Software kaufen oder mieten? Das ist hier die Frage!

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Miet-Konzepte stellen längst nicht mehr nur eine Übergangslösung dar, sondern treten mehr denn je in Konkurrenz zu klassischen Kauf-Lizenzen, urteilt Holger Pfister, Direktor Lizenzvertrieb bei Comparex.

Es folgt die Einschätzung von Holger Pfister, Direktor Lizenzvertrieb beim internationalen IT-Dienstleister Comparex: So mancher Software-Hersteller bietet im Rahmen seiner Cloud-Produkte Miet-Varianten an, die für viele Unternehmen inzwischen eine echte Alternative zum Kauf von Lizenzen darstellen. Mit solchen Software-Abonnements oder Subscription-Lizenzen entlasten Betriebe nicht nur ihr IT-Personal, sie binden auch ihr Vermögen nicht langfristig durch hohe Anschaffungskosten und können die Verträge zum Beispiel bei schwankendem Bedarf anpassen. So bleiben sie durchweg flexibel und sparen gleichzeitig bares Geld.

Ein weiterer Punkt, der für das Miet-Modell spricht, ist für viele Unternehmen eine verbesserte Kostenkontrolle. Der Anwender profitiert außerdem von einer stets aktuellen Software: So sind nach einem Betriebssystem-Update Kauf-Programme oftmals nur eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr nutzbar. Gemietete Software dagegen ist immer auf dem neuesten Stand der Technik. Und: für die IT- und Lizenzmanager stehen neue Möglichkeiten in Bereichen wie Software Asset Management oder Compliance zur Verfügung.

Mit dem Durchbruch von Cloud Computing bieten Hersteller von Miet-Modellen Zusatzdienste an, um Software-Abonnements für Unternehmen noch attraktiver zu gestalten. Beispiele für solche kombinierten Zusatzdienste sind etwa E-Mail-Programme, Kalenderfunktionen oder Dokumentenspeicher. Ob und in welchem Funktionsumfang Hersteller Produkte zum Mieten anbieten, ist sehr verschieden. Wir können jedoch schon heute feststellen: Die Resonanz der Anwender auf die neuen Miet- und Service-Konzepte ist durchweg positiv.

Doch auch ohne Cloud Computing-Umgebung kann gemietete Software heute für Unternehmen empfehlenswert sein. Denn die Miet-Kosten fließen direkt als Aufwendung in die Bilanz und müssen nicht abgeschrieben werden. Diese Variante hat sich allerdings oft kaum für die Betriebe gerechnet, da die Kosten für Software zur Miete so hoch waren, dass – über eine Laufzeit von vier Jahren gesehen – der Lizenzkauf inklusive Wartung wirtschaftlicher waren. Einige Hersteller bieten ihre Cloud-Angebote derzeit jedoch zu so guten Konditionen an, dass sich die Cloud auch als reine Miet-Lizenzform zu rentieren beginnt. Und zwar selbst dann, wenn das Unternehmen nicht beabsichtigt, den Cloud-Dienst in Anspruch zu nehmen.

Miet-Konzepte stellen längst nicht mehr nur eine Übergangslösung dar. Vielmehr treten sie häufiger denn je in Konkurrenz zu klassischen Kauf-Lizenzen. Unternehmen stehen deshalb vor der schwierigen Frage, ob sie Software lieber weiterhin kaufen oder auf das Miet-Modell umschwenken. Zu bedenken bleibt dabei, dass die Investitionssicherheit beim Softwarekauf heute oftmals nicht mehr höher als beim Mieten ist – im Gegenteil häufig sogar niedriger.

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