HP setzt auf konvergente Infrastruktur

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Die Integration der zugekauften Technologien von 3PAR und 3Com läuft bei HP zügiger als erwartet. Die bisher getrennten Channel-Strukturen sollen rasch zusammengeführt werden.

Konkrete Channel-Pläne zur Integration der Zukäufe

Dave Donatelli, Executive Vice President Enterprise Server, Storage and Networking bei HP, sieht in dem vor einem Jahr vorgestellten Konzept der konvergenten Infrastruktur, also dem Zusammenspiel aus Netzwerk, Storage und Servern, ein ideales Mittel, Silos zu überwinden. Eine modulare Infrastruktur erlaubt verschiedene Betriebssysteme auf einer Hardware:

»Niemand hat eine vollständigere Vision des Rechenzentrums der nächsten Generation als HP«, betont Wittmer. Im Jahr 2010 hat HP diese Vision weiter ausgebaut und mehr neue Produkte eingeführt als jemals zuvor. Zwei wesentliche Komponenten der konvergenten Infrastruktur sind der Kauf des Netzwerk-Herstellers 3Com, der im April abgeschlossen wurde, und der im Oktober finalisierte Erwerb des Storage-Spezialisten 3PAR.

Laut Marius Haas, Senior Vice President & GM HP Networking, geht die Integration von 3Com schneller als geplant voran. Den Resellern kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu: Ein neues Services-Angebot mit vier Komponenten soll gemeinsam von HP und den Channel-Partnern angeboten werden. Im Einzelnen sind dies:

1. Network Visioning
2. Roadmap Service
3. Network Strategic Architecture
4. Branch Office Solution Service

Letztere ist vor allem für mittelständische Kunden interessant, denn mit Branch Office Solution soll die Netzwerkanbindung von Zweigstellen verbessert werden. Das Problem: 75 Prozent der Angestellten arbeiten außerhalb der Firmenzentrale, die Zweigstellen sind aber oft nicht optimiert angebunden, die Anwendungsleistung leidet und es gibt kein IT-Personal vor Ort. Mit der nun vorgestellten ersten konvergente Branch Office Solution sollen diese Probleme beseitigt werden bei weniger als der Hälfte Energieverbrauch in einer konsolidierten Komponente. HP Branch Office Networking basiert auf Switchen der E5400-Serie.

Diese bieten eine offene, modulare Plattform, mit der sich Netzwerk-Anwendungen von Drittanbietern einfach einbinden lassen. Mit der Netzwerklösung HP Branch Office Networking stehen auch neue Netzwerk-Anwendungen von Drittanbietern zur Verfügung. Diese lassen sich über das Modul HP AllianceONE Services zl in die Plattform der E5400-Switch-Serie einbinden:

1. »Avaya Aura Session Border Controller powered by Acme Packet« für die Sicherheit und Verwaltung von Unified-Communications-Anwendungen,
2 »Citrix Netscaler VPX« für eine bessere Performance der Webanwendungen durch eine optimierte Netzwerkauslastung und der intelligenten Verwaltung des Datenverkehrs im Netzwerk,
3 »Microsoft Lync« für die Absicherung der Filialen im Falle eines WAN-Ausfalls,
4 »NetScout nGenius Integrated Agent« für die Überwachung der Netzwerk-Performance in Echtzeit und
5. »Riverbed Optimization System RiOS« für die Reduzierung der Bandbreite und eine höhere Anwendungsperformance im WAN.

Alle in der Lösung HP Branch Office Networking integrierten Anwendungen der HP-AllianceONE-Partner sind von HP getestet und zertifiziert. HP bietet im Rahmen der AllianceONE-Zusammenarbeit einen direkten Kunden-Support für die Lösungen verschiedener Hersteller an.

Storage-Ideen für Verkäufer

Auch im Storage-Bereich tut sich einiges für den Fachhandel: HP hatte sich mit Dell eine heiße Bieterschlacht um 3PAR geliefert. Und das aus gutem Grund: 3PAR soll DAS Storage-Produkt für HP-Neukunden werden.

Jetzt ist der Kauf juristisch abgeschlossen und HP hat seine weiteren Pläne für 3PAR bekannt gegeben. Und die haben es in sich: 3PAR soll die Hauptmarke im Bereich Storage für HP werden und an Neukunden ausschließlich verkauft werden. Die traditionellen HP-Storage-Produkte werden zwar weiterentwickelt, werden aber nur noch bei Bestandskunden platziert. Einzige Ausnahme ist der Low-End-Markt, in der die P4000-Reihe auch weiter an Neukunden verkauft werden soll.

Für den HP-Channel ist das eine echte Herausforderung, denn bisher hat 3PAR seine Geräte hauptsächlich direkt verkauft und 70 Prozent seines Umsatzes auf dem US-Markt erzielt. Die wenigen Channel-Partner von 3PAR waren einige Internet Service Provider (ISPs), Deutschland nahezu ein weißer Fleck. Und ISPs waren bisher auch die größte Kundengruppe von 3PAR.

Immerhin verspricht nun Dave Donatelli, Executive Vice President and General Manager, Enterprise Servers, Storage and Networking, HP Enterprise Business: »Wir werden alles tun, um unsere Channel-Partner schnellstmöglich für 3PAR bereit zu machen« Er betont, 3PAR sei das Storage Produkt für die nächsten zehn Jahre. »Die 98 Prozent Nicht-HP-Kunden im Storage-Markt werden wir künftig mit 3PAR adressieren.« Naturgemäß pflichtet ihm David Scott, früher CEO von 3PAR und jetzt Leiter von HP Storage, bei: »3PAR bietet eine einzigartige Technologie und beschleunigt die Konvergente Infrastruktur Strategie von HP«. Technisch biete 3PAR mit seinen Multi-Tenant-Cluster eine verteilte, sichere und widerstandsfähige neue Architektur, so Scott. Mit dem so genannten Thin Provisioning, das von 3PAR einst erfunden wurde, ermöglichen die Geräte eine Ressourcennutzung von über 70 Prozent mit autonomem Management. »Unsere Wettbewerber versuchen neue Technologien mit einer 20 Jahre alten Architektur zu verbinden und sind nicht bereit für Cloud. Wir dagegen haben unsere moderne Architektur von Anfang an auf die Cloud ausgerichtet,« erklärt Scott. Vor allem das autonome Management bietet laut Siamak Nazari, Chief Software Architect von 3PAR, augenfällige Vorteile: »Die Provisionierung der LUNs (Logical Unit Number) dauert nicht mehr Monate, sondern 15 Sekunden und ist mit zwei Mausklicks erledigt«. Die Adaptive Optimierung für unterschiedliche Storage Typen (SSDs, Fibre Channel, Enterprise SATA) verspricht eine bessere Nutzung vorhandener Ressourcen und Einsparungen um 30 Prozent.

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