Devil bootet Holländer aus

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Mit einem Insolvenzverfahren gegen die niederländische Mehrheitsbeteiligung gewinnt der Distributor die Hoheit über das Geschäft zurück. Das abgelöste Management ist wieder im Amt.

»Yes we did – it’s coming home!« Nach der überraschenden Entmachtung der Devil Führungsebene durch die holländischen Eigner am vergangenen Mittwoch hat das angestammte Management der Devil AG das Heft des Handelns über die zuletzt unübersichtliche Situation »mit sofortiger Wirkung zurückgewonnen«, wie ein gutgelauntes Management nun verkündet. Gläubiger hatten zuvor gegen die Devil-Eigentümerin Tulip Beteiligungs GmbH das Insolvenzverfahren beantragt. Im Zuge des Verfahrens wurde bereits ein »starker vorläufiger Insolvenzverwalter« eingesetzt, dem die Befugnisse des Schuldners amtlich übertragen wurden. Das bedeutet, dass die holländischen Mehrheitseigner in und um den Nedfield-Konzern bereits nicht mehr in das Geschehen eingreifen können, so der Distributor. Damit sei es im ersten Schritt gelungen, das gesunde Devil-Geschäft dem Zugriff des Nedfield-Konzerns zu entziehen.

Im nächsten Schritt wurden gestern Abend der Aufsichtsrat und der Vorstand neu bestellt. Axel Grotjahn als CEO und Torsten Matthies als CFO bilden wieder den Devil-Vorstand. Sie berichten an drei Aufsichtsratsmitglieder. Unter dem Vorsitz von Jakob Roloef van den Berg ergänzen Devil-Gründer Karsten Hartmann und Rechtsanwalt Dr. Mirko Gründel das Gremium.

»Wir haben die entscheidenden Schritte eingeleitet, um das Devil-Geschäft autark weiterzuführen. Ohne unser Verschulden hat es in den letzten Tagen viel Unruhe und Spekulationen gegeben. Jetzt können wir uns darauf konzentrieren, unser erfolgreiches Geschäft fortzusetzen und nachhaltig zu organisieren. Unsere Zahlen sehen gut aus und damit haben wir beste Argumente für die zukünftige Entwicklung«, kommentiert Axel Grotjahn, der alte und neue Vorstand und CEO der Devil AG das Geschehen.

Im ersten Halbjahr – vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2008 – des Geschäftsjahres 2008/2009 verzeichnet Devil einen Umsatz in Höhe von 173,3 Millionen Euro. Nach dem Abzug von Wareneinsatz und operativer Kosten notiert die Devil AG einen vorläufigen EBIT in Höhe von 1,33 Millionen Euro.

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