Jedox will mit Partnern wachsen

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Der Business-Intelligence Spezialist Jedox setzt auf Mischung aus Open-Source und Premium-Angeboten. Jetzt soll die Zusammenarbeit mit Systemhäusern intensiviert werden.

Der Freiburger Business-Intelligence (BI) Anbieter Jedox hat es in den vergangenen neun Jahren geschafft, sich im umkämpften BI-Markt zu etablieren. Kristian Raue, CEO der Jedox AG, berichtet: »Wir beschäftigen aktuell 70 Mitarbeiter und erwarten ein Wachstum von jeweils 50 Prozent in den nächsten beiden Jahren, sowohl personell als auch beim Umsatz.« Das Hauptprodukt Palo for Excel erweitert die Möglichkeiten von Microsoft Excel und zeichnet sich durch einfache Bedienung aus. »Wir stellen das Backend und Excel das Frontend. So können auch Anwender ohne spezielle IT-Kenntnisse aus den Fachbereichen mit unserem Produkt arbeiten und wir passen uns ins Excel-Ökosystem ein,«, erklärt Raue. Die Nutzer arbeiten mit Ihrer gewohnten Excel-Oberfläche, vermeiden aber das bekannte Excel-Chaos, da Palo for Excel alle Daten zentral bereitstellt.

Kristian Raue, CEO der Jedox AG

Daneben gibt es auch die rein Web-basierte Palo Suite mit eigenem Client, die noch weitere Funktionen bietet. Die Produkte gibt es einerseits in einer kostenlosen Open-Source Variante (etwa 200 Downloads pro Tag) und anderseits als lizenzpflichtige Premium–Variante (10 concurrent User kosten 15.000 Euro). Zahlreiche Unternehmen haben sich bereits für die Premium entschieden, darunter Unternehmen wie Altana Pharma oder der Deutsche Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK).

Die Premium-Varianten bieten gegenüber den Open-Source Versionen einige Zusatzfunktionen, wie etwa den neuen OLAP-Beschleuniger, der die Rechenleistung einer Grafikkarte zum Addieren und Subtrahieren nutzt und damit spektakuläre Ergebnisse erzielt. Diese GPU-Technologie (GPU – Graphics Processing Unit) steigert OLAP-Berechnungen um mehr als den Faktor 50. Mit einer Funktion zum Rückschreiben von Daten auf OLAP-Würfel können jetzt auch Simulationen im Planungsbereich um ein Vielfaches schneller ausgeführt werden als bei herkömmlichen Verfahren. Als Hardware kommen Einheiten des Herstellers Nvidia zum Einsatz, die den Arbeitsspeicher des OLAP-Servers unmittelbar beschleunigen. Raue sieht damit ein echtes Alleinstellungsmerkmal: »Die größte Schwäche bei vielen BI-Lösungen ist die Langsamkeit. Wir sind jetzt eindeutig schneller als die Konkurrenz«. Auch die Implementierung ist in wenigen Tagen möglich und benötigt nicht Monate wie bei einigen Wettbewerbern.

Hier kommen die Systemhäuser ins Spiel. Raue will die Zahl seiner Partner in den nächsten Monaten erheblich ausbauen. Derzeit arbeitet Jedox mit etwa 50 deutschen Fachhändlern zusammen. Davon haben bereits 20 die höchste Stufe des dreistufigen Partnermodells, die Premium-Stufe erreicht. Jedox hat ein eigenes Partnermanagement eingerichtet. Neue Partner sollten Business-Intelligence Vorkenntnisse mitbringen und wissen, was OLAP und Data Warehousing ist: »Andererseits kommen auch derzeit viele Systemhäuser aus dem ERP-Umfeld auf uns zu, die keine großen BI-Kenntnisse haben, deren Kunden aber BI wollen.« Hier ist Jedox mit seinen relativ einfachen Produkten eine gute Wahl. Einigen Schulungsaufwand müssen die Händler aber doch investieren, je nach Vorkenntnissen drei bis fünf Tage. Jedox bietet Schulungen in seinen Büros in Freiburg, Hamburg und demnächst Frankfurt an. Zusätzlich fallen auch Partnergebühren an. Raue hält das Geld für gut angelegt: »Für eine Gesamtinvestition unter 10.000 Euro bieten wir gute Geschäftsmöglichkeiten.