HP: Cloud bedeutet Transformation

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HP hat mit „Converged Cloud“ eine einheitliche Architektur für Private und Public Clouds sowie konventionelle IT-Infrastrukturen entwickelt.

Volker Smid, Vorsitzender der Geschäftsführung HP Deutschland, glaubt an die Wolke: „Cloud bedeutet Transformation.“ Dies sei ein Thema nicht nur für Industrie, auch für CEOs. Aus seinen Gesprächen in Berlin wisse, dass 50 Prozent der deutschen Minister die Cloud kennen. Der Cloud-Markt wächst mit 37 Prozent ( laut Bitkom), die allgemeine IT nur etwa mit drei Prozent. Die Cloud ist ein Transformationsmarkt. Das werde in wenigen Jahren sehr erkennbar sein, so Smid. Das Verhältnis der IT zum Endkunden verändert sich vom physischen zum virtuellen Prinzip. Das bedeutet aber auch einen Konflikt zu heutigen Liefermodell und damit der Rolle des Fachhandels. Die Rolle der Reseller verändert sich, es gibt die Möglichkeit für die Händler, eigene Cloud Services zusammen mit dem Hersteller, insbesondere HP anbieten. Smid legt auf die Mitarbeit der Partner großen Wert. Die Reseller sollen sich auch in der Cloud wiederfinden. Die Kunden IT-Organisation verändert sich auch. HP hat mit seinen Cloud-Angeboten früh angefangen und bietet bereits seit 2009 die System Matrix an. Laut Smid kooperieren 8 der 10 größten Web-Sites mit HP, 150.000 SAP-User nutzen die HP-Cloud. Dies ist also bereits seit langem tief verankert. Jetzt startet HP den Public Cloud Service, ein Angebot ähnlich wie die Amazon Web Services, zugeschnitten auf Entwickler. Ein Developer kann auf der HP Plattform aber nicht experimentieren, sondern auch Produktionssysteme starten.

Es wird eine heterogene Cloud-Landschaft geben aus Public, Private und konventioneller IT geben, so die These von Smid. Der Anbieter muss orchestrieren aus verschiedenen Komponenten, Clouds müssen gemanaged werden, um alle möglichen Landschaft integrieren. Smid gibt zu, dass es da noch einige Hürden gibt, wie die noch fehlende Interoperabilität. Es komme darauf an, Policies auf Cloud-Angebote mappen, denn es sei ein Risiko, wenn keine einheitliche Governance vorhanden ist. Die HP cCell Services basieren auf dem Prinzip, das deutsche HP Rechenzentrum hat eine Broker Funktion, die Partner haben eigene Zellen. Beim Kunden muss die Orchestrierung erfolgen. Für den Kunden bedeutet dies hybrid Delivery aus verschiedenen Quellen. Security ist ein Layer in der Cloud, aber auch in der eigenen IT gibt es Sicherheitsrisiken. „Wir können lokal und global hosten und dies kombinieren“, betont Smid.

Klaus Berle, Leiter Competence Center Converged Cloud bei HP, schildert das Ziel: „Angestrebt wird eine offene, konvergente Architektur, als konsequente Weiterentwicklung der converged Infrastructure (die HP 2009 eingeführt hat)“. Im Moment gibt es noch disparate Architekturen und Technologien. HP setzt auf ein Drei-Schichtenmodell mit HP converged Information, converged Management & Security und HP converged Infrastructure as a Service. Die Entwicklung kann in der Public Cloud erfolgen, die Daten sollten in der Private Cloud abgelegt werden. Bei Lastspitzen können Rechenleistungen in die managed Cloud überführt werden (die direkt von HP oder vom Partner bereitgestellt wird). HP deckt eine breite Palette an Hypervisors ab und ist nicht abhängig von Betriebssystemen. Eine Orchestrierung auch von nicht HP-System durch zentrales Management ist möglich, die Security über alle Schichten hinweg gewährleistet. Die Autonomy-Technologie erlaubt die Suche über alle Grenzen hinweg in allen Cloud-Formen. HP ist offen für 3rd Party Lösungen und bietet bereits über 100 Cloud-Maps, basiert auf der Orchestrierungs-Software von HP. „Wir stehen in unserem Commitment zum Open Stack und werden es bei Schnittstellen nutzen (etwa verschiedene Hypervisor)“, erklärt Berle. Die converged Infrastructure kann zwischen-Layer einbeziehen. Es gibt drei neutrale Schichten und HP kann flexibel mischen. Bei der HP converged Cloud ist der Vorteil für den Kunden: Er hat die Wahl, kann zwischen Anbietern wechseln. HP will Standards voranbringen, das große Partnernetzwerk wird einbezogen. Der Kunde kann die Cloud beim Reseller buchen. Das Partnerprogramm wird konsequent weiter ausgebaut.

