Bitkom akzeptiert die „freie Meinungsäußerung“ der US-Amerikaner

Köpfe
Bernhard Rohleder (Bild: Bitkom)

Zwischen den Zeilen von Bitkom-Präsident Rohleders Kommentar zum Ausgang der US-Wahl ist herauszulesen, dass wohl gerade im Land der unendlichen Möglichkeiten der Bildungsstand der Bevölkerung offenbar zu niedrig ist. Nur eine Stärkung der freien vernetzten Welt mit Hilfe der IT verhindere die Spaltung der Gesellschaft.

Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer der deutschen IT-Brachnenvereinigung Bitkom, kommentiert die Wahl von Donald Trump aus Sicht der Informationstechnik-Vertreter: „Die digitale Wirtschaft steht für Grundwerte wie die freie Meinungsäußerung und Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Der Grundsatz des Respekts gerade gegenüber demokratischen Entscheidungen gilt auch mit Blick auf die aus deutscher Perspektive erstaunlichen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen in den USA. Sie sind ein Signal, die digitale Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen und die Inklusion weltweit zu stärken, und eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern.“ – Der Großteil der Vertreter der IT-Branche in den USA hatte Hillary Clinton unterstützt, muss aber nun die demokratische Entscheidung der US-Bevölkerung akzeptieren.

TheRegisterüber Donald Truml (Screenshot: Channelbiz.de)
TheRegister lästert über den neuen US-Präsidenten.

Und auch, wenn britische Diskussionforen das Ergebnis mit dem Brexit vergleichen – bei dem seinerzeit „hauptsächlich nur die Älteren und nicht so Weltoffenen“ Bürger zur Wahlurne gegangen seien, müsse man das Ergebnis schlucken. Erst die bittere britische Pille, jetzt die amerikanische.

In diesem Stil fährt auch Rohleder fort: „Die digitale Wirtschaft wird weiterhin für Freiheit und internationale Vernetzung eintreten. Sie wird sich für eine Verbesserung des Bildungswesens und den freien Zugang zu Informationen stark machen. Die besten Mittel gegen diffuse Ängste und Populismus sind eine ausgezeichnete Bildung – und ein eigener klarer Kopf.“.

Weniger diplomatisch kommentiert der britische IT-Dienst TheRegister nach Durchwühlen dessen, was Trumps Pläne für die Technikindustrie bedeuten. Dieser wolle etwa die Visa-Bestimmungen für ausländische Techniker so ändern, dass die Hightech-Jobs eher an Lokalmatadoren vergeben werden und das Importieren von Talent für Hightech-Unternehmen schwieriger wird – ganz im Gegenteil zu Hillary Clintons Versprechen von mehr freien Green Cards für Menschen, die Know-how mitbringen. Das hatte sie auf Druck aus dem Silcon Valley ins Wahlprogramm aufgenommen.

Auch gegen die Freigabe der Internet-Kontrolle an die Industrie, die ja nun schon beschlossene Sache ist, habe sich der künftige US-Präsident gewendet, lästern die britischen Journalisten. Ihr Schlussatz: „Weltgemeinschaft, bitte anschnallen. Das könnte ein holpriger Ritt werden!“.

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