Cloud-basierte Videoüberwachung und Zutrittskontrolle sind die Zukunft physischer Sicherheit

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Cloud-basierte Zutrittskontrolle und Videoüberwachung haben durch die Corona-Krise einen kräftigen Schub bekommen. Zutrittssteuerung aus der Ferne wieder auf einmal viel wichtiger. Es scheint fast so, als ob die Pandemie den Takt angibt bei der Sicherheits-Strategie, und nicht der Unternehmenschef oder der Sicherheitsbeauftragte.

Rodrigue Zbinden, CEO Morphean SA erklärt in einem Gastbeitrag, dass Gehostete physische Sicherheit langfristig von Vorteil ist:

Als der Corona-Lockdown ab Mitte März Deutschland erfasste, mussten ganze Belegschaften zuhause bleiben oder von zuhause arbeiten – Krankenhäuser und Pflegeheime beschränkten den Zugang. Ab Mai konnten Mitarbeiter nach und nach ihre Unternehmen zurückkehren, mussten aber strikten Gesundheits- und Sicherheitsauflagen befolgen, während Einzelhandelsgeschäfte nur eine sorgfältig kontrollierte Zahl an Kunden einlassen durften.

Plötzlich gewannen cloudbasierte Systeme an Relevanz. Cloud-fähige Zutrittskontroll-Systeme ermöglichen das Remote-Management mit mobilen Endgeräten. Damit erlangt man umfassende Kontrolle darüber, welche Mitarbeiter wann ins Unternehmen, Krankenhaus oder Pflegeheim dürfen. Genauso erlauben es diese Systeme die Anzahl der Kunden in einem Geschäft zu erfassen und zu regeln – oder sogar die Temperatur zu messen, um Einlass zu gewähren oder zu verwehren. Betriebs- und Sicherheitsmanager müssen nicht mehr vor Ort sein, da dies alles ferngesteuert werden kann.

Das Covid-19 Corona-Virus hat damit nicht nur dazu beigetragen, dass cloudbasierte Videokonferenzsysteme in Europa und weltweit plötzlich allgegenwärtig waren. Die wöchentlichen Downloads von Mobile Apps für solche Lösungen ist denn auch – verglichen zur Vor-Corona-Zeit um 90 Prozent[1] gestiegen. Das Virus hat einen enormen Digitalisierungsschub mit sich gebracht.

Auch bis dahin skeptische Anbieter und Installateure – angesichts empfundener Gefährdungen durch Cloud-basierte Systeme – sehen jetzt den Nutzen. Die Anbieter physischer Sicherheitstechnologie, die bisher klar den Fokus auf traditionelle Überwachungskameras und Zutrittskontrolle legten, beginnen jetzt zu realisieren, dass ihnen Cloud-basierte Lösungen durch ihre Flexibilität und Skalierbarkeit das Leben leichter machen können. Die Welt hat sich verändert. Selbst wenn sie nach und nach aus der Pandemie herauskommt, werden verstärkte Anforderungen an Zutrittskontrolle und Videoüberwachung bleiben, ergänzt um zusätzliche Anforderungen in Hinblick auf Gesundheit und Sicherheit.

Entscheider in Unternehmen stehen vor der Aufgabe, aus dem Erlebten die richtigen Schlüsse zu ziehen. Es geht jetzt darum, die Kostensituation zu verbessern und flexibler zu werden, um auf die Herausforderungen der neuen Situation schneller und angemessen reagieren zu können.

