Metro-Test mit Lieferrobotern startet im September

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Starship-Robot (Bild: Starship Technologies)

Im Herbst gehen die ersten Lieferroboter des großen Handelskonzerns auf Testreisen. Den Produktvertrieb gründlich verändern werden die elektronischen Liefersklaven vielleicht nicht, doch wenn die Tests erfolgreich sind, könnte dies – langfristig – die Logistikbranche verändern.

Ab Setember probiert die Metro Group zunächst im Düsseldorfer Stadtteil Grafenberg aus, Kunden per Roboter des Unternehmens Starship zu beliefern. Hinter dem britisch-estnischen Roboterbau-Start-up stecken die beiden Skype-Gründer Ahti Heinla und Janus Friis.

Die Metro Group hat jetzt den Zeitplan für die bereits zuvor angekündigte öffentliche Testphase für die Auslieferung von Waren mit Lieferrobotern präzisiert.

Ursprünglich wollte das Unternehmen “etwa ab Ende Juli” damit beginnen, tatsächlich losgehen soll es einem Bericht von ntv zufolge nun jedoch “Anfang September”. Nicht geändert hat sich der Testort: Nach wie vor soll die neuartige Form der Belieferung im Düsseldorfer Stadtteil Grafenberg vom dort ansässigen Media Markt ausprobiert werden.

Starship-Robot (Bild: Starship Technologies)

Im Rahmen des Tests kommen Roboter von Starship Technologies zum Einsatz. Sie haben eine Reichweite von fünf Kilometern. In diesem Umfeld fahren sie autonom, werden aber zumindest in der Testphase noch aus der Ferne von Menschen überwacht, die bei Problemen in die Steuerung eingreifen können.

Paketdienst Hermes hat mit Partnern wie unter anderem dem in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Irland und der Schweiz operierenden Lebensmittel-Lieferservice Just Eat sowie dem britischen Lieferdienst Pronto.co.uk Tests vereinbart.

Die Starship-Roboter befahren vorrangig für Fußgänger vorgesehene Bereiche des öffentlichen Raums. Auf Radwege und Straßen begibt sich der Roboter lediglich, wenn kein anderer Weg zur Verfügung steht und auch dann nur nach Freigabe durch den Operator. Mittels Sensoren, neun Kameralinsen und der in ihm verbauten Intelligenz erkennt das System Zebrasteifen und Ampelsysteme automatisch.

Just-Eat-Lieferoboter (Bild: Just Eat)

Die im Transportfach abgelegten Sendungen sind per Sicherheitsschloss, Überwachungskamera und PIN-Code-Abfrage gesichert. Wird versucht, das Transportfach gewaltsam zu öffnen, löst der Roboter Alarm aus. Seine Position ermittelt das Fahrzeug mittels GPS, über das GPS-Signal lässt sich auch sein Standort jederzeit feststellen.

Entwickelt und gebaut werden die Roboter von dem in Großbritannien und Estland ansässigen Start-up Starship Technologies. Das ist ein Projekt der beiden Skype-Gründer Ahti Heinla und Janus Friis. Für die Roboter setzt es auf Standardkomponenten, um die Kosten überschaubar zu halten. Nach Angaben von Starship Technologies könnten Versender die Kosten für die Auslieferung im Nahbereich mit den Lieferrobotern auf höchstens zehn Prozent der Kosten derzeit genutzter Verfahren drücken. Zudem erhofft man sich weniger rechtliche und regulatorische Probleme als bei Lieferdrohnen. Mit Fluggeräten hat DHL bereits im Frühjahr in Bayern experimentiert, Amazon hat erst kürzlich eine Genehmigung für derartige Tests in der Nähe von Cambridge in Großbritannien erhalten.

[mit Material von Peter Marwan, ITespresso.de]

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