»Unsere Händler sollen größere Kunden erreichen«

Köpfe

Acronis CEO Jason Donahue betont im Gespräch mit Channel Insider die guten Wachstumsperspektiven seines Unternehmens. Vor allem in virtuellen Umgebungen zeigen sich die Stärken der Acronis Produkte.

Planen Sie in diesem Jahr Änderungen Ihrer Channel-Strategie?

Wir sind wohl das partnerfreundlichste Unternehmen im Backup-Bereich. Fast alle unsere Umsätze laufen über den Fachhandel. Kleine Ausnahmen gibt es nur im OEM-Geschäft oder im Direktverkauf der Consumer-Produkte über unsere Web-Site. Mit unseren weltweit 15.000 Partnern pflegen wir ein enges Verhältnis. Aber zufrieden sind wir mit unserer Channel-Strategie noch nicht. Wir werden weiter investieren und die Channel-Programme weltweit standardisieren. Speziell in der DACH-Region wollen wir unsere Händler dazu ermuntern, auch an größere Kunden zu verkaufen und nicht nur an KMUs. Zu unseren Kunden zählen bereits Konzerne wie BASF und BMW. Aber natürlich bleibt der Hauptfokus KMU, wo wir unsere Hauptstärken einfache Bedienung und Integration ausspielen können. Der Channel ist unser strategischer Kern. Nur dadurch können wir unsere 100.000 Unternehmens- und 2,5 Millionen Privatkunden erreichen. 

Jason Donahue, CEO Acronis

Wollen Sie Ihre Technologie durch Zukäufe erweitern?

Organisch wollen wir unsere Produkte in Richtung Data Protection und Unterstützung für integrierte Anwendungen ausbauen. Im Bereich Archivierung, Virtualisierung und Cloud würde ich Zukäufe nicht ausschließen.

Wie stehen Sie zum Trend-Thema Cloud?

Wir sehen bei unseren Kunden, dass sie ihr Primär-Backup ungern in die Cloud stellen. Eher wird die Cloud für ein Sekundär-Backup genutzt, um zusätzliche Redundanz zu gewährleisten. Die Menge an Daten, die bei einem unternehmensweiten Backup entsteht, ist prohibitiv und belastet die Bandbreiten. Aber wir bieten sowohl bei unseren Consumer- als auch unseren Unternehmens-Produkten integriert die Möglichkeit zum Cloud-Backup an. Unser Cloud-Angebot ist dabei besonders partnerfreundlich und kann allein oder in Verbindung mit anderen Produkten verkauft werden.

Ist Virtualisierung ein Fokus für Sie?

Virtualisierung ist tatsächlich noch wichtiger als Cloud und beeinflusst den Backup- und Recovery Markt stärker. Wir pflegen ein enges Verhältnis mit VMware und Microsoft Hyper-V, unsere Produkte unterstützen diese Technologien. Im Jahr 2010 haben wir einen Umsatzzuwachs von 75 Prozent im Bereich Virtualisierung erzielt.  

Mit welchen Erwartungen gehen Sie ins Jahr 2011?

Wir gehen optimistisch in das Jahr. Unsere neuen Produkte werden die öffentliche Wahrnehmung unseres Unternehmens dramatisch ändern. Unsere Unterstützung für virtuelle Umgebungen ist stark und wird uns neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Aber auch intern werden wir einiges ändern. In der DACH-Region versuchen wir gemeinsam mit den Partnern größere Kunden erreichen und in das Channel-Ökosystem investieren.

Haben große Messen wie die Cebit in ihrer Marketing-Strategie noch einen Platz?

Große Veranstaltungen haben auch weiter eine Bedeutung. Von besonderem Interesse für uns ist die VMWorld.

Wie sieht Ihre Produkt-Strategie aus?

Acronis Backup & Recovery 10 ist nach wie vor unser Bestseller und zeichnet für etwa 75 Prozent unseres Umsatzes verantwortlich. Es ist für Unternehmen aller Größen geeignet und zeichnet sich durch seine einfache Bedienung gegenüber dem Wettbewerb aus. Eine traditionelle Stärke liegt auch im Bare Metal Restore und in der Unterstützung verschiedener Betriebssysteme?

Ist Mac OS X ein Thema für Sie?

Wir werden uns den Apple-Markt im Jahr 2011 sicher sehr genau beobachten und prüfen einen Markteintritt.

Wie sieht es mit dem Linux-Markt aus?

Linux gewinnt Marktanteile, in erster Linie von Unix. Unser starker Fokus auf Linux eröffnet uns deshalb zusätzliche Geschäftschancen. Darüber hinaus ist natürlich auch Windows und immer stärker der Virtualisierungs-Bereich, wo wir VMware und Microsoft HyperV unterstützen, von großem Interesse. 

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