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Oracle führt neue SPARC Server ein

Oracle hat am 9. April in Frankfurt den Startschuss für die neue Generation der SPARC Server T5 und M5 gegeben. Der Hersteller reklamiert damit für sich die technologische Führung im Unix-Markt.

von Dr. Jakob Jung 0


Seit Oracle vor drei Jahren Sun übernommen hat, gab es lange Zeit eine Verunsicherung bei den Kunden. Damit soll jetzt Schluss sein und Oracle beansprucht mit der neuen Generation der SPARC Server T5 und M5 die Krone unter den Unix-Servern für sich. Armin Müller, VP Hardware Sales Northern Europe bei Oracle, betont, mit den SPARC Servern habe man an einem Tag 17 Weltrekorde geholt. „Wir haben massiv investiert und Dinge wahr gemacht und das in der vorausgesehenen Geschwindigkeit. Wir haben den schnellsten Prozessor der Welt. Mit T5 blasen wir alles weg, was am Markt ist. Wir schützen Solaris und entwickeln es weiter. Solaris ist das beste UNIX am Markt.“

Der Hardware-Veteran Rick Hetherington, VP Hardware Development bei Oracle, erklärt: “Eine große Zukunft liegt vor uns.“ Der T5 ist viermal schneller als der Vorgänger T4 und bietet jetzt mit 16 Cores doppelt so viele Kerne. Die Speicherbandbreite ist fünfmal so groß. Hetherington betont die von Larry Ellison vorgegebene Verpflichtung, in jeder Generation 100 Prozent Verbesserung zu erreichen. Bei IBM seien es nur 30 bis 50 Prozent. In Zukunft wird Oracle bei der Server-Entwicklung den Fokus auf Datenbank und Java-Beschleunigung, Anwendungs Data Protection und Datenkompression legen. Der Microprozessor wird 2014 Range für scan und search. „Wir haben Mid Range und High End neu definiert“, sagt Hetherington.

Als Produkte für die Mid Range werden der T5-2, T5-4, T5-8 positioniert, mit zwei, vier bzw. acht Sockeln. Für das High-end gibt es die M5-16, M5-32 mit 16 respektive 32 Sockeln. „Der SPARC T5-8 ist schneller als IBM der Power 780 Server, und zwar dreimal schneller bei Anwendungen, viermal so viel Threads und bietet bis zu viermal so hohe Speicherkapazität. Der T5-8 ist der schnellste Einzelserver für die Datenbank. Dabei kostet der T5 nur einen Bruchteil des IBM Systems. Die Kosten pro Server liegen beim T5-8 bei 270.000 Dollar, bei IBM bei 1,9 Millionen Dollar,“ erklärt Hetherington. „Der M5-32 schlägt den IBM Power 795 sogar um den Faktor Acht. Er skaliert nur mit Solaris. Wir haben den Design Fokus geändert.“ Der M5 sei ein großer Sprung für das High End.

Solaris ist ausgelegt für missionskritische Anwendungen. Das Betriebssystem ist selbstheilend und sorgt für maximale Ausnutzung der Ressourcen. Das wird gewährleistet durch die Co-Entwicklung zwischen der Oracle Server und der Solaris Mannschaft. Die existierenden Anwendungen laufen einfach weiter.
Die T4 Server werden zu Einstiegslösungen degradiert.

Bernhard Przywara, Sales Development Manager bei Oracle, erklärt, die Strategie gehe nach vorne und die Integration zwischen Software und Hardware biete den größten Mehrwert. SPARC Systeme sind die verlässlichsten. „Wir wollen einen integrierten SW/HW Stack, aber bleiben den Standards verpflichtet. Wir haben nicht nur bei Oracle SW Rekorde erzielt, auch bei SAP und anderen.“ Die SPARC Server bieten die beste Kosteneffizienz. Die Systeme sind Cloud-geeignet: „Es geht auch on-Premise, aber der Betrieb muss einfach sein. Wir brauchen innovative Systeme.“

2000 Ingenieure arbeiten an SPARC, 1500 an Solaris. „Auch die Datenbank-Jungs und Apps-Kollegen sind in die Entwicklung integriert. Seit wir die Fünf-Jahres-Roadmap vorgestellt haben, haben wir geliefert. Mit Solaris 11.1 und der demnächst erscheinenden Datenbank-Version werden wir eine massive Abfolge von Innovationen sehen.“ Die Software im Silicon wird durch Hardware unterstützt. Auch der T4 lebt weiter und der T5 hat in etwa den gleichen Stromverbrauch.

