Samsungs Mobil-Abteilung streicht Marketing-Milliarden

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Samsung-Logo (Bild: Samsung)

Einem Bericht der Korean Times zufolge will Samsung nach kostspieligem Massengeschäft mit Smartphones wieder mehr auf Profitabilität setzen. Stille also bei Mobiltelefonen – jetzt folgen erst einmal neue Highend-Produkte im Digital-Signage-Bereich.

Angeblich will Samsung seiner Smartphone-Strategie ändern, heißt es in einem Bericht der Korean Times. Die sinkenden Verkaufszahlen und Margen wolle man mit höherwertigen Produkten abfedern, zitiert das Magazin einen Manager, der die „Zeit nach den Smartphones“ ausruft.

Galaxy S7 Acctive (Bild: AT&T)
Das Galaxy S7 Active das letzte seiner Art mit hohen Marketing-Förderungs-Budgets?

Viel Änderung ist allerdings noch nicht passiert, denn Samsungs Mobilsparte bringt weiterhin neue Smartphones wie das Galaxy S7 mit hohem Stückzahlauswurf bei kleinen Margen – so verteidigt man seine Marktanteile vorerst, bis die neue Strategie gefunden ist.

Andere Abteilungen des koreanischen Herstellers sind da schon weiter und vor allem schneller. So bringt etwa der Bereich „Digital Signage“ neue „Smart Signage“-Produkte. Bei den neuen Geräten lassen sich gleichzeitig Fernsehen und Point-of-Sales-Präsentationen zeigen, etwa aktuelle Fußballspiele überdeckt mit Point-of-Sales-Informationen. Die All-in-One-Lösungen (also gleichzeitig TVs und Digital-Signage-Displays in einem Gerät) sind vor allem für für kleine und mittelständische Unternehmen im Retail- und Hospitality-Bereich gedacht. Die Displays sind ab sofort in den Größen 55 Zoll (RH55E) und 48 Zoll (RH48E) in Deutschland verfügbar.

Samsung Digital Signage Smart-TV (Bild: Samsung)
Bringt höhere Margen: Digital Signage verknüpft mit Fernsehern (Bild: Samsung).

Die Bildschirme für den Einsatz in Hotels, der Gastronomie oder für Promotion-Zwecke im Einzelhandel müssen Einiges aushalten, ganztägig in Betrieb sein und an den unterschiedlichsten Einsatzorten voll funktionsfähig sein – dafür sind Unternehmen auch bereit, mehr auszugeben. Samsung setzt auf langjährige Kunden und stattet die RHE-Display-Serie für einen Betrieb von bis zu 16 Stunden täglich aus – und gibt drei Jahre Herstellergarantie (die meisten Fernseher und Displays haben nur ein Jahr).

Der Anbieter vermarktet: „Die RHE-Serie von Samsung kombiniert reguläres Fernsehen mit Promo- oder Info-Einblendungen für die Bereiche Retail und Hospitality. Ob zwei Videos gleichzeitig schauen, Live-Fernsehen als Bild-im-Bild oder TV mit individualisiertem Ticker: mit den vorhandenen Vorlagen sind die Möglichkeiten vielseitig. Dank des integrierten Media-Players sind die Geräte sofort einsatzbereit und erfordern keine zusätzliche Soft- oder Hardware“.

Bei den Smartphones dagegen sind die Preise sales-technisch gesehen schon im Keller. Einsteigergeräte wolle Samsung daher für diesen Bereich nicht mehr so viele bringen, berichten die koreanischen Medien, denn man ist sich bei Samsung klar darüber, dass man sich hier auf einen Preiskampf und Verluste einstellen müsste.

Dabei spielte gerade der Mobilbereich im letzten Quartal hohe Profite ein – doch vorsichtiges Management scheint jetzt schon den beginnenden Wandel vorherzusehen.

Die Streichung von hohen Marketing-Zuschüssen auf den Verkauf von Samsung-Smartphones ist laut Korean Times bereits besiegelt. Das S7 mag also auch verkaufstechnisch „das letzte seiner Art“ gewesen sein. Im TV- und Signage-Bereich dagegen locken höhere Margen. Hier soll in Zukunft offenbar mehr geschehen – aber Genaueres wagt der koreanische Riese noch nicht zu veröffentlichen.

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