SAP will Datenbank-Markt aufrollen

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SAP verfolgt das Ziel, der am schnellsten wachsende Datenbank-Anbieter zu werden. Die Kernprodukte sind dabei HANA und Sybase.

Auf dem SAP Database & Technology Partner Summit in Barcelona stellten die Walldorfer 1200 Teilnehmern, davon über 1000 Partnern, in ihrer bisher größten Partnerveranstaltung ihre Strategie im Datenbank-Segment vor. Sie fußt auf der Echtzeit-Datenbank HANA und den traditionellen Angeboten von Sybase. Die drei großen Platzhirsche bei den Datenbanken, vor allem Oracle, aber auch IBM und Microsoft, sollen frontal attackiert werden.

Laut Chano Fernandez, Head of Innovation Sales SAP EMEA, ist bei Datenbanken das Marktpotenzial sehr groß und wächst um 6 bis 7 Prozent jährlich. Die Walldorfer wollen dabei die Partner zuerst adressieren, dann die Kunden, um Skalierbarkeit zu schaffen. „Wir antworten auf das Feedback der Partner, die mehr über die Strategie und Roadmap wissen wollen. Unsere Mission ist hohes zweistelliges Wachstum. Wir wollen die am schnellsten wachsende Datenbank-Firma werden und dreimal schneller als der Markt wachsen“, betont Fernandez.

In 2012 habe man das bereits geschafft und in 2013 wohl auch. Es sei bereits in erheblichem Umfang gelungen, Kunden von den Wettbewerbern herüberzuholen.
Dabei arbeitet SAP von einer soliden Grundlage aus, denn Sybase war der viertgrößte Datenbankanbieter der Welt, bevor er von SAP übernommen wurde. Die Integration von Sybase auch ins Partnernetzwerk ist mittlerweile abgeschlossen. „Unser spezieller Dank geht an die Sybase Partner. Der Umsatz
mit der ASE Datenbank ist dank den Sybase Partnern stark gewachsen“, erklärt Fernandez. Eine besondere Stärke von Sybase liegt im Mobility-Bereich, wo mehr als 1000 Anwendungen von Partnern entwickelt wurden. Nun sieht Fernandez weiter ein großes Potenzial für den Datenbank-Verkauf bei Partnern, die bisher Sybase nicht im Angebot hatten.

„Bei unseren traditionellen Partnern gibt es viel Interesse an Datenbanken. Sie wollen das Thema verstehen.“ Fernandez räumt ein, dass die Trainingsangebote besser werden und dass noch nicht alle Partner über das Gesamtportfolio Bescheid wissen. Seine Strategie lautet, kein Produkt bleibt zurück, ob HANA, Datenbanken oder Middleware. Bei Middleware gebe es eine riesige Produktbreite, die etwa Prozessorchestrierung ermögliche.

„Beim HANA-Verkauf gibt es noch Gelegenheit zum Zusatzgeschäft. Cross-Sell und Up-Sell ist nötig und muss von den Partnern umgesetzt werden. Data Integration und Daten Services bieten die größten Chancen.“ Mit HP, Dell, Fujitsu, IBM und anderen hat SAP eine Vielzahl strategischer Partner im Datenbank-Umfeld gewonnen. „Vor allem die HP Partnerschaft läuft fantastisch. HP ist ein globaler HANA Partner bei vielen Projekten“, stellt Fernandez heraus. Insgesamt setzen weltweit 2000 Kunden auf HANA, davon sind 300 bereits live und es gibt auch schon einige Referenzen. „Die Kunden nutzen derzeit oft nur Teile, bewegen aber sich zur vollen Suite. Diese
Bewegung wird inkrementell erfolgen, um die Effizienz zu steigern.“ Es sind keineswegs nur Konzerne, die sich mit HANA beschäftigen, auch viele Mittelständler setzen auf die zukunftsträchtige Technologie. In Nordeuropa ist die Nachfrage stark, fast ebenso in UK&I und Deutschland. Afrika setzt auch stark auf neue Technologie. In
Südeuropa wächst SAP im diesem Umfeld zweistellig, aber es gibt noch keine großen HANA Projekte.

Fernandez erwartet, dass die Datenbanken, die im Moment 20 bis 25 Prozent des SAP Umsatzes ausmachen, in wenigen Jahren auf 35 bis 40 Prozent wachsen. „HANA ist die Zukunft. Die Strategie lautet, Partner sind der Schlüssel“, erklärt Fernandez. Die sklalierbare Partner-Strategie mit HANA in vielen verschieden Arten verfolgt das Ziel, Zusatz Anwendungen in Branchen zu bringen.

