HP bringt Gen9 Server zu Kampfpreisen

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HP will mit der neunten Generation der Proliant Server neue Kundengruppen adressieren und aggressiv gegen den Wettbewerb angehen. Die Produkteinführung soll durch den Channel erfolgen.

Dass die HP Proliant Gen9 Server gegenüber den Vorgängern der Reihe Gen8 schneller, effizienter und leistungsfähiger sein sollen, überrascht nicht. Interessanter ist die neue Marktpositionierung, die HP mit der neuen Generation vornehmen will, denn nun steht das Einsteigersegment im Fokus.

„Die White-Label Hersteller werden sich wundern, weil wir jetzt niedrigere Preispunkte adressieren können“, erklärt Stefan Weber, Strategic Sales Consultant bei HP. „Wir haben mehr zu bieten als die Komponente einer Technologie.“ Das Geschäft mit Servern in Deutschland läuft besser als weltweit und im deutschen Channel noch besser. „Die Partner sind zufrieden mit dem Markt“, so Ulrich Seibold, der Channel-Chef der HP Enterprise Group in Deutschland.

HP hat erkannt, dass die Kunden die vollkommene Funktionslandschaft der Server nicht immer benötigen und will abspecken, um bestimmte Firmensegmente im deutschen Markt zu bedienen. „Die Zahl der über die Distribution aktive Partner wird steigen, weil diese ihre Kunden mit HP bedienen können“, ist sich Seibold sicher.

Die neue Serie an Einstiegs-Servern soll für Modularität im Channel sorgen, um mehr Geschwindigkeit ins Business zu bringen. Die Händler können schneller bei der Distribution bestellen, es erlaubt Customer-to-Order, nicht mehr nur Build-to-Order: „Das ist eine neue Rolle für die Distribution, sie übernimmt die Assemblierung. Der Mehrwert eines kleinen Partners ist es nicht, Komponenten zusammenzubauen, das ist kein Zukunftsgeschäft“, erläutert Seibold. Es gehe darum, die Preispunkte zu halten, aber Marktpunkte zu setzen. „Wir wollen neue Segmente erschließen mit neuer Technologie.“

Ein großes Thema bei HP ist es aktuell, dem Wettbewerb das Wasser abzugraben, in erster Linie IBM, bei dem die Übergabe der Serverlinie an Lenovo derzeit vollzogen wird. „Die Partner sind aktiv in Migrationsprojekten von IBM zu HP: Die Partner erkennen die Chancen, viele Großkunden sind auf uns zugekommen. Das fängt an bei Banken, von da an top down. Es gibt viele Proof of Concepts”, berichtet Seibold.

In technischer Hinsicht vollzieht HP einen wirklichen Systemwechsel mit universellen Storage, was einen signifikanten Fortschritt darstellt. Für dedizierte Aufgaben soll es spezielle Maschinen geben. Mit Moonshot hat HP bereits System on a Chip eingeführt. Jetzt soll es eine Kombination aus System on a Chip, Photonik und Universellem Speicher (Memristoren) geben.

HP Compute ist ein ganzheitliche Ansatz: Dort müssen Server, Software, Storage und Netzwerk zusammenwirken. Der Software Layer ist entscheidend und wird immer wichtiger. HP Gen 9 bringt Cloud System und HP Helion, es wird software-definiert. Es wird stärker der Service Aspekt verfolgt werden. „Wir setzen klar auf Open Stack“, erklärt Weber. „150 Innovationen sind in Gen8 eingeführt worden, darauf bauen wir auf. Der Kunde kann die Technologien einsetzen, die er benötigt.“

Die schrittweise Markeinführung bringt zunächst die klassischen Server ab heute, die Modelle ProLiant D160, DL 180, DL 360 und DL 380. Bis Anfang 2015 sollen schrittweise weitere Modelle eingeführt werden. HP unterstützt jetzt schnellere Storage Controller und zwar die 12 GB/s Smart Array Controller. Die Standard Architektur beruht auf HP Restful API (Open Stack) mit Rest Interface für HP OneView und Helion. „Wir sprechen nativ REST und können Management Prozessoren ansprechen. Die Service Provider wollen eigene Skripts ansprechen, deswegen legen wir die Schnittstelle offen“, betont Weber. Es wird ein konsistenter Ansatz für HP Helion und OneView verfolgt.

„UEFI ist Nachfolger eines klassischen BIOS, wir unterstützen Klasse 2, die Markreife ist erreicht“, so Weber. Dies erlaubt es Platten mit größer als 2,2 TB anzusprechen, Ipv6 Pixi-Boot wird unterstützt. Das HP iLO Federation Management erlaubt das Management verschiedener Server über das iLO Web Interface..

„Dies bringt auch etwas für Kunden, die nur fünf Server haben, kann aber auch tausende ansprechen“, erklärt Weber. Nach außen ist nur ein Server sichtbar, das verbessert die Sicherheit. Eine intelligente Provisionierung für single-click SAN ist eingebaut. Jeder Gen9-Server enthält eine kostenlose Lizenz für HP vSAN. Auch der DDR4-Speicher wird eingeführt für Gen9. Die HP-Systeme liegen am oberen Ende der Intel Vorgaben: „Wir vereinfachen die DIMMs. Es gibt nur noch zwei Memory Typen, was eine einfachere Bevorratung für den Channel erlaubt.“ Der konventionelle und DDR Speicher wachsen zusammen. Flash und DIMM können auf einem Modul kombiniert werden.

Der Energieverbrauch ist optimiert mit einer möglichen Betriebstemperatur bis 35 Grad statt bisher 25 Grad. Mit den neuen AshRAE A3 und A4 Standard sind theoretisch bis zu 45 Grad möglich. In der Praxis wird die Betriebstemperatur ein bis zwei Grad höher als bisher sein.

Die Gen9-Server verwenden nur noch ein Motherboard, was Kosten reduziert und weniger Tests notwendig macht. Eine flexible Erweiterung ist möglich. Die Location Discovery ist jetzt optional und muss nicht bezahlt werden, wenn sie unnötig ist. Die Netzteile 25 Prozent sind kleiner und effizienter und die Netzwerk-Karten jetzt standardmäßig onBoard. Zudem gibt es jetzt mehr Steckplätze im Board.

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