Oracle fordert Amazon heraus

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Mit einem kompletten Cloud-Angebot will Oracle den Markt aufrollen. Eckpfeiler sind die neue Cloud Machine und Rechenzentren in Deutschland.

Auf dem Modern Business Experience Event von Oracle am 20. April 2016 in München stellte der Datenbankriese seine Cloud-Strategie vor. Beim Publikum stießen die fünf verschiedenen Fachkonferenzen unter einem Dach auf großes Interesse und 1600 Teilnehmer kamen. Lange Zeit war Oracle zurückhaltend in Sachen Cloud. Unternehmenschef Larry Ellison stellte vor einigen Jahren die durchaus berechtigte Frage, wer denn eigentlich mit der Cloud Geld verdiene. Dies hat sich nun gründlich geändert. 2014 ging Oracle mit der Infrastuktur-Cloud an den Start. Jetzt sind auch Plattform und Software einsatzbereit.

„Wir haben alle unsere Anwendungen für die Cloud neu programmiert und dies unterschiedet uns vom Wettbewerb“, erklärt Mark Borgmann, Cloud Leader Germany bei Oracle. Zwei Rechenzentren sind in München und Frankfurt eingerichtet worden. Selbstkritisch gesteht Borgmann zu, dass die Cloud Message von Oracle in der breiten Öffentlichkeit noch nicht angekommen ist. Das Münchner Event und der Channel sollen hier Abhilfe schaffen. „Viele unsere Partner haben unsere Botschaft verstanden und die Möglichkeit erkannt, für ihre Kunden Mehrwert durch die Cloud zu schaffen,“ berichtet Borgmann.
Das Oracle Cloud Angebot ist umfassend und deckt Software as a Service (SaaS), Platform as a Service (PaaS) und Infrastructure as a Service (IaaS) ab.

Der Datenbankriese will damit nichts weniger als Marktführer Amazon das Terrain streitig machen. Für mittelgroße und große Kunden ist dabei die Oracle Cloud Machine gedacht. Dabei handelt es sich um eine komplett vorkonfigurierte Cloud Plattform, die als PaaS in die Oracle Cloud oder das Rechenzentrum des Kunden integriert wird. Die Cloud Machine ist seit wenigen Tagen verfügbar und in drei Ausführungen erhältlich. Die Einstiegsvariante kommt mit 288 Kernen und 2 TB Speicher und kostet etwa 30.000 Dollar pro Monat. Die beiden größeren Modelle enthalten 576 OCPUs/4 TB und 1080 OCPUs/8 TBs. Aktuelle Services, die auf der Cloud Machine laufen, sind Java Cloud Service und Integration Cloud Service. Database Cloud Service, Messaging Cloud Service und Application Container Cloud Service sollen in Kürze das Angebot ergänzen. Weitere Services sind geplant. Mit einer Cross-Connect-Verbindung über Partner-Angebote wie dem Equinix Cloud Exchang kann das Unternehmensnetzwerk und der Oracle Cloud-Infrastruktur verbunden werden.

Auch für die Public Cloud hat Oracle ein Angebot entworfen. „Kein anderer großer Public Cloud Anbieter bietet bisher ein Paket, das komplett mit der eigenen Cloud kompatibel ist, aber „on-premise“ – also vor Ort im lokalen Rechenzentrum – aufgesetzt werden kann“, so Borgmann. Die Oracle „Cloud at Customer“ ist eine vollständig gemanagte Lösung. Zu den Anwendungsszenarien gehören Disaster Recovery, Cloud Bursting, Entwicklung und Testing sowie die Migration kompletter Workloads und Prozesse. Sie verfügt zudem über eine einheitliche Schnittstelle und ein Scripting Toolkit für individuelle Entwicklungen.