Steve Birdsall, COO & SVP Global Ecosystems and Channels, führt weiter aus: „Die Marktänderungen zwingen uns zur Innovation. Das können wir nicht alleine machen, wir brauchen unsere Partner.“ Bereits die Hälfte des HANA Geschäftes läuft über Partner. Die Breite des Portfolios umfasst Anwendungen, Analyse, Mobility, Datenbanken/Technologie und Cloud: „Wir sind die zweitgrößte Cloud Company der Welt“, stellt Birdsall heraus. Für die Partner (powered by HANA) gibt es die Möglichkeiten, SAP Lösungen zu verkaufen, Lösungen zu bauen und Services und Implementierung zu bieten.

Die HANA Enterprise Cloud, Managed Cloud as Service bieten unglaubliche Wachstumsmöglichkeiten, so Birdsall. „Unsere Partner sollen uns helfen, die Technologie in den Markt zu bringen. Sie haben die Branchenexpertise.“ SAP intern läuft schon komplett auf HANA: „Wir trinken unseren eigenen Champagner.“ Die SAP Partner in EMEA werden in den nächsten fünf Jahren 70 Milliarden Dollar Umsatz machen (laut IDC).

Den technischen Hintergrund erläuterte Irfan Khan, SVP Big Data SAP und ehemals bis 2010 CTO von Sybase, im Detail: „Es gibt eine große Chance für Innovation. Echtzeit ist nicht neu, aber erfährt eine Optimierung mit HANA. Es ist eine Evolution, die auf Sybase basiert.“ Die anderen Datenbankanbieter verlassen sich auf 25 Jahre alte Produktkerne. HANA ist eine Plattform und eine Reinnovation innerhalb SAP, so Khan. Die nächste Generation der Anwendungen kann auf HANA laufen, aber es schüttet das Kind nicht mit dem Bade aus. HANA ermöglicht ein Echt-Zeit Geschäft ohne Kompromisse.

HANA ist fundamental anders als Wettbewerb, denn es ist nicht nur eine in-Memory Datenbank. Sie unterscheidet sich von Vorgängern durch Caches. SAP hat zusammen mit Intel L1 Cache entwickelt, der die Fähigkeiten der Prozessoren optimal ausnutzt und parallele Instruktionen verarbeiten kann. „Sybase iq hat seit über 15 Jahr Kolonnen Kompression gemacht und diese vereinfachte Kompressionsarchitektur fließt in Hana ein. Ebenso hat Sybase iq die Ladezeiten dramatisch verkürzt. Wir sind nicht die einzigen, Teradata und Greenplum bauen etwas Ähnliches“, erläutert Khan. Im Big Data Umfeld geht SAP aggressiv vor. „Wir haben alle Data Science Spezialisten innerhalb SAP zusammengefasst und wir sind die einzigen, die Big data enabled Anwendungen bauen.“ Ein wichtiges Thema ist auch die Konvergenz zwischen Hana und Hadoop, dies kombiniert sofortige Resultate mit unendlicher Storage. „Hadoop ist das alter Ego von HANA. Dort setzen wir auf eine Kooperation mit Intel und Hortonworks“, stellt Khan heraus.

25 Branchen sind mit bereits mit HANA abgedeckt. 1.000 ISVs entwickeln für HANA. HANA unterstützt das gesamte SAP Ökosystem einschließlich der SMB-Produkte.
HANA ermöglicht laut SAP bei der TCO eine Einsparung von 30 Prozent. Allerdings gibt es auch Platz für traditionelle Angebote: Sybase ASE ist eine Chance für Partner in Kombination mit der Business Suite, wobei HANA als Beschleuniger wirkt. SQL anywhere ist besonders für mobile Apps geeignet und Sybase iq ist weiter das führende Analysewerkzeug. HANA ist eine Anwendungsplattform, die der Harmonisierung dient. Der Sybase Power Designer unterstützt jetzt nicht nur die bisherigen Sybase Produkte, sondern auch HANA. Für Einsteiger in das Thema bietet SAP zusammen mit Amazon eine kostenfreie 30 Tage Lizenz für HANA BW. HANA und Sybase iq ergeben in der Kombination eine Echtzeit Petabyte Computing mit near-line Storage für iq. HANA kann iq Anwendungen beschleunigen. Die Partner sollten sowohl HANA als auch iq verwenden. HANA kann auch mit anderen Datenbanken verbunden werden, etwa von Teradata.

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