Storage- und Komponenten-Distributor Action-IT fehlen die liquiden Mittel

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Action-IT-Gründer (Bild: Action-IT)

Der Paderborner VAD hat am Freitag beim örtlichen Amtsgericht Insolvenz angemeldet. Gespräche mit Investoren seien bereits „in fortgeschrittenem Stadium“, erklärt der Insolvenzverwalter.

Der Value Added Distributor Action-IT musste Insolvenz beim Amtsgericht Paderborn
anmelden. Der öffentlichen Bekanntmachung zufolge muss die unter HRB 9269 eingetragene ActionIT GmbH, gesetzlich vertreten durch die Geschäftsführer Jochen Bless, Gernot Sonnek, und Mark Scherer, sich den Anordnungen des vorläufigen Insolvenzverwalters und Rechtsanwalts Dr. Yorck Tilman Streitbörger aus Bielefeld fügen.

Action-IT, Logo bearbeitet
Macht weiter trotz Zahlungsunfähigkeit: Action-IT

Damit der Firmen-Slogan „close to market“ nicht zu „closed to market“ wird, führt das Unternehmen den Betrieb weiter und sucht nach Investoren – die Liquiditätsprobleme der Muttergesellschaft Global Distribution sollten die lange Jahre erfolgreiche deutsche Tochter nicht dauerhaft belasten.

Die Muttergesellschaft aus dem Raum von Dubai und deren Geldprobleme seien schuld an der Misere, gaben die deutschen Statthalter als Grund an. Nun sind hierzulande „Verfügungen der Schuldnerin über Gegenstände ihres Vermögens“ nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam (§ 21 Abs. 2 Nr. 2 InsO); den Schuldnern der Schuldnerin (Drittschuldnern) wird zudem verboten, an die Schuldnerin zu zahlen“ heißt es in der offizielle Bekantmachung, „Der vorläufige Insolvenzverwalter wird ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen der Schuldnerin einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen. Die Drittschuldner werden aufgefordert, nur noch unter Beachtung dieser Anordnung zu leisten (§ 23 Abs. 1 Satz 3 InsO)“, schließt die Behörde.

Global-Distribution-Logo
Selber mit Geldproblemen behaftet: Die Mutterfirma von Action-IT.

Dabei ging es gut los vor 10 Jahren mit dem neuen Distributor. Doch die Maxime der Muttergesellschadt, auch selbst Hersteller zu werden, ging wohl nicht ganz auf. Die Übernahme der insolventen „Chips & More“ und ihrer Marke Ionik durch die Dubaier Muttergesellschaft und deren Auslagerung in eine Schwesterfirma ging wohl schief.

Nun soll alleine der Distributionsteil mit all seinen Mitarbeitern über eine insolvenzrechtliche Sanierung „in eine neue, gesunde Ausgangsposition für die Zukunft versetzt werden“ , gibt der Insolvenzverwalter in einem Statement an. Er führe zudem bereits „fortgeschrittene Gespräche“ mit potenziellen Investoren. Der Geschäftsbetrieb soll so lange vollständig aufrechterhalten werden, die Geschäftsführung soll in den nächsten Monaten zusammen mit dem Insolvenzverwalter eine Lösung für ein Überleben finden.

Insider unken, Action-IT könne eine der nächsten vielen Töchter des TechData-Konzerns werden. Da es sich nur um unbestätigte Gerüchte handelt, sind aber durchaus weitere potentielle Käufer im Rennen. Der Distributor hat schließlich über 8000 Händler und ein relativ rentables Produktportfolio in der Hinterhand.

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