In Zukunft erfolgt die Videoüberwachung und Zutrittskontrolle über die Cloud. Um alle Komponenten der Schließ- und Zutritts-, aber auch der Überwachungssysteme effizient und flexibel vernetzen zu können, bedarf daher cloudbasierter Lösungen. Sie verbinden Videoüberwachung (Video Surveillance as-a-Service, VSaaS) und Zutrittskontrolle (Access Control as-a-Service, ACaaS) im Servicemodell. Kameras, elektronische Identmedien, digitale Zylinder und Beschläge werden alle als IoT-Geräte in das Netzwerk integriert und über die Cloud gesteuert. Gerade in der Phase des Lockdowns hat es sich als sehr hilfreich erwiesen, individuelle und zeitlich definierte Zutrittsrechte zu vergeben und Schließvorgänge lückenlos zu protokollieren. Die IoT-

Geräte aktualisieren zudem die Sicherheitssysteme und bilde einen wichtigen Bestandteil jeder modernen Digitalstrategie. Optimierungen bei der Sicherheit schaffen einen Mehrwert, mittelfristig, was die Kosten betrifft und unmittelbar, was Flexibilität und Sicherheit betrifft. Die Kombination aus vernetzen und Kameras und smarter Zutrittskontrolle macht aber den besonderen Nutzen aus. Integrierte Analysesysteme beziehen aus beiden Geräten Daten, die zur Entscheidungsfindung und Automatisierung geschäftlicher Abläufe einen Beitrag leisten. Schlüsselloses Schließen und kontaktlose Zutrittskontrolle ermöglichen berührungsfreien Zugang zu Gebäuden; Tools zur Messung der Kundenfrequenz helfen dem Einzelhandel, die strikten staatlichen Social-Distancing-Richtlinien zu befolgen.

Das ist ein flexibles Geschäftsmodell mit wiederkehrenden Umsätzen. Der Endkunde hat in der Corona-Krise ebenfalls gelernt, dass solche, von einem externen zertifizierten Cloud-Security-Dienstleister gehosteten Lösungen, unabhängig von festen IT-Infrastrukturen und Personal vor Ort bedient werden können. Das Aufrechthalten des Betriebes und seiner Sicherheit ist viel schneller zu organisieren, weil zusätzliche IT-Ressourcen über die Cloud und Personal über den Dienstleister bereitgestellt werden, ohne in längerfristige Anlagegüter investieren zu müssen. Die Dienstleistung wird einfach monatlich als Teil der Betriebskosten abgerechnet.

Die Sicherheitsbranche sollte jetzt darum umso stärker auf dieses in anderen Branchen schon sehr erfolgreich verwendete Cloud-Modell setzen. Installateure und Integratoren verkaufen meist noch Geräte mit engen Margen. Zur Finanzierung neuer Geräte stützen sie sich häufig auf die Anbieter, mit denen sie den Verkauf bestimmter Systeme vereinbart haben. Hier ist ein Umdenken und Umschwenken zu Verkaufszyklen, die auf monatliche Zahlungen mit nutzungsbasierter Abrechnung nötig. Das wird dem einen oder anderen sicher nicht leichtfallen. Um neue Geschäftsfelder zu erschließen und die Wettbewerbsfähigkeit zu wahren, führt an diesem Modell für den Sicherheitssektor kein Weg vorbei.

Das Modell mit seinen regelmäßigen Umsätzen ist auch deswegen interessant, weil diese monatlichen Zahlungen der Branche ein solideres Fundament bieten und unabhängiger machen von zurückgestellten Investitionen. Außerdem gewährleisten sie laufenden Support durch den Hersteller-einschließlich aktueller Software-Updates und Firmware-Upgrades.

Wer steuert die digitale Strategie? Experten weltweit gehen davon aus, dass die Corona-Krise die Digitalisierung auf einen Schlag um fünf bis zehn Jahre nach vorne katapultiert hat. Die Kombination aus VSaaS und ACaaS als flexible, anpassungsfähige Sicherheitslösung hat sich in der Krise bewährt. Nun ist der richtige Zeitpunkt, dass CEOs und CIOs über diese Technologien nachdenken und ihre Unternehmen positionieren, um den Herausforderungen der „neuen Normalität“ ins Auge zu sehen. Gehostete physische Sicherheits, die sich auf eine Cloud-Architektur stützen, sind eine Investition in mehr Sicherheit und optimierte Betriebsabläufe. Der Moment ist gekommen zum Einstieg in diese Systeme.