Michael Dell: Wir sind jetzt ein Familienunternehmen

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Michael Dell sieht sein Unternehmen nach der erfolgreichen Privatisierung auf einem guten Weg. Er will stark in Forschung und den Ausbau des Geschäfts investieren.

Michael Dell stellte auf dem Dell Technology Camp in Paris seine neue Strategie vor. „Wir hatten unser Shareholder Vote und sind jetzt wieder im Familienbesitz. Als Familienunternehmen sind wir nicht auf kurzfristiges Denken beschränkt und sind nicht an einen 90 Tage Zyklus gebunden.“ Er gab zu, dass die erfolgreiche Privatisierung etwas schwerer als er dachte. Der entscheidende Punkt für ihn war aber: „Die Investoren wollten etwas anderes als wir.“ Und er selbst will aggressiv investieren in fünf Bereichen: „Unsere Forschungsausgaben sind im letzten Quartal um 25 Prozent gestiegen, wir bauen das langfristig aus.“ Auch die Vertriebsmannschaft und das Partnerprogramm soll expandiert werden, um die Reichweite auszubauen. Dell sieht vor allem Wachstumsaussichten bei der schnellwachsenden Kundengruppe mit 100 bis 5000 Mitarbeitern.

Michael Dell, der einen Tag vor seinem Auftritt in Paris in Frankfurt mit deutschen Kunden gesprochen hatte, meint damit ausdrücklich den deutschen Mittelstand. „Für die deutschen Mittelstands-Kunden, mit denen ich gesprochen habe, war es wichtig, dass wir Support etwa in Aserbeidschan und 180 weiteren Ländern anbieten können.“ Überhaupt zeigte sich Michael Dell sehr zufrieden mit dem deutschen Markt: „Wir haben unser Server Geschäft ausgebaut und dabei in Deutschland bei den Servern plus 35 Prozent erzielt. Dabei hat uns unser Partnerprogramm geholfen.“ Im Rückblick sagte Dell: „Wir haben 1988 in Deutschland eröffnet, damals brauchten wir von der Börse Kapital und wollten von unseren Kunden als gleichwertig anerkannt werden. Heute brauchen wir das nicht mehr, die die Kapitalstruktur ist in Ordnung. Wir haben einen langfristigen Ausblick und wir können aggressiv sein. Es gibt viel Kapital für Zukäufe und unsere beiden Investoren können dabei helfen, ich selbst und Silver Lake.“

Generell ist das Dell Enterprise Geschäft um neun Prozent gewachsen. „In Emerging Markets gibt es Bedarf für Enterprise Class IT“, stellt Michael Dell heraus. Nicht allzu glücklich ist er mit einigen Veröffentlichungen in letzter Zeit: „Es gab viele inkorrekte Geschichten über uns und ich hatte nicht die Möglichkeit, das richtig zu stellen.“ Er stellt nun ausdrücklich klar, dass er weiter in das Client-Geschäft investieren wird. „Der PC ist nicht tot, es kommen viele neue PCs.“ Daneben liegt ein großer Fokus auf Tablets.

Auf die Frage nach den Aussichten für das soeben gestartete Betriebssystem Windows 8.1 sagte Michael Dell: „Wir sind fokussiert auf den Geschäftsbereich und dort ist die Migration auf Windows 7 das Thema. Windows RT war ein Fehler, aber Windows 8.1 scheint viel stärker zu sein. Im Commercial Bereich gibt es noch keine große Adoption von Windows 8. Wir kooperieren mit Microsoft und Intel, aber auch anderen und wir setzen auf Linux und Hadoop.“ Der Kunde habe die Wahl, ob er Rechner mit Windows, Android oder Ubuntu verwenden wolle.

Dell setzt vier Punkte als Eckpunkte seiner künftigen Strategie: Transform, connect, inform und protect. Dabei steht die Tranformation zu einer agileren, konvergenten Infrastruktur im Blickpunkt. In Sachen Information speichere Dell mehr TBs als andere Unternehmen. Bei Protect biete Dell umfassende Sicherheit und auch Connect sei ein großer Fokus. „Die Grenzen zwischen Storage, Netzwerk und Server verschmelzen“, betont Dell. „Bei Software haben wir ein erhebliches Portfolio aufgebaut mit 30 Zukäufen und bieten Sicherheit, Backup, Information Management.“

Im Services-Bereich ist die Hälfte der Mitarbeiter beschäftigt: „Wir haben große vertikale Expertise, beherrschen Anwendungen, Outsourcing und Managed Security. Wir schützen tausende der größten Unternehmen der Welt, die kritische Informationen haben.“ In Sachen Konvergenz gebe es eine wachsende Partnerschaft mit Oracle: „Unsere Systemmanagement Werkzeug sind eng mit denen von Oracle verzahnt. Eine Menge Kunden rollen Oracle aus, wir sind aggressiv. Auch mit SAP HANA machen wir eine Menge. Im Dezember stellen wir unseren neuen vier-Socket Server vor, der preisgünstig ist und Höchstleistungen bringt.“