Virtualisierung wird über die gesamte Familie eingeführt, die eingebaute Verschlüsselung ist ebenso durchgehend. „Die Ver- und Entschlüsselung erfolgt durch Hardware. Wir sind dem Mitbewerb um Jahre voraus.“ Es gibt jetzt Redudanzen im Server selbst, das beugt Ausfällen vor. Die SPARC Virtualisierungsinfrastruktur wird ermöglicht ohne Zusatzkosten. Solaris 10 und 11 werden unterstützt. „Die TCO ist ein entscheidender Vorteil. Andere Firmen wollen Geld für Betriebssystem und Virtualisierung, bei uns ist es mit dabei. Wir haben vorgetestete Lösungen als Blue-Print in Optimized Solutions entwickelt und die Kunden können diese als Vorlage nutzen.“ Przywara sieht auch einen großen Vorteil bei Support, gibt aber zu: „Die Support-Gebühr von zwölf Prozent bei HW/SW macht manchmal Bauchschmerzen bei den Kunden. Bei den Wettbewerbern wird es separat berechnet. Machen Sie eine TCO auf und sehen Sie, wer letztendlich günstiger ist. Viele abgesprungene Solaris-Kunden kommen wieder, weil es das schnellste Betriebssystem ist und einen enormen Kostenvorteil bietet“.

Nicht nur Oracle selbst bietet neue SPARC Server, auch der langjährige Entwicklungspartner Fujitsu stellt seine neuen M10 Systeme vor. Rolf Kersten Director Hardware Product Management bei Oracle, verkündet. „Wir bieten ab heute vier modernisierte Produktlinien. Die M-Klasse ist neu revolutioniert durch die M5 und die Fujitsu M10.“ Neu sind Fujitsu M10-1, M10-4, M10-4S (mit einem oder vier Sockeln). Die Fujitsu Systeme sind bei Oracle und allen deutschen Oracle Systemhaus-Partnern erhältlich. Die SPARC-Partnerschaft zwischen Fujistu und Sun besteht schon seit 20 Jahren. Die neuen Systeme sind 100 Prozent binärkompatibel zwischen Fujitsu und Oracle. Fujitsu hat jetzt nicht mehr nur Solaris, sondern auch Oracle Virtualisierung und Op Center lizenziert. Die M10-4S kann mit anderen Building Blocks zu einem System fusioniert werden und skaliert dann bis zu 64 Sockeln. Die Fujitsu CPU Aktivierung wird auch bei kleinen Systemen unterstützt und ermöglicht Kapazität on Demand. Eine Abwärtskompatibilität bis Solaris 8 ist gewährleistet. Alle vier Produktlinien basieren auf Oracle VM. „Für die M-10 Serie lizenzieren Sie Prozessoren. Support kaufen sie über die normalen Kanäle und Oracle erbringt ihn.“ Die Unterschiede zwischen M5 und M10 liegen im Detail.

Die SPARC M5-Server bieten eine missionskritische Architektur mit mehr on-Chip Cache von 48 MB zusätzlicher Turbo, bis zu 192 Kernen, die alle auf 3,6 Ghz getaktet sind. M5 Systeme sind optimiert für große Workloads wie In-Memory Computing. Standard-Speicher wird verwendet, dadurch gibt es keinen Aufpreis. Bis zu 32 interne Platten können eingebaut werden (normale oder SSD). Es ist möglich, verschiedene Server-Generationen in einem Chassis zu nutzen. Der Mehrwert liegt in der Flexibilität. Die M5-32 lässt sich als in-Memory Maschine nutzen, erstmals sind damit neue Einsatzszenarien möglich. Eine fast lineare Skalierbarkeit mit Solaris ist gewährleistet. „Die M5-32 bietet im Vergleich zum Wettbewerb ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis mit Dynamik im laufenden Betrieb und Standard Virtualisierung. M5 ist die Heirat aus klassischem High End und der Flexibilität eines Hypervisor-basierten System.“

