Haftstrafen für Raubkopierer

News

Das Landgericht Mühlhausen hat zwei Raubkopierer zu Haftstrafen von drei Jahren und sechs Monaten beziehungsweise drei Jahren und zehn Monaten verurteilt.

Im September 2004 ist ein Brüderpaar, Daniel und Thomas R. , aus Thüringen der Justiz ins Netz gegangen. Sie hatten damals eine Web-Site namens »FTP-Welt« betrieben, auf denen sich Interessenten über ein Flat-Rate-Abo von 135 Euro pro Monat unbegrenzt Software-Pakete oder Filme aus dem Netz kopieren. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) schätzt, dass die Betreiber Einkünfte von über einer Million Euro erzielten und den Rechteinhabern Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entstand. Die beiden Brüder aus Thüringen fungierten als Betreiber der Site, den geschäftlichen Aspekt einschließlich dem vorgeblichen Firmensitz auf Virgin Islands verantwortete nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Münchner Anwalt Bernhard Syndikus von der Kanzlei Frhr. v. Gravenreuth & Syndikus. Das Landgericht Mühlhausen verurteilte Bernhard Syndikus im Februar 2007 wegen Beihilfe zur gewerbsmäßigen Vervielfältigung und Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie zu einer Geldstrafe in Höhe von 90.000 Euro, so ein Eintrag in der Enzyklopädie Wikipedia.

Nun wurden auch die beiden Brüder verurteilt und ihnen bleibt das Gefängnis im Gegensatz zu Syndikus nicht erspart: Das Landgericht Mühlhausen hat die Raubkopierer zu Haftstrafen von drei Jahren und sechs Monaten beziehungsweise drei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Die Verurteilten waren mehrfach vorbestraft und hatten jahrelang gefälschte Software über das Internet verkauft. Da auch Microsoft-Produkte gefälscht in Verkehr gebracht worden waren, hatte sich Microsoft als Nebenklägerin am Prozess beteiligt. Das Verfahren war nach Geständnissen der Angeklagten zwar auf nur einen Anklagepunkt reduziert worden, allerdings erfolgte die Verurteilung wegen 961 Taten gewerbsmäßiger Urheber- und Markenrechtsverletzung sowie anderer Delikte. Allein in diesem Punkt ging es um Verkäufe von gefälschter Software in Höhe von 1,4 Millionen Euro.

 

Lesen Sie auch :