Microsoft lässt Händler im Regen stehen

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Die ERP-Software Entrepreneur für kleine und mittlere Unternehmen war kaum ein paar Monate auf dem Markt, da stampft Microsoft die Lösung schon wieder ein. Von Andreas Barthel.

Microsoft hatte vor etwa einem Jahr verkündet, mit Dynamics Entrepreneur Solution Firmen wie Sage und Lexware ein Drittel Marktanteil im KMU-Umfeld abjagen zu wollen. Kaum ein halbes Jahr nach dem Start der Software zieht der Konzern die Notbremse und nimmt die Entrepreneur-Edition aus dem Programm.

Der Softwarehersteller hatte mit den Exklusiv-Distributor Actebis Peacock und einem Heer an Vertriebspartnern versucht, die Software kleinen Unternehmen nahezubringen. In diesem Umfeld existieren häufig noch selbstgemachte Notlösungen auf Excel-Basis – von einer ERP-Lösung kann mancher Kleinunternehmer also nur träumen. Und die auf KMU spezialisierten ERP-Anbieter verkaufen ihre Software meist für deutlich unter 1000 Euro. Microsofts Versuch, mit einer mehrere Tausend Euro teuren Software in diesem Segment zu punkten, war zum Scheitern verurteilt. Außerdem stellte die Installation und Einrichtung der Software die Firmen vor größere Herausforderungen.

Schließlich verfügen die wenigsten Kleinunternehmen über eine eigene IT-Abteilung. Entrepreneur-Kunden erhalten von Microsoft zum Ausgleich Dynamics-NAV-Lizenzen und müssen also mit ihrem Datenbestand auf die schwergewichtige Plattform für den Mittelstand migrieren. Microsoft erwartet dabei keine Schwierigkeiten, da beide ERP-Editionen auf dem selben Code basieren. Ob das ein Trost für Kleinunternehmen ist, die häufig bereits mit der Implementierung und Bedienung der Entrepreneur-Version haderten, dürfte zu bezweifeln sein. Immerhin ist in diesem Umstiegsangebot der Support bis Anfang 2013 enthalten.

So bleiben die DATEV, Sage und viele mittelständische ERP-Anbieter weiter unter sich. Wobei die DATEV durch den Zusammenschluss von Wago-Curadtata, Addison und Schleupen Gegenwind verspüren dürfte.

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