Die Cloud Services sind ab 10. Mai allgemein verfügbar, zunächst drei: HP Cloud Compute,
HP Cloud Object Storage und HP Cloud Content Delivery Network. Neue Private Betas starten ebenfalls ab 10.Mai, und zwar für HP Cloud Block Storage und HP Cloud Relational Database for MySQL (komplett open Source, keine direkte Kooperation mit Oracle). Entwickler können Ruby, Java, PHP und Python auf HP Public Cloud nutzen zur Cloud Entwicklung. Sie sind so flexibel für eigene Entwicklungen und können die entwicklerfreundliche Open Stack Umgebung nutzen. „Wir wollen mit der Open Source Community lernen“, so Berle. Im Moment gibt es noch zu 50 Prozent reduzierte Preise, ab 10.Mai werden dann die vollen Preise fällig. Beispielsweise kostet 1 GB auf 1 virtuellen Core 4 Cent (US) oder die Cloud Object Storage bis 50 TB 12 Cent. Es sind variable Preise ohne Grundpreise. „Wir liefern kostenlosen Support für Entwickler“, stellt Berle heraus.

Axel Simon, Program Manager HP Networking, erklärt den Infrastruktur-Layer: „Die Entwicklung zum Cloud Networking ist nötig. Die Netzwerk-Technologie stecke eigentlich noch im vorigen Jahrtausend, Legacy Netzwerke verlangsamen die Anwendungsentwicklung. Die Realität sei noch weit entfernt von automatischer Orchestrierung. Diese wird jetzt eingeführt auf Basis von HP Neuentwicklungen mit Abstrahierungsmechanismen und Automation. Die Netzwertarchitekturen gibt es seit November: Die Control Pane wird aus der Hardware rausgenommen und in den Controller geschoben. Dieser neue Mechanismus Open Flow wurde an der Universität Stanford entwickelt, das regelbasierte Netzwerk wird so automatisiert. Der neue HP virtual Application network Manager geht noch weit über Open Flow hinaus. Für die Managementplattform gibt es neue Produkte wie Virtual Application Network Components mit vSwitch Manager, den VAN Manager mit Application Awareness, Policy Server, ein neues API zur Anbindung des VAN Managers: „Es ist eine völlig neue Art, das Netzwerk zu betreiben,“ stellt Simon heraus. Der VAN Manager kostet 9995 $.

Damit ist es möglich, virtualisierte und physische Strukturen zu verwalten. Administratoren können Netzwerke binnen Minuten umkonfigurieren. „Die Rolle des Netwerk-Administratoren wird sich drastisch ändern“, prophezeit Simon. Das gilt nicht für HP-Produkte, der VAN Manager kann auch Netzwerk-Angebote von Wettbewerbern einbeziehen. Die Transformation des Netzwerkes steht bevor, die Rolle des Netzwerk-Mannes wird maschinenferner als bisher.

Norbert Reil, Consulting Partner bei HP Technology Services, berichtet aus der Praxis: „Die Fertigungsindustrie setzt auf Engineering, um globale Herausforderungen mit speziellen Services zu bewältigen.“ Die Drei Trends Demographie, Globalisierung, Nachhaltigkeit erfordern nicht mehr lokales Engineering, sondern globale Netzwerke. Die Vision ist die Kollaboration über Grenzen hinweg. Die Cloud kann hier ein zentraler Bestandteil sein mit Automation, Governance und Sicherheit. Dies führt zu kürzeren Entwicklungszeiten und damit Time-to-Market.

Volker Smid resümiert: „HP positioniert sich in der Public Cloud, wird aber nicht dort stehen bleiben, wir führen zur managed und private Cloud. Es gibt noch Beharrungskräfte bei Partnern und Kunden, es fehlt noch die Transformation der Anwendungslandschaft (oft vor 25 Jahren entwickelt) und vom Multi-Tenant Betrieb ist die Realität noch meilenweit entfernt.“ HP wolle die Transformation für die Kunden leichter machen und Wechsel von proprietären Services einfacher machen: „Wir sind offenen Standards verpflichtet.“

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