US-Unternehmen erhöhen IT-Preise in Großbritannien

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Dell-Preiserhöhung (Zusammenstellung: channelbiz.de)

Die Marktforschungsfirma Canalys hatte schon gewarnt, Dell ist der erste US-Hersteller, der es tut: Er erhöhte die Kaufpreise für seine Produkte in UK um acht bis neun Prozent.

Der „Brexit“ fordert seine ersten wirtschaftlichen Opfer in der IT-Branche, genauer gesagt die Kaufkraft der Bewohner des Königreichs. Dell hat als Erster die Engländer wieder zu den Insulanern gemacht, als die sie sich selbst gerne bezeichnen. Preise im UK beginnen (als Robinson Crusoes des europäischen Marktes) einsam nach oben zu schweben.

Brexi (Bild Barts MS Research Blog)

Dells Reaktion auf den Brexit ist rein wirtschaftlich gesehen eher eine Reaktion auf das Sinken des britischen Pfundes – um noch dieselben Erlöse erzielen zu können wie bisher, muss der Hersteller auf die Währungsschwankung eben reagieren.

Dell ist der erste IT-Konzern aus den USA, der den Abstieg des britischen Pfundes mit einer saftigen Preiserhöhung quittiert und seinen Händlern klar macht, dass sie zwar umgerechnet genau so viel zahlen wie vorher und ihre Mehrkosten dann wohl auf die Endkundenpreise aufschlagen müssen, um ihre Margen halbwegs zu sichern.

Das US-Magazin channelweb berichtet, das würde Hard -und Software genauso betreffen wie Dienstleistungen. Für die höhreren Preise auf der europäischen Insel würden nach Dell noch zahlreiche weitere US-Hersteller sorgen, zitiert das Medium einen Dell-Partner. Ungefähr 50 Prozent der Firmen, die ihn belieferten, würden ähnliche Schritte wie Dell planen.

In einer Korrektur seiner Marktvorhersage für IT-Ausgaben in Großbritannien hatten die Marktbeobachter von Canalys bereits vorausgesagt, dass der Brexit wegen eines schwächeren Pfundes zu Preiserhöhungen in der gesamten Branche führen würde und die wirtschaftliche Unsicherheit zudem für ein Zehntel weniger IT-Ausgaben in England sorge.

Für den IT-Markt in Großbritannien rechne man 2016 mit einem Rückgang von 10 Prozent aufwärts, 2017 sogar mit bis zu 15 Prozent. Schlaue Einkäufer aber sollten die Schwäche der britischen Währung nutzen: Derzeit kauft es sich bei den Briten besonders preiswert ein, wenn die Produkte von „der Insel“ kommen. Dann wird der ehemalige europäische Export-Partner Nummer 1 eben zum Import-Partner Nummer 1.

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