PC-Markt-Abschwung mildert sich ab

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Notebooks/PCs (Bild': Shutterstock, Maxim-Sosedov)

„Schlimmer geht’s nimmer“, müssen sich die Marktforschungsinstitute Gartner und IDC gedacht haben. Und so haben sie ihren tief sinkenden Marktkurven für die Zukunft abgeschwächt – der Absturz des PC-Marktes hat sich vergangenen Quartal ohnehin verlangsamt.

Nach aktuellen Quartalsmeldungen von Gartner hat sich der Umsatzrückkgang beim PC-Markt-Abschwung vergangenes Quartal auf 5,2 Prozent gesenkt, laut IDC liegt das Minus bei nur noch 4,5 Prozent. In den schwierigsten Zeiten in den letzten Jahren betrug der Verkaufsrückgang noch bis zu 10 Prozent. Händler müssen trotzdem noch vorsichtig kalkulieren – der erneute Aufschwung wird zuerst für US-Amerika erwartet.

Der weltweite PC-Markt hat im zweiten Quartal die Erwartungen der Marktforscher unerwartet übertroffen. Insgesamt lieferten die Hersteller zwischen April und Juni 62,4 Millionen Computer aus, was einem Rückgang von 4,5 Prozent entspricht. Die aktuelle Prognose ging allerdings von einem Minus von 7,4 Prozent aus. Gartner zufolge schrumpfte der Markt zwar um 5,2 Prozent, aber auch der IDC-Konkurrent sieht erste Anzeichen für eine Erholung.

„Eine andauerndes Problem des PC-Markts waren die Preisanstiege in einigen Regionen durch die im Vergleich zum Dollar schwachen lokalen Währungen“, wir Mikako Kitagawa, Principal Analyst bei Gartner, in einer Pressemitteilung zitiert. Vor allem in der EMEA-Region und in Lateinamerika habe sich dieser Effekt angesichts nur geringer Einbußen gegenüber dem Vorjahresquartal abgeschwächt.

IDC-PC-Markt QII/16 (Tabelle: IDC)

In Nordamerika ermittelte Gartner sogar ein Wachstum. In den USA kletterten die Verkaufszahlen um 1,4 Prozent auf 15,2 Millionen Einheiten. Der Markt stehe dort aber weiter vor Herausforderungen. Windows 10 werde sich erst ab dem vierten Quartal oder gar erst ab Anfang 2017 positiv auf die Verkäufe im Enterprise-Segment auswirken.

„Unsere langfristige Prognose bleibt zurückhaltend“, warnt indes Loren Loverde, Vice President bei IDC. „Die guten Ergebnisse in den USA erlauben uns einen flüchtigen Blick darauf, wie der Markt bei einem Wachstum und stabileren allgemeinen Bedingungen aussehen könnte. Das ist kein dramatisches Wachstum, es könnte den Markt jedoch noch vor unserer Prognose im Jahr 2018 in den positiven Bereich verlagern.“

Beide Marktforschungsfirmen sehen Lenovo trotz eines Rückgangs seiner Verkäufe um etwa 2,2 Prozent als Marktführer. Das Wachstum von HP und Dell beurteilen sie jedoch unterschiedlich. Während Gartner beiden Firmen ein Plus von 1,8 beziehungsweise 3,1 Prozent ermittelte, steigerten laut IDC HP und Dell ihre Absatzzahlen um 5,1 beziehungsweise 4,2 Prozent.

Einig sind sich die Marktforscher auch, dass Apple seinen dritten Platz in der Statistik an Asus verloren hat. Das taiwanische Unternehmen konnte ebenso wie Dell und HP mehr PCs verkaufen als vor einem Jahr – Apple musste hingegen ein Rückgang hinnehmen zwischen 4,9 (Gartner) und 8,1 Prozent (IDC) hinnehmen.

Das Votum der britischen Bevölkerung, die Europäische Union zu verlassen, hat sich Gartner zufolge bisher nicht negativ auf den PC-Markt ausgewirkt. Die Analysten des Unternehmens gehen jedoch davon aus, dass der sogenannte Brexit zu einer gewissen Verunsicherung führen könnte, und zwar nicht nur durch die Abwertung des Pfund, sondern auch in Europa und darüber hinaus.

Bei beiden Marktforschern führt der chinesische Hersteller Lenovo mit den größten Umsätzen noch immer den Markt an. Nutzer griffen immer mehr zu Smartphones und Tablets – im Grunde sind diese eigentlich auch nur Computer – weswegen Käufer den Formfaktor des PCs oder Notebooks gerne umgingen.

[mit Materioal von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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