Cisco Intercloud verbindet Wolken

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Die Intercloud von Cisco erlaubt es, Workloads über verschiedene Clouds und Hypervisors zu verschieben, damit Disaster Recovery gewährleisten und gleichzeitig die Schatten-IT in den Griff zu bekommen.

Die Wahl zwischen private, public oder hybrider Cloud ist für IT-Entscheider nicht einfach. Und ein Fehlgriff kann teuer werden. Mark & Spencers, ein Einzelhandelsunternehmen aus Großbritannien, hat die Hälfte der Kunden verloren, weil sie auf die falsche Cloud-Strategie setzten und die Public Cloud verwendeten. Nick Earle SVP ww Cloud and Managed Services bei Cisco sieht für viele Cloud-Anbieter schwarz: „Der Crash kommt in der Public Cloud, nur Microsoft und Google werden überleben. Es gibt ein Rennen bei Preissenkungen, bis hin zu gratis. Unsere Intercloud Strategie ist auf diesen Shake-Out eingestellt. Wir glauben, dass Clouds offen verbunden werden können.“

Hier mehr Flexibilität zu erhalten und zusätzliche Wahlmöglichkeit zu eröffnen, ist der Ansatz der Cisco Intercloud. Viktor Hagen, Cloud Computing Evangelist bei Cisco Deutschland, erklärt: „Die Intercloud bietet Flexibilität, Standardisierung, Compliance und Sicherheit. Ein Unternehmen kann bei einem Ausfall einfach den Cloud-Anbieter wechseln.“

Die Intercloud ist derzeit noch nicht vollständig verfügbar und im Moment in der Ausroll-Phase 1 (controlled Availability). Bisher unterstützt Cisco die Virtualisierungs-Lösungen von VMware. In den nächsten Tagen sollen KVM und Open Stack dazu kommen. „Wir haben die ersten Firmen enabled. Dimension Data und BT sind ready to go und wir können auch mit Amazon und Microsoft Azure. Es gibt noch keine Referenzen in Deutschland dieses Jahr, aber nächstes Jahr werden diese kommen. Das Interesse bei den Kunden ist enorm und auch Cloud Anbieter und Systemhäuser setzen sich damit auseinander“, berichtet Hagen. Die rechtlichen Fragen bei Cloud Brokerage und beim Wechsel eines Anbieters sind teilweise noch ungeklärt: „Der Dialog mit dem Gesetzgeber beginnt im Oktober“, so Hagen.

In technischer Hinsicht ist die Intercloud eine offene Lösung, die verschiedene Hypervisors und Clouds unterstützt und es erlaubt, Workloads zwischen verschiedenen Umgebungen und Anbietern zu bewegen. Die Sicherheit wird gewährleistet, indem die Workloads bei diesen Bewegungen abgekapselt werden. Gleichzeitig stellt Cisco sicher, dass Netzwerk und Workload Policies konsistent eingehalten werden. Die Intercloud erlaubt Administratoren ein einheitliches Cloud-Management.

Die Basis bilden die UCS-Server von Cisco, die in 40.000 Rechenzentren eingesetzt werden, und auf der Storage-Seite die beiden strategischen Partner von Cisco, Netapp und EMC mit den Architekturen Flexpod (Netapp) bzw. VBlock und VSPEX (EMC). Cisco hat mit den beiden konkurrierenden Storage-Anbietern Referenzarchitekturen entworfen, die beide ziehführend sind. Allzu große Konflikte sieht Hagen nicht: „EMC und NetApp bedienen unterschiedliche Kundengruppen.“ Mit EMC hat Cisco zudem gemeinsam mit VMware ein Tochterunternehmen gegründet, nämlich VCE, das bereits einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar vorweisen. Und hier hat Cisco bereits einen kleinen Punktsieg errungen. „VCE VBLock hat sich für die Cisco ACE Architektur erklärt und nicht für VMware. Wir kommen von der Hardware-Seite, VMware von der Software. Es gibt aber keine Dissonanz“, erklärt Hagen. „Das Geheimnis der Cloud liegt in der Konnektivität, aber ein Problem liegt in der Storage, denn man kann nicht alles speichern. Es braucht Datenvirtualisierung um Daten am Rande des Netzwerkes zu halten“, ergänz Earle.

Als Einsatzbereiche für die Intercloud sieht Cisco neben dem Bewegen von Workloads das Entwickeln und Test, die Kapazitätserweiterung, die Kontrolle von Schatten-IT auch die Erholung bei kritischen Ausfällen (Disaster Recovery). „Eine konsistente Policy über Clouds und Rechenzentren hinaus wird mit Intercloud durchgesetzt und das garantiert über alle Clouds“, stellt Earle heraus.

Die Cisco InterCloud gibt es in zwei Varianten, der Buiness Edition und der Provider Edition. In der Business Edition enthalten sind der InterCloud Director und die InterCloud Secure Fabric. Die Provider Edition hat als Zusatzpaket noch dazu die InterCloud Provider Enablement Platform. Die Schnittstellen Cisco InterCloud Cloud APIs stellen die Verbindungen zu Lösungen anderer Hersteller her.

Der InterCloud Director sorgt für das Management von Workloads in hybriden Umgebungen. Er kann virtuelle Services schaffen und verwalten und Policies festlegen und durchsetzen. Unterstützt werden Plattformen wie VMware vSphere und vCloud, Microsoft Hyper-V und System Center Virtual Machine Manager
(SCVMM), OpenStack und CloudStack.
Das Self-Service IT Portal und Service Catalog ermöglicht es, die Fähigkeiten des Directors weiter auszubauen. Die Installation soll laut Cisco in wenigen Stunden möglich sein.

Die Secure Fabric erlaubt zone-basierte Firewalls, VPNs und Routing. Außerdem gibt es Switching-Fähigkeiten wie Zugangskontrolllisten und eine sichere Layer-2-Netzwerkerweiterung. Alle Daten, die bewegt werden, werden kryptographisch verschlüsselt und isoliert. Ein Datagram Transport Layer Security (DTLS) Tunnel sorgt für die Verbindung zwischen Endpunkten. „Die InterCloud Secure Fabric ist ein Nadelöhr, um jeden Cloud Stack sicher in die Cloud zu bringen“, erklärt Earle.

Ein wichtiger Zusatzpunkt ist die Bekämpfung von Schatten-IT. Alle möglichen Cloud-Dienste werden oft von Fachabteilungen ins Unternehmen geschleppt, ohne dass die IT-Abteilung gefragt wird. Der Cisco Cloud Usage Collector kann alle genehmigten und ungenehmigten Clouds aufspüren, deren Verkehrsvolumen feststellen und sie auf Wunsch sperren.

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