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Handel leidet: Fotobücher teurer wegen EU-Verordnung

Fotobuch (Bild: Aldi Suisse)
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Der Fotofachhandel musste schon unter dem Siegeszug der Digitalkameras leiden. Wer aber mit Fotobüchern erfolgreich war, muss nun eine neue Schlappe einstecken: Eine EU-Verordnung kippt die billige Umsatzsteuer aus dem Buchbereich.

Im Wort „Fotobuch“ hält die EU nun den Wortteil „buch“ für nicht mehr so ausschlaggebend. Die Bücher mit den Inhalten aus der Digicam fallen nicht mehr unter den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent – der Handel muss dem Kunden jetzt 19 Umsatzsteuer abverlangen.

Fotobuch (Bild: Aldi Suisse)
Werden nicht mehr als Bücher eingestuft: Fotobücher müssen jetzt anders versteuert werden.

Der Bundesverband Technik im Einzelhandel (BVT) protestiert. Nach einer gewissen Schockstarre (gültig ist die Anordnung schon seit 25. Dezember 2015) beschwert sich der Verband nun lautstark Der Konsument würde nur abgezockt werden – und der Händler kriegt nichts davon ab, denn Mehrwertsteuer wird nur kassiert und direkt an den Fiskus weitergeleitet. Ist der Umsatz regelmäßig, müssen Verkäufer sogar Steuervorauszahlungen für die zu erwartenden Umsätze leisten, basierend auf den bisherigen Verkaufszahlen.

Die Europäische Union habe die Kategorie Fotobuch gegen die Stimme der Bundesregierung “still und heimlich” in einen neuen Zollkodex einsortiert, erkärt der Verbnd.. Das heißt, solche Fotobücher werden teurer.

Der BVT fordert die Bundesregierung auf, die „neue Wettbewerbsverzerrung“ zurückzunehmen oder eine „intelligente Praxislösung“ mit dem Einzelhandel zu erarbeiten. BVT-Vorstand Rainer Schorcht macht auf eine andere Diskrepanz aufmerksam:  “Es ist unbestritten, dass die meisten Fotobücher auch Text enthalten, damit entsteht die Situation, dass die Bildbände des Endverbrauchers anders besteuert werden als die gleichen Bildbände im Buchhandel.

Das sei nicht nachvollziehbar und müsse von den passenden Stellen in Brüssel zurückgenommen werden.

Manfred schreibt seit 30 Jahren über Computerthemen aus verschiedenen Blickwinkeln. Das wird aber nie langweilig, denn die Branche entwickelt sich so rasant, dass es immer etwas Neues zu lernen gibt.