Cloud zähmen: Cloud bedeutet darüber hinaus für Kunden von MSPs mehr potenzielle Fehlerquellen, die überwacht und verwaltet werden müssen. In dieser Hinsicht erhöht die Cloud die Komplexität und somit die Notwendigkeit, sich von einem vertrauenswürdigen MSP helfen zu lassen.

Ganz oben auf der Liste steht beispielsweise Office 365, das verwaltet werden muss, indem z.B. Benutzer hinzugefügt, gelöscht und geändert werden. Das ist eine komplexe Aufgabe, die kein Endbenutzer ohne Unterstützung angehen wird. Dazu kommen alle potenziellen Fehlerquellen auf der darunter liegenden Ebene: Internet, Firewall, Router, Desktop usw.

Diese gebündelte Komplexität muss verwaltet werden. MSPs stellen jedoch nicht die Schnittstelle zur Cloud bereit, sondern die Fähigkeit, die Verwaltungsmöglichkeiten der Cloud zu nutzen – und das können sie größtenteils dank Automatisierung. Und diese Verwaltungsmöglichkeiten bieten dann auch das wesentlich größere Potenzial, die Be-ziehung zu ihren Kunden zu vertiefen und ein vertrauenswürdiger Berater zu werden.
Was MSPs jetzt tun können

Wie können MSPs ihre Automatisierungsmöglichkeiten erhöhen, um sich abzuheben? Neue Tools und Technologien für die Remoteüberwachung und -verwaltung (Remote Monitoring and Management, RMM), die speziell für solche Anforderungen entwickelt wurden, ermöglichen es IT-Dienstanbietern, mehr als 95 Prozent ihrer IT-Standardaufgaben zu automatisieren. Diese neuen Angebote sind einfach in der Verwendung, funktionieren ganz ohne Code und verfügen über anpassbare Funktionen, mit denen MSPs auf unterschiedliche Geschäftsanforderungen reagieren können. Diese RMM-Lösungen umfassen Hunderte vorgefertigter Automatisierungsobjekte und Richtlinien, die auf Best Practices der IT ba¬sieren. MSPs können sich problemlos ihren technischen Herausforderungen stellen und ihre verwalteten Dienste auf Cloud und mobile Benutzer schnell und effizient erweitern und skalieren – alles ganz einfach durch Automatisierung.

Fazit: Die Veränderungen haben schon begonnen und der Markt bewegt sich schnell. Es gibt keinen Grund, in Wartestellung zu bleiben. Der Zug der Automatisierung wartet nicht. Daher heißt es aufspringen und 2014 zu einem erfolgreichen Jahr machen.

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