Oracle: Wir sind schneller als VMware

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Oracle betont die Vorzüge der hauseigenen Virtualisierungslösung gegenüber VMware Vsphere bei Implementierung und Konfiguration.

Pünktlich zum Start der weltweiten Konferenz VMworld von VMware startet Oracle mit Anti-Werbung. Die Ellison-Company beruft sich auf die Marktforscher der Evalutor Group. Laut deren Ergebnissen kann eine Konfiguration von Oracle Real Application Clusters 11g Release 2 mit Oracle VM Templates in weniger als vier Stunden abgeschlossen werden. Eine ähnliche Konfiguration mit VMware Vsphere 5 nahm dagegen über 40 Stunden in Anspruch.

Im Vergleich bei der Konfiguration einer Oracle E-Business Suite 12.1.1 ließ sich Oracle VM in etwas mehr als zwei Stunden einrichten, währen Vsphere 15 Stunden benötigte.

Oracle betont, dass zur Einrichtung von Oracle VM keine tiefen Kenntnisse zur Installation von Betriebssystemen oder Anwendungen erforderlich seien, ganz im Gegensatz zu VMware, wo oft monatelanges Feintuning erforderlich sei.

Die Einschätzung deutscher Anwender über Oracle VM 3 ist nicht ganz so schmeichelhaft. Die Deutsche Oracle Anwender Gruppe   (DOAG) hat bei Oracles Virtualisierungslösungen gravierende Mängel ausgemacht. „Im Kontext der Hochverfügbarkeit ist das Konzept von Oracle für kleinere virtuelle Umgebungen sogar unwirtschaftlich: Man braucht sechs bis acht physische Maschinen, um ein paar virtuelle Server zu betreiben. Es liegt auf der Hand, dass dies nicht praktikabel ist“, sagt Björn Bröhl, Leiter der Infrastruktur & Middleware Community der DOAG.

Laut Gartner ist die Stärke von Oracle VM zugleich die größte Schwäche: Oracle VM sei für einen Einsatz mit weiteren Oracle-Produkten in einem kompletten Stack konzipiert. Oracle konzentriere sich zu sehr auf eine „Oracle-only“-Strategie. Es sei auch der Grund, weshalb die allgemeine Akzeptanz sehr langsam wachse, obwohl Oracle Anteile innerhalb seines Kundenkreises gewinne.

Ein ähnliches Fazit zieht Dr. Dietmar Neugebauer, Vorstandsvorsitzender der DOAG: „VMWare ist immer noch das Produkt der Wahl für Virtualisierung im deutschsprachigen Raum. Nichtsdestotrotz haben sich Bekanntheitsgrad und Installationsvolumen bei Oracle VM wesentlich verbessert. Jetzt muss Oracle an der Qualität seines Angebots arbeiten“.

In einer Umfrage der DOAG, was das Produkt Oracle VM an sich angeht, ist die Bilanz durchwachsen. 21 % der Befragten nutzt das Produkt in der Version 2 oder 3. Darunter ist knapp die Hälfte (48%) mit dem Produkt zufrieden bis sehr zufrieden. 43 % sind unzufrieden bis sehr unzufrieden. Die Oracle VM-Nutzer wünschen sich eine schnellere Weiterentwicklung des Produktes (26 %) und eine allgemein bessere Qualität des Produktes. Sie vermissen eine Command Line Interface (CLI) und wünschen sich bessere Support-Leistungen in Bezug auf Oracle VM.

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