Internetportal hilft Behörden beim Computer-Kauf

Strategie

Wenn Behörden, Ämter und Ministerien moderne Technik einkaufen, müssen sie auf komplizierte Regeln achten.

Europäisches und deutsches Recht verbieten bei öffentlichen Ausschreibungen zum Beispiel die Nennung von Markennamen. Bei der Bestellung von Informations- und Kommunikationstechnik ist das besonders knifflig, da hier oft bestimmte Marken gesucht werden.

Eine Lösung bietet das neue Onlineportal www.ITK-Beschaffung.de, das nun in Berlin von Öffentlicher Hand und Bitkom gemeinsam gestartet wurde. In dem Portal sollen Einkäufer “stets verlässliche, verständliche und aktuelle Informationen für die produktneutrale Beschaffung von Informations- und Kommunikationstechnik” finden, so das erklärte Ziel. Nicht nur die Verwaltung, auch Einkäufer aus Unternehmen und privaten Institutionen können sich hier informieren. „Dieses zukunftsweisende Projekt erleichtert den Einkauf von Informations- und Kommunikationssystemen enorm“, sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. „Außerdem bringt es juristische Sicherheit für die Beschaffer.“

Beschaffung auf höchster Ebene

Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative des Beschaffungsamtes des Bundesinnenministeriums und des Hightech-Verbands BITKOM. Als gleichberechtigte Partner beteiligt sind das Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr sowie das Umweltbundesamt (UBA). Zunächst hilft die Internetseite bei der Beschaffung von Desktop-PCs. Das Angebot wird in Kürze ausgebaut, folgen sollen Notebooks, Server und Multifunktionsgeräte.

„Für die Einkäufer der öffentlichen Hand ist dieses Internetangebot eine große Hilfe“, so Roderich Egeler, Direktor des Beschaffungsamtes des Bundesinnenministeriums. „Wir erwarten eine größere Zahl von Angeboten auf unsere Ausschreibungen. Das Portal fördert also den Wettbewerb und sorgt so für Einsparungen. Wir können das Geld der Steuerzahler dadurch effizienter einsetzen.“

Immer wichtiger bei der Ausschreibung von ITK-Produkten ist auch deren Umweltverträglichkeit. Das Portal berücksichtigt daher Aspekte wie niedrigen Energieverbrauch, einfache Wiederverwertbarkeit der Geräte oder geringe Lärmemissionen während des Betriebs. „Die Beschaffung energiesparender PCs durch die öffentliche Hand ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz – und spart Kosten“, sagt der Präsident des Umweltbundesamtes Prof. Dr. Andreas Troge. „Zusätzlich lassen sich mit umweltgerechten PCs die Lärm- und andere Gesundheitsbelastungen am Arbeitsplatz reduzieren.“