Detlef Drewanz, Principal Sales Consultant bei Oracle sieht die Vorteile des Red Stack (alle Produkte aus dem Hause Oracle) in der engen Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens: „Solaris ist die beste Plattform für Oracle Software. Es gibt erste Ergebnisse der Integrationsstrategie
Solaris 11 ist gebaut für die Enterprise Cloud. Irgendwann geht Hardware kaputt, wir haben eine Früherkennung mit dem Fault Management System.“ Neu im Betriebssystem ist zero-overhead Virtualisierung, delegierte Administration, intelligente Provisionierung und eingebautes Daten Management.“ Die Cluster Version ist sofort verfügbar. Solaris 11 kann über 1500 Threads verwalten und funktioniert unter Höchstlast. Das
komplette Memory Management ist überarbeitet. „Datenbanken benötigen große Mengen an Shared Memory, wir haben die Speicherverwaltung darauf abgestellt.“ Software in Silicon enthält Verschlüsselung, sowie Datenbanken und Java Beschleunigung. Eine Bandbreite von 1000GB/s ist möglich. Das Betriebssystem kann mit dem Scheduler Strom sparen. Die Datenbank ist auf Solaris 11.1 optimiert. RAC Datenbanken skalieren dadurch besser, es gibt eine Optimierung im Shared Memory. Solaris ist auch für Java optimiert und skaliert bis zu hunderten von TBs mit einer niedrigeren Speicherlatenz.
Solaris treibt die Engineered Systems (Exadata &Co.). Weiter ausgebaut wird die Cloud Fähigkeit. „Es ist das erste Cloud Betriebssystem, zuverlässig und sicher.“

Pavel Honzek Solution Architect, stellt das Oracle Angebot zur Netzwerkvirtualisierung vor: „Große Speichermengen zu übertragen ist mit klassischen Netzwerkarchitekturen kaum mehr möglich.“ Netzwerke müssen offen, agil, flexibel und einfach sein. Bei Oracle müssen die Server nur einmal verkabelt werden, dann erfolgt die Anpassung über Software. Das Oracle Virtual Networking kann I/O Tunnel besser ausnutzen. Als Beispiel führt Honzek an: „Ein Unternehmen brauchte für Provisionierung 200 Stunden, jetzt sind es mit unserer Technologie zwei Stunden.“ Der I/O Strom wird auf der Backpane gehalten, was eine bessere Ausnutzung der I/O Kapazität ermöglicht. „Wir können den kompletten Stack virtualisieren, alles ist software-definiert. Wir fassen die physikalischen Systeme nicht an, sondern verklinken uns auf das Fabric (Infiniband). Die Kosten liegen nur bei der Hälfte von Cisco UCS Systemen. Unsere Systeme sind bei mehreren hundert Kunden im Einsatz. Wir binden die physikalischen Server über Infiniband an, demnächst mit 200 GB. Wir reduzieren die Fiber Channel Komponenten um über 90 Prozent.“

Es gibt vier Produkte, nämlich Oracle Fabric Interconnect, Oracle Fabric Manager, Oracle SDN und den Oracle Fabric Monitor (als Plug-In für den Fabric Manager). Letzterer kann die Lastwerte korrelieren. Oracle SDN läuft innerhalb der Hardware und kann den Ablauf über die Backpane sicherstellen, die Netzwerke sind physikalisch getrennt. Die Fabric liefert über Backpane 3,2 TB. Weiteres Entwicklungsziel ist eine bessere Integrationsstrategie mit den engineered Systems.

Olaf von der Weide, Sales Development Manager bei Oracle, stellt die Sun ZFS Storage vor: „Die T5 treibt den Storage-Bedarf. Der Mittelstand will 24/7 Verfügbarkeit.“ Oracle will die Komplexität bei Storage herausnehmen. Die ZFS Storage Appliance ist nicht mehr nur für NAS gemacht. 2 TB Cache im System sind möglich. Die hybrid Storage unterstützt neue Server und ist optimiert für Oracle SW. „Der red stack vereinfacht Kunden das Leben.“ Die Sun ZFS sorgt für hohen Durchsatz und kann über den Enterprise Manager einheitlich verwaltet werden. Es gibt ein Plug-In für Engineered Systeme. Die Sun ZFS ist das einzige Storage System, das Solaris Cluster unterstützt. Ein stromlinienförmiger Datenbankenzugang ermöglicht bis zu fünffache Kompression der Datenbanken, snapshot und cloning sind einfach. „Die Tools sind für DBAs gemacht, der DBA sollte den Storage managen. Das I/O Verhalten ist auf Datenbanken abgestimmt.“ Über 1000 VMs können adressiert werden durch den hybrid Storage Pool. „Im Mittelstand gibt es oft Zoos von Storage Systemen, das macht Probleme bei der Verwaltung. Es gibt keine schnellere Datenbanken als auf Oracle Systemen.“


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