SAP baut Business Intelligence Angebot aus

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SAP hat sich das Ziel gesetzt, eine Milliarde Nutzer bis 2015 zu erreichen. Die Partner spielen in dieser Strategie eine wichtige Rolle und sollen das Produktangebot der Walldorfer veredeln.

Die beiden Zukäufe von BusinessObjects (BO) und Sybase erweitern die Produktpalette von SAP erheblich. Die Integration von BO ist weitgehend abgeschlossen und wird mit dem Produktlaunch des neuen Releases BusinessObjects Business Intelligence (BI) XI 4.0 untermauert, die von Sybase steht noch am Anfang. Für SAP bedeutet das eine erhebliche Ausweitung der Partnerlandschaft. Es gibt laut Dr. Friedrich Neumeyer, SVP Volume Resellers and Service Partners bei SAP, allein 700 BO-Partner weltweit, davon einige hundert in Deutschland. 45.000 Kunden haben sich für die Business Analytics Lösungen von SAP entschieden, ohne die Einstiegs-Produkte von Crystal Reports mitzuzählen. »Wir haben große Erwartungen an BI XI 4.0, sowohl technologisch als auch bei der Erschließung neuer Anwenderschichten. Das gesamte BI-Thema ist ein Fokusbereich für SAP«, berichtet Neumeyer. Es ist sein erklärtes Ziel, mehr mit Partnern in allen Bereichen zu erreichen und den Partneranteil am Umsatz auf 30 bis 40 Prozent zu steigern. Der gesamte Mittelstand soll vordringlich durch Partner erreicht werden, weil diese näher am Kunden sind. Neumeyer gesteht aber auch ein, dass im Hause SAP noch interne Erziehungsarbeit nötig ist, um dem Sales-Team die Priorität des indirekten Vertriebes zu vermitteln.

Friedrich Neumeyer, SVP Volume Resellers and Service Partners bei SAP

Ein Partner, der schon eine langjährige Kompetenz mit BO-Produkten erworben hat, ist Windhoff Software Services. Windhoff hat in diesem Monat seine Business Intelligence Konferenz schon zum 8. Mal veranstaltet und konnte dazu 90 Teilnehmer begrüßen. »Wir freuen uns über das Interesse«, betont Norbert Sundermann, Geschäftsführer von Windhoff. Das Systemhaus fokussiert sich auf die Branchen Finanz, Fertigung und Handel. Der zentrale Punkt in der Unternehmensstrategie von Windhoff ist laut Sundermann der Fokus ausschließlich auf SAP. Sundermann betont, es sei mit BI XI 4.0 nun möglich, Mehrwerte zu generieren, indem nicht nur Vergangenheits-Reporting betrieben wird, sondern Planung für die Zukunft. BI XI 4.0 ist zwar noch im Ramp-up, Windhoff ist dabei aber schon ein halbes Jahr einbezogen. Sundermann lobt die Offenheit von SAP: »Unsere Möglichkeiten sind verbessert gegenüber der Zeit, als BO noch ein eigenes Unternehmen war. Damals war der Technologiezugang schwerer.«

Ein wichtiges neues Thema, das die Möglichkeiten von Unternehmens-Software erweitert, ist der Bereich Mobility, bei dem SAP von der Kompetenz von Sybase profitieren kann. Zwar hat die Partnerintegration von Sybase noch nicht richtig begonnen, aber die Technologie ist bewährt und bietet einfachere Möglichkeiten zur Einbindung mobiler Geräte. Neumeyer betont, bei den mobilen Analytics Lösung sei der Apple iPad jetzt integriert, aber er werde nicht das einziges Gerät bleiben. Auch Unterstützung für das Blackberry Playbook ist in Kürze von SAP zu erwarten. Die Sybase-Technologie wird laut Neumeyer zusätzliche Impulse geben, gerade für Mobilty, denn der Datenbank-Hersteller ist stark im Analytics Bereich. Auch Windhoff beschäftigt sich schon mit Sybase, ist aber noch nicht so weit, es auch beim Kunden anzubieten.

Jörg Diekkämper, SAP Mobility, sieht die vierte Welle des Enterprise Computing heraufziehen, weil Mobility 2.0 zur Transformation des Business führt. »Apple hat mit iPhone und iPad die Unternehmenswelt verändert und Research in Motion und Android werden nachziehen.« Die Sybase unwired Platform erlaubt es SAP, on Device zu streamen, also Informationen direkt an die Geräte zu senden. Dies funktioniert auf etlichen Geräten, nicht nur Tablets und Handys, auch etwa intelligente Stromzähler. Die Afaria-App übernimmt die Security auf dem Client und kann zentral administriert werden.

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