Wirtschaftsfaktor Umweltschutz

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In einer europaweiten Befragung hat der Drucker- und Kopiererhersteller Kyocera das Umweltbewusstsein und -verhalten in Unternehmen im Zusammenhang mit Green IT untersucht.

Der Kostenaspekt steht im Vordergrund

Umweltverträgliches Handeln hat einen hohen Stellenwert in europäischen Unternehmen. Vor allem die nachhaltigen Kostenvorteile durch Green IT werden als große Chance bewertet. Das ist das Kernergebnis einer Befragung von rund 600 Unternehmen in Europa. Die von Kyocera durchgeführte Studie zeige damit, dass ressourcenschonende Lösungen nicht in nur in Bezug auf dem Umweltschutz, sondern auch als nachhaltiger Wirtschaftsfaktor wahrgenommen werden, meint der Hersteller.

Insgesamt gaben 76 Prozent der Befragten an, Umweltaspekte seien beim Kauf von technischen Produkten wichtig oder sogar sehr wichtig. Nur knapp 10 Prozent räumten ein, sie leisteten persönlich keinen Beitrag zum Umweltschutz.

Den Hauptgrund für umweltschonende Maßnahmen und Investitionen ihrer Unternehmen sehen die Befragten in Potenzialen zur Kosteneinsparung: Insgesamt sind 38 Prozent der Teilnehmer dieser Ansicht. In Deutschland gehen sogar mit 45 Prozent fast die Hälfte der Befragten davon aus, dass Kostenkalkulationen am wichtigsten sind.

Ressourcenschonende IT-Lösungen sind damit zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Reine Umweltschutzinteressen sind hingegen nur für rund ein Viertel der Hauptbeweggrund für Anschaffungen im Bereich Green IT. Ein besseres Unternehmensimage ist für etwa 21 Prozent der Teilnehmer der Anlass. Eine untergeordnete Rolle spielt die Einhaltung von Umweltschutzbestimmungen: nur acht Prozent sehen hier ein Entscheidungskriterium.

Energieverbrauch und Recycling als zentrale Elemente

Optimierungspotenziale werden vor allem bei Energieverbrauch und Recycling gesehen. Nach konkreten Maßnahmen gefragt, sind 77 Prozent der Mitarbeiter europäischer Unternehmen der Meinung, ihr Unternehmen könne den Energieverbrauch optimieren. In Deutschland lag dieser Wert sogar bei 83 Prozent. Das Recycling halten 69 Prozent der Europäer für verbesserungswürdig.
Optimierungen in der IT-Landschaft nahmen nur den fünften Platz im Ranking ein

Weniger als ein Drittel der Mitarbeiter sind der Ansicht, die Unternehmen könnten sich hier stärker engagieren. Am niedrigsten bewertet wurden die Möglichkeiten, auf Dienstreisen zu verzichten (28 Prozent insgesamt) oder bei baulichen Maßnahmen höheres Umweltengagement zu zeigen (27 Prozent). Eine umweltfreundliche Dienstwagenflotte wird von den Befragten als wichtiger eingeschätzt: sie erscheint 42 Prozent als sinnvoll.

Deutsche setzen auf ressourcenschonende Drucker

Green IT, das heißt für deutsche Käufer auch: umweltfreundliche Drucker, Kopierer und PCs mit ECO-Label. 83 Prozent halten Investitionen in entsprechend zertifizierte Geräte für sinnvoll. In Großbritannien sind es 58 Prozent, in Italien 75 und in den Niederlanden 50 Prozent. Zu dem hohen Wert für Geräte mit Umweltlabel passt, dass Deutsche den Stromverbrauch in Unternehmen für zu hoch halten: 83 Prozent denken, ihre Firma könnte sich stärker engagieren, um Strom zu sparen. In Großbritannien sind es 73 Prozent, in Spanien 72, in Frankreich 79 Prozent. Weitere wichtige Investitionsfelder in Deutschland sind stromsparende Server (70 Prozent) und die Aufklärung der Mitarbeiter (62 Prozent).

„Die Ergebnisse der Studie bestätigen uns in unserer Strategie, dass ressourcenschonende Lösungen vor allem wirtschaftlich sein müssen, wenn sie sich am Markt durchsetzten sollen“, kommentiert Detlef Herb, Umweltbeauftragter von Kyocera Mita Deutschland die Kernaussage der Untersuchung. „Dies ist auch eine Erkenntnis des gerade zu Ende gegangenen Kyocera-Umweltpreises. Die Bereitschaft in umweltschützende Maßnahmen zu investieren ist viel höher als noch vor einigen Jahren. Allerdings wird heute stärker darauf geachtet, dass sich nachhaltige Lösungen auch positiv auf das Betriebsergebnis auswirken.“

Die Studie wurde im März 2008 in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden durchgeführt. Insgesamt nahmen 600 Unternehmen teil. 86 Prozent der Befragten waren vollzeit- und 14 Prozent teilzeitbeschäftigt. Den größten Anteil machten Angestellte im Dienstleistungsbereich aus, gefolgt von Handel und Öffentlichem Dienst.

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