Verschlüsselte Dokumente werden bevorzugt ausspioniert

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Wer glaubt, mit gebräuchlicher Verschlüsselungs-Software seine vertraulichen Informationen besser schützen zu können, irrt sich gewaltig.

Zu den Details, die Whistleblower Edward Snowden zu den Spionagepraktiken des Geheimdienstes NSA unter dem Codenamen PRISM enthüllte, zählt eine Tatsache, die die Fans von Verschlüsselungs-Software aufrütteln wird. Nicht nur, dass die Software gegen die offiziellen Cracker keinen wirklichen Schutz bietet.

Außerdem gibt es eine richterliche Anordnung, dass Nutzer, die ihre Dokumente verschlüsseln, automatisch aller Rechte auf Datenschutz verlustig gehen. Ein spezieller Durchsuchungsbefehl ist nicht erforderlich. Diese richterliche Anordnung erging im Rahmen des Gesetzes Patriot Act, Section 215.

Da die Verschlüsselungs-Software meist versucht, nicht nur die Identität, sondern auch den Standort zu verdecken, werden die Anwender immer als Nicht-Amerikaner klassifiziert.Zudem kann der Geheimdienst die verschlüsselte Information legal für einen unbegrenzten Zeitraum aufbewahren (normal ist eine Aufbewahrungsfrist von sechs Monaten).

Und im Raster der Geheimdienstfahndung erhalten verschlüsselte Informationen zudem eine hohe Priorität. Laut den Berichten von Snowden machen sich die Analysten der NSA einen Spaß daraus, Verschlüsselungs-Codes aufzubrechen, dies gehört zur Ausbildung von Anfängern.