Mögliche Ursachen für den Lizenzierungssumpf

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Eine Studie der Software-Initiative Deutschland versucht zu klären: Liegt die Verantwortung beim Gesetzgeber, den Unternehmen selbst oder bei den Herstellern?

Die Last mit der Lizenzierung

Wie die aktuelle Studie »Die Last mit der Lizenzierung« der Software-Initiative Deutschland ermittelt hat, wird die deutsche Wirtschaft im Jahr 2010 alleine durch nicht korrekt lizenzierte Software einen Schaden von bis zu dreißig Milliarden Euro erleiden. »Da stellt sich natürlich sofort die Frage, woran es liegt, dass Unternehmen entweder zu viele Lizenzen einkaufen oder zu wenige«, meint Jens Orhanovic, Geschäftsführer der LIS.TEC GmbH und Vorsitzender des Deutschen Forums für Softwarelizenzierung in der Initiative. Im Rahmen der Umfrage ging die Software-Initiative auch dieser Frage nach und konfrontierte die hundert beteiligten Fach- und Führungskräfte mit möglichen Ursachen.

Über ein Drittel (36 Prozent) sieht die Hauptverantwortung beim Gesetzgeber. Mittlerweile gäbe es so viele Bestimmungen, dass weder Hersteller noch Kunden wüssten, was los ist. »Was heute noch richtig ist, kann morgen schon falsch sein« laute die Devise. 28 Prozent nehmen die Unternehmen selbst in die Pflicht. Diese seien »selbst schuld« am Lizenzdilemma und nähmen die Falschlizenzierung bewusst in Kauf. Die einen gingen auf Nummer sicher und kauften mehr Lizenzen ein als benötigt, die anderen wollten Geld sparen und nutzten daher mehr Lizenzen als sie bezahlen – nach dem Motto »es wird schon gut gehen«.

Ein gutes Viertel (26 Prozent) schiebt die Schuld hingegen auf die Softwarehersteller. Diese würden »ihre Kunden verwirren statt aufzuklären« und ließen sie bei Unklarheiten »im Regen stehen«. Lediglich zehn Prozent gaben zu Protokoll, dass dem Thema generell zu wenig Beachtung geschenkt werde und es schlicht an Spezialisten mangele, die sich – ob nun auf Hersteller- oder auf Anwenderseite – ausschließlich um die Lizenzierungsproblematik kümmerten. »Das lässt den Umkehrschluss zu, dass die Falschlizenzierung in deutschen Betrieben durchaus bekannt ist und trotzdem kaum jemand aktiv dagegen vorgeht«, kommentiert Orhanovic mit Verwunderung. »Dabei können die Folgen sowohl in rechtlicher als auch in finanzieller Hinsicht fatal sein.«

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