Chips and More ist insolvent

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Der Freiburger Speicherspezialist Chips and More GmbH ist wegen einer Kapitallücke zahlungsunfähig. Der Insolvenzverwalter Dr. Thomas Kaiser übernimmt das Steuer und ist vorsichtig optimistisch.

Die Chips and More GmbH hat am Montag die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Die Freiburger waren 1998 als Distributor für Speicherlösungen an den Start gegangen, hatten sich aber immer mehr von ihren Wurzeln entfernt und auf Eigenmarken gesetzt. Zuletzt machte das Distributionsgeschäft nur noch drei Prozent des Umsatzes aus.

„Das war kein angenehmer, aber ein notwendiger Schritt“, so Geschäftsführer und Unternehmensgründer Jörg Gröpper zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Der Freiburger Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer Dr. Thomas Kaiser wurde vom Amtsgericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Chips and More hat sich mit seinen Eigenmarken i.onik und CnMemory im Markt positioniert. Nach den jüngsten GfK-Zahlen sind die Freiburger bei den Tablets die Nr. 3 nach Apple und Samsung. „Die hohen Investments, unter anderem bei der Entwicklung unseres eigenen Android-Betriebssystems, haben eine Kapitallücke geschaffen“, erklärt Jörg Gröpper. „Unsere Reputation in der Branche scheint sehr gut zu sein“, freut sich Gröpper über die positiven Signale von Partnern, Lieferanten und Kunden. „Deshalb bin ich mir sicher, dass wir das Schiff wieder flott bekommen.“ Die Mitarbeiter von Chips and More haben der Geschäftsführung Unterstützung zugesagt.

Insolvenzverwalter Dr. Thomas Kaiser gibt sich vorsichtig: „Wir haben eine motivierte und engagierte Belegschaft und eine hohe Gesprächsbereitschaft bei allen Beteiligten vorgefunden, die uns zuversichtlich stimmt. Sowohl Kunden als auch Lieferanten signalisieren übereinstimmend, dass sie auch jetzt zu Chips and More GmbH und ihren Mitarbeiter stehen, und diese aufgrund der guten Zusammenarbeit in der Vergangenheit unterstützen werden. Die Voraussetzungen sind somit gut, um mit Chips and More weiter am Markt präsent zu sein.“ Hierzu gehört auch, dass die vorläufige Insolvenzverwaltung zugesagt hat, mögliche Garantiefälle wie bisher abwickeln zu wollen.