Kleines Notebook, gutes Notebook – wirklich?

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Notebook-Hersteller verblüffen mit immer kleineren Geräten. Doch wann ist die Grenze auch beim Käufer erreicht? Vielleicht schon jetzt?

Derzeit verblüffen Notebook-Hersteller die Kunden mit immer kleineren Geräten. Kaum jemand hätte je an solche Größenordnungen geglaubt. Doch je klitzekleiner die Dinger werden, desto stürmischer erobern sie den Markt. Noch verkaufen sie sich wahnsinnig gut. Aber wann ist die Grenze erreicht? Vielleicht schon jetzt?

Produzenten wie Fujitsu, Asus, Gigabyte und Dell scheinen die Sache auf die Spitze treiben zu wollen, sowohl was die Größe als auch die Funktionalität ihrer Notebooks betrifft. Asus war mit seinem EeePC der Vorreiter für eine Reihe von immer kleineren Mini-Notebooks und kündigte gerade erst wieder ein neues Modell an. Der Eee 1000, der mit einem 10-Zoll-Display und einer nochmals um fast 10 Prozent kleineren Tastatur auskommt, unterbietet größenmäßig alles bisher Dagewesene.

Gigabyte hat sich in die Riege der Asus-Konkurrenten eingereiht und versucht, sich mit seinem lautstark propagierten Mini-Notebook M912 am Markt zu etablieren. Punkten will man mit einem besonderen Highlight: Der 8,9-Zoll-Touchscreen des M912 ist drehbar und lässt sich auch als Tablet-PC nutzen. Auch Dell möchte nicht mit leeren Händen dastehen. Der “Mini-Inspirion” verfügt ebenfalls über ein 8,9 Zoll kleines Display.
Was Leistung und Features angeht, stehen sich die drei in nichts nach. Alle kosten zwischen 250 und 300 Euro, alle laufen mit Intels Atom-Prozessor und alle verfügen über Touchpad und Tastatur.

Was aufhorchen lässt: Die drei Mini-Notebooks bieten Linux als Betriebssystem an. Die Frage für VARs wird sein, wie nützlich diese neuen Marktstürmer tatsächlich sind. Technische Wunder sind sie allemal und für den mobilen Nutzer sicherlich eine Steigerung der Bequemlichkeit, doch einiges gibt auch zu denken. Die kleinere Tastatur und der kleine niedrig-auflösende Bildschirm werden in der täglichen Praxis nicht unbedingt jedem gefallen, und die magere Systemleistung könnte ebenfalls zum Problem werden. So ist auch klar, dass Linux auf den Mini-Notebooks nur deshalb das bevorzugte Betriebssystem ist, weil die Leistung für einen schnellen und reibungslosen Betrieb unter Windows Vista nicht ausreicht.

Nachdem ich mit einigen dieser Mini-Geräte eine Weile experimentiert habe, komme ich allmählich zu dem Schluss, dass sie nur einen Nischenmarkt werden bedienen können. Notebook-Hersteller sollten sich lieber auf schlanke und leichte Notebooks mit konventioneller Bildschirmgröße und leistungsfähigen Prozessoren konzentrieren – zumindest wegen der ohnehin mageren Margen im Notebook-Segment.

Was glauben Sie? Werden Sie Mini-Notebooks anbieten und damit Kunden anlocken können? Ihre Meinung interessiert uns.

Frank Ohlhorst, eWeek