Produkte

Acer, Lenovo und Inventec planen Billig-Notebooks mit Windows 10

Windows 10 Desktop mi Notebooks7
0 0 Keine Kommentare

Nachdem Microsoft Anfang Juni auf der Computex in Taipei mit den meisten taiwanesischen Notebook-Herstellern Kooperationsgespräche führte, meldet der lokale Branchen-Lobbyist Digitimes Research die ersten Planungen zu konkreten Geräten.

Wie Joanne Chien von Digitimes Research meldet, haben die großen taiwanesischen Notebook-Produzenten bereits erste Prototypen neuer Geräte mit Windows 10 in der Tasche. Weil Microsoft sein neues Windows schneller unters Volk bringen wolle als seinerzeit Windows 8, unterstütze der Software-Riese nun vor allem Hersteller preiswerter Geräte

Digitimes-Logo (Logo: Digitimes)
Berichtet regelmäßig über die Geschäftsbeziehungen der Hardware-Hersteller in Taiwan: Digitimes Research.(Logo: Digitimes)

In diesem Zusammenhang haben Acer, Lenovo und Inventec konkrete Pläne für Notebooks in den Weltmarkt-Preisklassen 169 bis 249 US-Dollar den  Marktforschern gegenüber genannt. Wegen höherer Steuern dürften sich in Deutschland vermutlich Endverbraucherpreise zwischen 199 und 299 Euro ergeben.

Auch wenn Microsoft den asiatischen Produzenten gegenüber verkündet, eine weitere Preissenkungsspirale nicht unbedingt mitmachen zu wollen, kooperierte das Unternehmen zuerst mit Elitegroup Computer Systems (ECS), um ein günstiges 11,6-Zoll-Notebook für den Bildungsbereich mit Windows 10 zu entwickeln. Preis: 179 Dollar.

Nun plant der Software-Riese, über Acer und Lenovo zwischen Mitte August und dem vierten Quartal 2015 Low-Cost-Notebooks auf den Weltmarkt zu bringen. Bei Acer sind ein 11,6-Zoll-Notebook für 169 Dollar und ein 14-Notebook im Klappschalen-Design vorgesehen, während Lenovo ein weiteres Ex Exemplar seines Convertibles “Yoga” plant, angeblich in 14 Zoll Größe und für 249 US-Dollar. Produziert werden die Geräte beider Hersteller vor allem von Inventec.

Damit gehen die Windows-10-Partner von Microsoft weiter auf den Kreuzzug gegen Chromebooks, die vor allem im asiatischen Raum den Notebook-Markt veränderten und letztlich die Produktionspreise senkten – auch die für Windows-Notebooks. Den Marktforschern von Digitimes Research zufolge ist Microsoft gezwungen, seine Preissenkungsstrategie fortzuführen, um das weiere Einsickern der Chromebooks in die Notebook-Märkte zu verhindern. Man müsse sogar noch billigere Geräte mit noch besserer Hardware unterstützen.

Die neuen Acer- und Lenovo-Geräte kommen mit den Broadwell-Prozessoren von Intel und nicht mehr mit den Baytrail-CR-CPUs, die derzeit noch in Billiggeräten verbaut werden. Das, so Digitimes Research, erkläre auch, warum Microsoft diese Pläne so stark fördere.

Der Hersteller Inventec sei einer der wichstigsten Strategiepartner für Microsoft. Das ist kein Wunder: Er assembliert bereits die Windows-10-Noteboooks des Branchenriesen Hewlett-Packard und baut nach Jahren Pause nun wieder Klappcomputer für Acer – der Nummer Zwei im weltweiten Notebook-Markt. Mit den zwei größten Anbietern im Rücken, so schätzt Digitimes, wird Inventec in der zweiten Jahreshälfte über 500.000 Notebooks ausliefern.

Das Windows-10-Convertible Yoga von Lenovo werde 2015 nur in begrenzter Stückzahl gebaut; die Massenproduktion dürfte erst Mitte des vierten Quartals beginnen. Das, so hoffen die Taiwanesen, werde den Festlands-chinesischen Computer-Anbieter stärker an den taiwanesischen Hersteller Inventec binden.

Die ersten billigen Windows-10-Notebooks mit der Broadwell-Prozessorgeneration sollten bereits im Spätsommer oder Herbst auf die europäische Märkte komen.

Manfred schreibt seit 30 Jahren über Computerthemen aus verschiedenen Blickwinkeln. Das wird aber nie langweilig, denn die Branche entwickelt sich so rasant, dass es immer etwas Neues zu lernen gibt.