»Netzwerke müssen mobil werden«

Köpfe

Der Netzwerkausrüster Extreme Networks stellte auf der CeBIT seine neue Vision eines Netzwerks für die mobile Welt vor. Channel Insider stellte Fragen an Jürgen Kirchmann, Regional Director DACH über die aktuelle Unternehmensentwicklung.

Welche Bilanz ziehen Sie mit Extreme Networks zur CeBIT?

Insgesamt waren wir mit der diesjährigen Messe sehr zufrieden. Die CeBIT bot uns eine ideale Plattform, um unsere neue Vision “Make Your Network Mobile” zu präsentieren. Von unseren Bestandskunden erhielten wir dazu durchweg positives Feedback. Und wir konnten auch viele neue potentielle Kunden in persönlichen Gesprächen auf der Messe darüber informieren. Zudem hat uns die Internationalität der CeBIT in diesem Jahr überzeugt. So kamen rund ein Drittel unserer Messe-Leads durch den persönlichen Kontakt mit internationalen Fachbesuchern zustande.

Jürgen Kirchmann, Regional Director DACH bei Extreme Networks

Wie kommt ihr neues Channel-Programm beim Fachhandel an?

Unsere Partner haben das neue Programm bisher sehr gut angenommen. Unser Ziel ist natürlich, unsere Partnerbasis damit weiter auszubauen. Wir achten jedoch sehr auf einen selektiven Partnerzuwachs, denn wir wollen keine Überdistribution durch zu viele Partner in der Fläche. Unsere Partner machen gute Gewinne mit Extreme Networks, und das soll auch in Zukunft so bleiben. Aktuell verzeichnen wir ein signifikantes Wachstum der Umsätze bei unseren Gold- und Platin-Partnern.

Welche Schwerpunkte in der Zusammenarbeit mit den Resellern wollen Sie im Jahr 2011 setzen?

In diesem Kalenderjahr möchten wir unsere Wiederverkäufer dabei unterstützen, sich weiter zu spezialisieren. Dazu haben wir im Februar die drei neuen Spezialisierungen »Wireless«, »Datacenter« und »Network-Automation« für Gold- und Platin-Partner eingeführt. Durch gezielte Trainings in diesen Bereichen können Partner Punkte sammeln, die wir dann zur Bewertung heranziehen und in Zuschüsse umsetzen. Neu ist zudem, dass wir Zertifizierungen, die durch Schulungen bei bestimmten Herstellern erreicht wurden, für die Spezialisierungen von Extreme Networks anerkennen. So kann ein VMware- oder Citrix-Zertifikat unsere Datacenter-Spezialisierung vereinfachen und den Einstieg in eine Partnerschaft mit uns erleichtern. Weitere Aspekte, bei denen wir unsere Reseller in 2011 unterstützen möchten, sind weiterführende Trainings in den Bereichen Virtualisierung in Rechenzentren, Storage und iSCSI über 10-GBit-Ethernet sowie Sicherheit und Mobilität. Denn Anwender sind zunehmend mobil und dies muss auch das Netzwerk zukünftig abbilden können.

Welche Produktbereiche sehen Sie als besonders zukunftsträchtig an?

Wir glauben, dass beispielsweise Lösungen für lokale Tier-3-Service-Provider, die Managed-Services aus der Cloud anbieten, stark nachgefragt werden. Zudem gehört die Zukunft Lösungen für Betreiber von Rechenzentren und Unternehmensnetzen, die eine dynamische Verwaltung von Ressourcen in Bezug auf Nutzer und hochwertige Endgeräte wie Röntgenapparate und Computer-Tomographen ermöglichen. Das Netzwerk von morgen muss unserer Ansicht nach in der Lage sein, die Nutzer in ihrer Mobilität überall optimal zu unterstützen. Dabei ist es egal, ob der Anwender per Smartphone, Laptop oder Arbeitsplatz-PC auf Daten im Netzwerk zugreift.

Was versprechen Sie sich von Ihrem Open-Source-Engagement?

Wir haben schon immer auf offene und standardbasierte Produkte und Lösungen gesetzt. Denn nur so haben unsere Kunden die Möglichkeit, die Produkte des jeweils besten Herstellers seiner Klasse ohne Interoperabilitäts-Chaos in ihren Netzen zu implementieren. Deshalb setzen wir auch mit ExtremeXOS auf ein offenes und modulares Netzwerkbetriebssystem, das durchgängig in unserem kompletten Produktportfolio zum Einsatz kommt. ExtremeXOS verfügt über offene Schnittstellen und wir haben bereits vor drei Jahren ein SDK (Software Development Kit) vorgestellt. Unser Beitritt zur OpenStack-Community im Februar dieses Jahres war für uns dann einfach der nächste logische Schritt. Gerade die Entwicklungen in den Bereichen Cloud Computing und Virtualisierung machen es nötig, die komplette IT-Infrastruktur – egal ob Server, Storage oder Netzwerk – intelligent miteinander zu verbinden. Und genau hier führen proprietäre Lösungen regelmäßig in eine Sackgasse, oder zumindest in sehr teure Abhängigkeiten von einzelnen Herstellern und dessen Produkten. Offenheit ist ganz klar ein neuer Trend. Das machen auch die Erfolge von Initiativen wie der Open Data Center Alliance und der Open-Cloud-Initiative OpenStack deutlich.

Wie beurteilen Sie das Thema Mobilität und Netzwerk?

Das ist das Kernthema bei Extreme Networks. Denn nicht umsonst heißt unser Motto »Make Your Network Mobile«. Aber Spaß beiseite – Mobilität wird unsere Gesellschaft nachhaltig verändern. Und mit Mobilität meine ich hier nicht nur Wireless LAN oder UMTS. Sehen Sie sich beispielweise die aktuellen Entwicklungen bei den Endgeräten an: Die Anwender werden in Zukunft über unterschiedlichste mobile Endgeräte auf ihre Daten und Anwendungen zugreifen wollen. Und dem Anwender ist es dabei vollkommen egal, wie er auf seine Daten zugreift – Hauptsache es geht schnell, die Verbindungsqualität ist konstant und es ist sicher. Für die IT-Abteilungen bedeutet dies allerdings eine enorme Herausforderung. Denn sie müssen heute sehr verteilte und vielschichtige Infrastrukturen unter einen Hut bekommen – und das möglichst so, dass der Verwaltungsaufwand nicht komplett aus dem Ruder läuft. Wir sind davon überzeugt, dass die bislang verteilten unterschiedlichen Netze wie Mobil, Wireless und drahtgebunden, in Unternehmen, in Rechenzentren und in Clouds immer mehr zu einer einheitlichen, nahtlosen Netzwerkarchitektur zusammenwachsen werden. Und die Basis dafür werden High-Performance-Ethernet, offene Betriebssysteme und intelligente Anwendungen sein.

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