Internet-Domain-Markt noch immer lukrativ

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Meyer-Schoenherr (Bild: Sedo)

Wenngleich Konsumenten hierzulande Internet-Adressen zum Spottpreis kaufen können, seien diese immer noch ein finanziell interessantes Thema – das merke man daran, dass chinesische Investoren die Häfte aller neuen Adressen kaufen.

Käufer aus China saugen die Hälfte aller neuen Web-Adressen durch Zukauf auf, bemerkt Domain-Händler Sedo. Mit 54 Prozent aller Domain-Registrierungen liegen sie weit vor Käufern aus USA und Europa.

Sedo_2016.Diagramm Registrierungen pro Land (Bild: Sedo)
Die meisten Doman-Registrierungen stammen aus China (Bild: Sedo).

Die massiven Aufkäufe vergleicht Matthias Meyer-Schönherr, Vice President Business Development des weltgrößten Domainhandelsplatzes Sedo.com, mit dem Immobilienmarkt: „Im übertragenen Sinne sichern sich chinesische Investoren jetzt gerade massiv neue Grundstücksflächen und kaufen darüber hinaus noch zusätzlich bestehende Top-Lagen. Jede Domain ist einzigartig und es verwundert daher nicht, dass kurze und eingängige .com Domains für mehrere Millionen Dollar hauptsächlich nach China verkauft werden.“

Diese Entwicklung könnte für Unternehmen im globalen Handel direkte Konsequenzen mit sich bringen, erklärt der Manager.

China nehme den Markt von zwei Seiten in die Zange. Mit der Folge, dass Peking durch die vielen Registrierungen neuer Endungen (z.B. „.club“, „.haus“, „.xyz“) und dem Kauf bereits registrierter, sehr hochwertiger „.com“ und „.de“ Adressen mehr Einfluss bekommt. Zwischen 2013 und 2015 nahm die Zahl von Domainkäufen aus China um mehr als 400 Prozent zu. In Zukunft werde man sich bei der Suche nach passenden Internet-Adressen in zunehmendem Maß also mit chinesischen Partnern verständigen müssen.

Den Spruch von Mark Twain aus dem vorigen Jahrhundert „Kauft Land, es wird nicht mehr gebaut“ kann man so für die Domains und das Internet übertragen.

Sedo: „Domainhandel ist generell lukrativ und zukunftsorientiert, wie aktuelle Zahlen belegen: So fallen derzeit bei Registrierungen von Internetadressen mit neuen Endungen – sogenannten ngTLDs (new generic Top Level Domains) – durchschnittliche Registrierungskosten in Höhe von 60 Dollar pro Domain an. Demgegenüber liegen die durchschnittlichen Verkaufspreise von Premium ngTLD-Domains, die über die Plattform des Weltmarktführers Sedo gehandelt werden, bei rund 1500 Dollar. Diese Rendite-Chancen machen den Domainhandel weiterhin hoch attraktiv.“

Wer also Domains übrig hat, sollte sie nicht leichtfertig aufgeben.Sie könnten langfristig an Wert gewinnen.

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