RIM setzt auf Super-Apps

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Research in Motion (RiM) vermarktet seine Blackberry-Smartphones bekanntermaßen nicht als Stand-alone-Geräte, sondern sieht den Vorteil in Verbindung mit seiner Server-Plattform. Auf dem Blackberry Innovation Forum in Berlin präsentierten Ende November zahlreiche Partner ihre Lösungen für den Unternehmenseinsatz. Und künftige Kunden konnten sich bei derzeitigen Kunden über alltagstaugliche Anwendungen informieren.

Erfolgsfaktor Smartphone-App

Wie die Mitbewerber will auch RIM künftig noch stärker auf Apps für seine Smartphones konzentrieren. Die neuen, »Super Apps« getauften mobilen Anwendungen sind genau auf die Blackberry-Plattform zugeschnitten. In der App-World für Blackberry sind derzeit über 10.000 Applikationen verfügbar; laut dem kanadischen Hersteller werden täglich über 1,5 Millionen Apps heruntergeladen.

Auf dem diesjährigen Blackberry Innovation Forum zeigten die Alliance Partner ihre Lösungen für den Einsatz in Unternehmen. Und derzeitige Kunden von Blackberry zeigten in Best-Practice-Berichten die Vorteile ihrer Anwendungen im Arbeitsalltag. Vorgestellt wurden auch die neuen Features des BlackBerry Enterprise Server 5.0, der laut RIM nun »leistungsfähiger und flexibler denn je« sein soll. Die Plattform ist skalierbar und bietet eine Vielzahl von Management-Funktionen sowie ein hohes Sicherheitsniveau. Erst kürzlich hatte RIM den neuen BlackBerry Enterprise Server Express vorgestellt, der Intergrationsmöglichkeiten für KMUs und neue APIs für Entwickler enthält.

Mehr als 2.000 Partner und 300.000 Entwickler

RIM hat ein mehrstufiges Partner-Modell für seine aktuell über 2.000 Alliance Member etabliert. Darunter sind circa 575 Netzbetreiber und Distributions-Partner in weltweit 175 Ländern. Das Blackberry-Entwicklungsnetzwerk zählt derzeit 300.000 registrierte Entwickler, im Jahr 2008 waren es noch 140.000 Entwickler. Die Anbieter von Blackberry-Lösungen können dadurch immer besser vorhandene Synergien ausschöpfen.

Das Netzwerk von RIM besteht aus Solution Providers, ISVs und Systemintegratoren.

Das Konzept der »Super Apps« für Blackberry will RIM in den nächsten Jahren ausbauen. Neben einem »Always on«-Erlebnis lassen sich sowohl Standardapplikationen als auch Apps von Drittanbietern integrieren. Darüber hinaus bieten diese einen proaktiven Informationsfluss durch Mitteilungen und die Multi-Kanal-Fähigkeit mit im Hintergrund laufenden Apps. Schnittstellen für Kontext-basierte Einbettung existieren für Inbox, PIM, Kamera, Telefon und ähnlichem, ebenso lassen sich Location Based Services und Karten integrieren.

Die Funktionen der neuen »Super Apps« im Überblick:

– direkter Start der App mit aktuellem Kontext aus der Inbox
– App ergänzt automatisch Kalender und Adressbuch (zum  Beispiel eine Hotelbuchung)
– App informiert automatisch über eine Aktion (zum Beispiel auf einer Auktionsplattform)
– App erkennt außergewöhnlichen Standortwechsel und meldet dies
– App kann im Hintergrund Inhalte herunterladen

RIM vernachlässigt natürlich nicht unternehmenskritische Anwendungen, als Enterprise-Applikationen sind derzeit verfügbar:

–    SAP-Applikation für BlackBerry
–    CRM-Lösungen für BlackBerry, unter anderem Microsoft Dynamics, Salesforce, Oracle Siebel
–    IT-Managment-Anwendungen, unter anderem VNC, Screen-capture
–    Präsentationstechnik wie WebEx und BlackBerry Presenter
–    Diktiersoftware und diverse Aufzeichnungslösungen

Noch nicht zu sehen war der bereits angekündigte Tablet-PC Playbook. Hierzu zeigte RIM auf dem Innovation Forum nur ein virtuelles Modell. Der iPad-Konkurrent soll Anfang nächsten Jahres auf dem US-amerikanischen Markt eingeführt werden, im zweiten Quartal dann auch auf dem europäischen Markt.

Auf dem Blackberry Innovation Forum präsentierte das Management von Research in Motion beeindruckende Zahlen. (Bild: Hotwire)

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