AP AG wächst »gegen den Trend«

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Der Karlsruher ERP II-Hersteller will mit einer neuen Strategie im mittelständischen Markt ganz oben mitmischen. Mit der Asseco-Gruppe, einem der größten börsennotierten Informationstechnologie-Unternehmen Europas als Partner will das Software-Haus Synergie-Effekte nutzen, namentlich Shared Services, Cross-Selling und das Partner- und Supportnetz.

Im Jahr 2007 hatte die Asseco-Gruppe rund 80 Prozent der Aktienanteile an der AP AG erworben. Seit 2009 hält sie hundert Prozent der Anteile. Das Unternehmen, das europaweit tätig ist und dessen Kundenbasis extrem breit aufgestellt ist, hat durch Zukäufe seine Marktposition in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Mittlerweile ist die Software-Schmiede in 15 europäischen Ländern vertreten, beschäftigt etwa 8000 Mitarbeiter und verzeichnete im Geschäftjahr 2008/2009 einen Umsatz von 790 Millionen Euro bei einer Marktkapitalisierung von rund einer Milliarde Euro. »Langfristige Verträge, Kostenflexibilität und eine kontinuierliche Ausweitung des Leistungs- und Warenangebots haben uns entscheidende Wettbewerbsvorteile gebracht«, erklärt Asseco-Aufsichtsratsvorsitzender Jacek Duch. »Die AP AG spielt mit ihrer Lösung APplus dabei eine ganz entscheidende Rolle für uns. Es ist das strategische Zukunftsprodukt innerhalb der Asseco-Gruppe, und das wird für die nächsten zehn Jahre und darüber hinaus so bleiben.«

AP-Vorstandsvorsitzender Markus Haller, der seit Mai dieses Jahres zusammen mit Holger Nawratil die Geschicke des Unternehmens leitet, sieht trotz Wirtschaftskrise gute Bedingungen für ein kräftiges Wachstum. Mit der Standardlösung APplus, die hauptsächlich mittelständische Maschinen- und Anlagenbauer, Dienstleister, technische Großhändler und Fahrzeugbauer adressiert, will Haller jährlich 70 bis 100 Kunden gewinnen und das Vertriebsnetz ausbauen. »Bislang ist die AP AG im DACH-Raum mit fünf eigenen Niederlassungen und 25 Partnern vertreten«, erläutert Haller. »Für 2010 streben wir den Ausbau des Partnernetzes auf 50 Partner an.«

Der ERP II-Hersteller sieht seine Vorteile insbesondere in seiner Produktstrategie. Definierte Prozesse sollen eine leichte und effiziente Projekteinführung ermöglichen. »Die Projektlaufzeit beträgt im Durchschnitt zwischen sechs und zwölf Monaten«, sagt Technik-Chef Nawratil. Damit sehen die Karlsruher den entscheidenden Stich gegenüber Marktprimus SAP. »Gemeinsam mit Partnern haben wir spezifische Pakete geschnürt, die branchenspezifische Prozesse umfänglich abdecken.« Dazu verfügt APplus über individuell abstimmbare Cockpits und eine hohe Skalierbarkeit bezüglich der Anzahl der Benutzer und Standorte. Basierend auf Web Services, HTML und ASP unterstütze APplus per Design neben einer webbasierten Lösung auch Software as a Service. »Auch wenn das On-demand-Modell bei den Anwendern noch nicht richtig zieht, ist diese Option mit unserem Produkt möglich«, erläutert Nawratil. »Beste Voraussetzungen für Cloud Computing sind damit geschaffen.« Bei der Systemarchitektur setzt AP auf die Microsoft Datenbank MS SQL. Die Integration anderer Datenbank-Hersteller ist jederzeit möglich.

Dass zurzeit sehr viel Bewegung im ERP-Markt herrscht, ist ein Indiz dafür, dass der Bedarf an innovativen Lösungen für den Mittelstand bei weitem noch nicht gedeckt ist.

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