Juniper Research: Elektronischer Handel soll dieses Jahr 1,7 Billiarden Dollar umsetzen

Strategie
Juniper Research (Logo: Juniper Research)

Die Online-Umsätze erreichen 2015 angeblich deswegen so hohe Umsätze, weil jetzt die gesammelten Daten aus den Social-Media-Websites in Verkäufe umgesetzt werden.

Juniper Research titelt „eRetail Sales to Reach $1.7 trillion This Year“. Wobei zu beachten ist, dass die amerikanischen Zählweisen häufig falsch übersetzt werden und die US-Trillion eine deutsche Billiarde ist, die Billion eine Milliarde.

Online-Shopping-E-Commerce (Bild: Shutterstock-dencg)Weil die Sozialen Medien die „Sales Arena“ betreten, heißt es in der Juniper-Meldung zu den Online-Käufen, können Käufer die „Beschränkungen des Channels“ umgehen. Kurzum: Die Marktforscher sagen den rein stationären IT-Händlern das Schicksal der Tante-Emma-Läden voraus, falls sie nicht zustzlich auf den digitalen Zug aufspringen.

Zahlenentwicklungen würden zeigen, dass die elektronischen Retail-Summen mehr als 17 Prozent über denen von 2014 liegen. Man vermute, dass die weltweit noch bessere Ausstattung mit Wi-Fi- und Mobilfunkzugängen zu diesem Wachstumsschub beigetragen habe. Der Trend vieler Web-2.0-Unternehmen, ihre Services zu Sales-Plattformen auszubauen, würde für einen weiterem Wachstumsschub führen.

Ob dies für Deutschland zutreffen kann, wo Mobilfunknutzer nicht so viel shoppen muss sich noch zeigen. Schon 2010 ergab jedoch eine Gfk-Studie, dass die meisten Chancen Verkäufer haben, die über mehrere Kanäle ihre Ware an den Käufer bringen. Noch ist zwar der digitale Einfluss auf In-Store-Käufe gering, praktisch aber geht Juniper davon aus, dass sich das Gewicht zugusten der In-App-Käufe verschieben wird.

Wie das Unternehmen auf seine Schlussfolgerungen kommt, veröffentlicht es unter dem Titel „Mobile & Online Purchases: Cards, Carrier Billing & Third Party Payment Platforms 2015-2020“. Darin beschreibt es Beobachtungen, dass Anbieter wie Twitter, Facebook, Pinterest and Instagram bereits einen „Buy“-Button eingeführt haben. Sie umgehen den Handel aber nicht ganz: Strategische Partnerschaften mit dem Channel soll die Kaufbereitschaft erhöhen.

Twitter probiert dies bereits durch die Funktion, den Kaufen-Knopf mit Amazon-Konten zu verknüpfen. Andere Händler könnten folgen. Juniper warnt jedoch die Händler, nicht alles auf einen Verkaufsweg zu setzen: Die Konsistenz der Botschaft im Online-, Offline- und Mobilverkauf müsse gegeben sein – auch bei der Erfassung des Käuferverhaltens.

Studienverfasser Dr. Windsor Holden: „Der Schlüssel ist bei allen Medien, das der Käufer seinen Weg zum Produkterwerb selber wählen kann“ – wer ihn bis zum Buy-Button „zwingt“ hat weniger Chancen.

Eine weitere Prophezeiung des Werks: Bis 2020 werden mehr als 40 Prozent des Retail-Geschäfts über Mobiltelefone ablaufen. In einem Whitepaper erklärt Juniper die Hintergründe, die komplette Studie gibt es bei Juniper in Großbritannien für 3970 Pfund (5647,77 Euro).

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen