Steganos pleite, aber Geschäft läuft vorerst weiter

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Der Sicherheitssoftware-Anbieter und Verschlüsselungsspezialist hat einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens eingereicht. Nun wird ein Käufer gesucht.

Das neue Jahr begann leider nicht positiv für das 1996 gegründete Unternehmen. Die Verbindlichkeiten übersteigen deutlich die Einnahmen, so war der Gang ins Insolvenzverfahren unumgänglich. Die eingesetzte Insolvenzverwalterin prüft derzeit, welche Vermögenswerte vorhanden sind. Der Geschäftsbetrieb soll in vollem Umfang fortgeführt werden, allerdings mit dem Ziel, für das Unternehmen einen Käufer zu finden. Dem Vernehmen bestehen dafür gute Chancen, und es wird mit diversen Interessenten verhandelt.

Rechtsanwältin Hildegard A. Hövel als vorläufige Insolvenzverwalterin bewertet die Aussichten auf einen möglichen Verkauf der Steganos GmbH an einen Investor und somit das Weiterbestehen des Unternehmens als sehr positiv: »Steganos hat einen überaus starken Markennamen, die Softwareprodukte werden von einschlägigen Fachmagazinen durchwegs positiv getestet und das Thema Datenschutz ist so aktuell wie nie. Sicherheitssoftware ist also ein Zukunftsmarkt in den es sich zu investieren lohnt. Insbesondere sollen auch die Arbeitsplätze der fünfzehn sehr motivierten Mitarbeiter erhalten bleiben.«

Der Hersteller weist darauf hin, dass die komplette Softwareproduktpalette, darunter die Steganos Privacy Suite 11, der Steganos Safe 11, der Steganos Passwort-Manager 12 sowie Steganos Internet Anonym VPN weiterhin erhältlich ist. Auch der Support soll zuverlässig weiter geführt werden und ist wie gewohnt per Telefon sowie über die Website erreichbar.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Steganos Geschäftsführerin Katja Pryss hat angesichts der Insolvenz momentan nichts zu lachen

Katja Pryss, die die Geschäftsführung der Steganos GmbH im März vergangenen Jahres übernommen hatte, benennt als Grund für die Insolvenz vor allem den verschärften Wettbewerb im Verschlüsselungsmarkt und die damit verbundenen Mehrinvestitionen in Marketingmaßnahmen. Trotzdem sieht sie ebenfalls das Potenzial, das der Sicherheitssoftwaremarkt bietet: »Alle unsere Anstrengungen und Einsparungen, die wir seit meiner Übernahme der Geschäftsleitung vor knapp einem Jahr angestoßen und unternommen haben, haben leider nicht ausgereicht, das Ruder aus eigener Kraft herumzureißen. Dennoch ist es für Steganos noch nicht zu spät: Mit dem Antrag auf Insolvenz kann jetzt ein Neubeginn stattfinden – frei von allen Altlasten. Denn davon bin ich fest überzeugt: Datenschutz gehört zu den wichtigsten Themen moderner Kommunikation. Und wir haben die Lösung, das Know-how und die Manpower, wie man diese Daten schützen kann.«