Nvidia macht Front: GPU statt CPU

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Grafikkarten sind allein zum Spielen viel zu schade, meint der traditionell stark auf den Gamer-Markt bauende Hersteller Nvidia.

Grafik-Boards arbeiten in der Forschung

Und setzt auf Medizin, Wissenschaft und Forschung, wo programmierbare Grafikkarten der Tesla-Baureihe zeigen, was sie außerdem drauf haben.
„Unsere Grafikkarten laufen erfolgreich in Rechenzentren und wissenschaftlichen Instituten“, sagt Produktmanager Jens Neuschäfer. „Sie erledigen dort rechenintensive Aufgaben, etwa in medizinischen Forschungsreihen.“ Die für professionelle Anwender konzipierten Boards verfügen daher gar nicht über die normalerweise üblichen Außen-Schnittstellen, denn sie sind explizit für die Arbeit in Workstations und Servern konzipiert, wie Neuschäfer erläutert. Software-Entwickler will der Komponentenhersteller daher dazu bringen, ihre Applikationen in Zukunft für Lauffähigkeit auf der Grafikkarte zu konzipieren.

Denn die Ressourcen einer GeForce 8600 GT oder 8800 GT scheinen schier unerschöpflich. Demgegenüber könnten die Mehrkernprozessoren etwa von Intel ihre Vorzüge oft gar nicht ausreizen, meint Neuschäfer – weil nämlich die meisten Programme gar nicht entsprechend geschrieben seien. Keine wirklich neue, aber dafür gern immer wieder unter den Tisch gekehrte Erkenntnis.

“Unsinniger Hype um immer mehr Prozessorleistung”

Für Nvidia-Verkaufschef Bernhard Gleissner nähert sich damit der Hype um immer mehr Prozessorleistung, die oft unterm Strich nicht viel bringe, wie man (nicht nur) bei Nvidia meint, einem fälligen Ende. „Anwendererfahrungen und ebenso unsere Benchmarks zeigen, dass die Aufrüstung auf immer mehr und immer schnellere Prozessorkerne in den Rechnern nicht unbedingt den erwarteten Performance-Gewinn einbringt“, so Gleissner. „Wirtschaftlich gesehen erhält der Anwender zudem mit einer optimierten Grafikkarte im Vergleich zu einer Highend-CPU erheblich mehr Rechenleistung für erheblich weniger Geld.“

Nvidia-Verkaufschef Bernhard Gleissner: „Anwendererfahrungen und ebenso unsere Benchmarks zeigen, dass die Aufrüstung auf immer mehr und immer schnellere Prozessorkerne in den Rechnern nicht unbedingt den erwarteten Performance-Gewinn einbringt.“

Für den Grafikkartenhersteller ist es natürlich von essentieller Bedeutung, den Aspekt einer „richtigen Balance der Komponenten im PC“ in seinem – gewinnbringenden – Sinne verstärkt nach außen zu tragen. Denn bei der Kaufentscheidung ebenso wie bei den Standardkonfigurationen vieler PC-Hersteller gerät das Grafik-Board leicht ins Hintertreffen, meinen Neuschäfer und Gleissner unisono: Prozessorleistung, Festplattenkapazität usw. sind die Parameter, die üblicherweise auf dem Verkaufsschild eher ins Auge fallen. Wer nicht explizit einen Spielerechner sucht, misst der Grafikkarte wenig, möglicherweise zu wenig Gewicht bei.

Dabei sind neben den bereits erwähnten Wissenschaftlern auch Heimanwender, die nicht spiele-affin sind, mit ständig wachsenden Anforderungen an ihre Rechner konfrontiert – der Multimedialisierung, nicht zuletzt auch des Internets, sei Dank. Unberührt von den Nvidia-Schachzügen bleibt der klassische Bürorechner: Ein Markt, der dem gern mit martialischen Gaming-Motiven werbenden Hersteller aber ohnehin verschlossen bleibt.

Assemblier-Workshops für das richtige Bewusstsein

Um das Verbraucherbewusstsein und vor allem die eigenen Handelspartner auf die richtige Schiene zu setzen, sollen nun über das bereits im vergangenen Jahr ins Leben gerufene „PartnerForce“-Portal Online-Trainings angeboten werden. Zudem starten zur Zeit Workshops in 15 deutschen Städten, bei denen Händler nach der Devise „Learning by doing“ selber PCs im Rahmen eines vorgegebenen Budgets assemblieren und dann deren Leistung miteinander vergleichen sollen.

Bisher haben sich rund 3000 Händler in Deutschland bei PartnerForce registriert, angestrebt wird ein „umfassendes lokales Reseller-Netzwerk“.

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