Datenbanken: Oracle hält On-Premise-Release zurück

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Systemhäuser, die ihre Kunden mit Server-Versionen der Oracle-Datenbanken bedienen, können bei Kundenfragen nach der neuesten Variante nur die Achseln zucken. Die zu installierende Version kommt erst drei Monate nach der Cloud-Ausgabe.

Um seine Cloud-Services besser zu verkaufen, so Kritiker, verkauft der Hersteller die neue Version 12.2 der Oracle-Datenbank zuerst nur als Online-Dienst. Das sollen „mit den Entscheidungen vertraute Personen“ gesagt haben, berichtet Channelweb. Die ersten paar Monate solle es die „Oracle Database 12c Release 2“, so der offizielle Name, nur online geben, hieß es.

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Das wiederum könnte Oracle helfen, mehr Kunden zu bekommen, die die „Cloud Credits“ des Herstellers kaufen. Selbige lassen sich in Lizenzen für die Nutzung mit verschiedenen Online-Services des Herstellers verwenden und so wiederum für mehr Cloud-Umsätze sorgen. Das hat der Hersteller nötig, um Aktionäre zu befriedigen denen der nur achtprozentige Cloud-Anteil an den Umsätzen Sorgen bereitet.

Auf der Oracle Openworld im Oktober 2015 tartete der Hersteller ein neues Cloud-Partnerprogramm, mit dem die Online-Anwendungen und Credit-Systematik initiiert wurden. Gleichzeitig aber wurde eine Betaversion von Database 12c Release 2 vorgestellt.

Weil es sich um das wichtigste Update seit 2013 handelt und mancher Kunde wartet, stehen nun Systemhäuser gegenüber ihren On-Premise-Kunden erst einmal mit leeren Händen da.

„Warum testen Sie die Migration und Updates nicht zuerst in der Cloud?“, antwortete Oracle-CEO Mark Hurd vorige Woche in einem Aktienanalysten-Call auf eine entsprechende Frage. Um nicht gar so rüde zu wirken wie Firmengründer Larry Ellison das zu tun pflegte, fügte er „nutzwertig“ an: „Es wird Ihnen Geld sparen, und Sie bekommen den Zugriff früher“.

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