Sensix ist insolvent

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Das Systemhaus Sensix hat Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb in Deutschland läuft vorerst weiter, in Österreich und der Schweiz wird er eingestellt.

Die IT-Beratungs-Unternehmensgruppe Sensix ist gescheitert. Der CRM-Anbieter hat am 28.11.2014 für fünf Gesellschaften Insolvenzanträge gestellt. Die in Deutschland betroffene Sensix GmbH mit Sitz in Germering bei München beschäftigt derzeit an den Standorten Germering, Usingen (bei Frankfurt) und Hamburg knapp 50 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von rund acht Millionen Euro. Für die Sensix GmbH hat das zuständige Amtsgericht München inzwischen den Münchner Fachanwalt für Insolvenzrecht Dr. Matthias Hofmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der vorläufige Insolvenzverwalter sichert derzeit die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs der deutschen Sensix GmbH mit dem Ziel des Verkaufs des Unternehmens an einen Investor.

Aufgrund hinter den Erwartungen zurückgebliebener Geschäftsentwicklungen in den Jahren 2013 und 2014 mussten sämtliche Gesellschaften der Sensix-Gruppe am 28.11.2014 Insolvenzanträge stellen. Die zuständigen Gerichte für die drei österreichischen Gesellschaften (BD Verwaltungs GmbH, Sensix GmbH Österreich und Sensix IT Solutions GmbH) und die schweizerische Gesellschaft (Sensix GmbH Schweiz) haben die dortigen Insolvenzverfahren bereits vergangene Woche eröffnet, was in Kürze zur Einstellung der dortigen Geschäfte führen wird. Der Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Dr. Matthias Hofmann, der auf Sanierungsfälle und rechtlich komplexe Insolvenzen spezialisiert ist, konnte sich mit seinem Team in den vergangenen Tagen bereits einen ersten Überblick über die Situation im Unternehmen verschaffen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter geht davon aus, den Geschäftsbetrieb vorerst – anders als in Österreich und der Schweiz – aufrechterhalten zu können: „Die Ausgangslage für eine Sanierungslösung in Deutschland ist trotz der komplexen Verknüpfungen insbesondere zur österreichischen Schwestergesellschaft gut. Das deutsche Insolvenzrecht bietet hierzu mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung andere Möglichkeiten als dies in Österreich und der Schweiz der Fall ist.“, so Hofmann. Mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit konnte der vorläufige Insolvenzverwalter in den ersten Tagen nach seiner Bestellung bereits die Bezahlung der Löhne und Gehälter bis einschließlich Januar 2015 über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung sicherstellen.

Mit den Kunden wie auch mit wesentlichen Geschäftspartnern von Sensix Deutschland ist der vorläufige Insolvenzverwalter ebenfalls bereits in offenen Dialog getreten. Kunden und Geschäftspartner stehen nach den ersten Gesprächen weiterhin hinter Sensix.
Zugleich hat der Sanierungsexperte damit begonnen, Investoren für die Zukunft von Sensix Deutschland zu suchen. Hierzu Hofmann: „Sensix Deutschland ist mit seinem Know-How und mit den gewachsenen Kunden- und Geschäftsbeziehungen insbesondere für Wettbewerber und strategische Investoren interessant. Wir stehen bereits in Kontakt mit ersten Interessenten und werden in den kommenden Tagen den Kreis möglicher Investoren noch erweitern.“ Der vorläufige Insolvenzverwalter wird nach seiner Mitteilung in den kommenden Tagen einen breit angelegten Investorenprozess initiieren, um so schnell wie möglich den Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern von Sensix eine Lösung für die langfristige Fortführung des Unternehmens präsentieren zu können.