Windows 8: Skepsis im Channel

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Microsoft setzt große Hoffnungen in den Start von Windows 8. Bei den OEM-Herstellern und Resellern gibt es aber Zweifel.

Chancen für den Channel durch den Launch von Windows 8 wird es geben, die Frage ist, wie groß diese sind. In einer Podiumsdiskussion auf der Canalys Konferenz in Barcelona war dies ein kontrovers diskutiertes Thema. Alastair Edwards, Analyst von Canalys, stellte fest, dass die PC Branche durch neue Trends beeinflusst wird. Ed gibt neuen Wettbewerb und Formfaktoren, die Wirtschaftskrise, Verhaltensänderungen bei den Anwendern (Twitter, Facebook usw.). In dieser Zeit ist Windows 8 ein Schlüsselprodukt für Microsoft. Es bringt neue Funktionen, eine neue Benutzeroberfläche mit Touch, eine Einstiegsversion für Lync ist integriert. Neu ist die Verbindung zu einem App Store, Enterprise Apps werden kommen.

Es gibt Treiber und Hindernisse. Positiv ist die große Basis und das Ökosystem. Hindernisse sind die Kosten: Touch-Panels sind teuer und die Lizenzen auch. Bei der Usability mit Touch stellt sich die Frage, ob das die Anwender überhaupt wollen. Es erfordert jedenfalls Training. Der Direktverkauf bedroht den Channel, ebenso der Appstore. Laut Edwards ist Windows 8 zu sehr auf Consumer ausgerichtet. Die Unternehmen migrieren derzeit immer noch auf Windows 7. Der Channel ist skeptisch, was eine Candefero Umfrage im September stützt. Über die Hälfte der Teilnehmer sagen, im vierten Quartal werden Windows 8 Systeme weniger als zehn Prozent der Verkäufe sein. Bei einer informellen Befragung im Saal erwarteten sogar knapp vier Fünftel keine signifikanten Umsätze im ersten Halbjahr 2013.

Auf die Frage, wie wichtig wird Touch für die  Unternehmensanwender, antwortete Neil Berville, Lenovo, Head of Channel Strategy EMEA, Touch werde ein Game-Changer. Die Leute wollen verschiedene Geräte. Touch ist gut, um Inhalte anzusehen. Tablets und Smartphones sind im Business und Touch hat Relevanz. Dan Tindall  Vice President Worldwide Channel Development & SMB bei Hewlett-Packard meint, das Uptake wird nicht sofortig sein, aber Touch wird allmählich wachsen. Touch ist Teil der gesamten Erfahrungen.

Auf den Einwurf von Canalys, dass Touch von den Anwendungen abhängt, dementierten HP und Lenovo, dass sie sich hin zu App Developern bewegen. „Aber es gibt App Tools von Lenovo, um die Leistung zu verbessern, wir haben ein sehr kleines Team (3 bis 4 Leute in EMEA), um die Entwickler zu ermuntern“, erklärte Berville. Es sei eine Chance für Reseller, Business Apps zu entwickeln.

Bei der Roadmap sieht Lenovo eine große Chance: „Windows 8 treibt uns zur Innovation, wir haben in dieser Woche vier neue Geräte vorgestellt und das war nur der Anfang“, so Berville. „Microsoft wird riesige Summen für Marketing ausgeben. Das wird eine gute Plattform für unsere Brand-Kampagne. Wir müssen bekannter werden. Die Leute wissen nicht, dass wir die Nummer Zwei im PC-Markt sind.“ Auch HP will mit einer neuen Kampagne das Rebranding von HP jenseits des PC vorbereiten. „Hier wird noch mehr kommen und Channel-Programme werden vorbereitet“, berichtet Tindall.

Auf den Einwurf eines Resellers, er sehe eine Chance bei Krankenhäusern, sei aber glücklich über die Windows 7 Downgrade Möglichkeit, erklärten sowohl HP als auch Lenovo, sie seien ebenfalls nicht bereit, alles auf Windows 8 zu setzen. Tindall hält die zwei Versionen von Windows 8 für RT und Intel für verwirrend. Microsoft muss seine Marketing-Kampagne erst noch starten. Dem pflichtete Berville bei und erklärte, dass bei  RT einige Anwendungen nicht unterstützt werden, dies erfolgt über den App Store. Die Reseller müssen es verstehen und sich dazu positionieren. Aber es gibt unterschiedliche Anwender, nicht alle haben nur ein Gerät. „Wir wollen die Kunden nicht zu Windows 8 treiben. Ein großer Teil des Portfolios wird auf Windows 7 bleiben“, betont Berville. Berville sieht wenig Chancen bei Geschäftskunden, diese sind vorsichtig, aber bei Verbrauchern wird es Zusatzverkäufe geben. Auch HP wird zunächst nur ausgewählte Produkte für Windows 8 anbieten. Tindall rechnet mit einem langsamen Verkaufsstart von Windows 8.

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