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Cisco an Partner: Wir machen jetzt alle in Services!

Chuck Robbins (Bild: Cisco)
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So, wie die Gäste im Mainzer Karneval quasi zum Schunkeln gezwungen werden, hat Cisco-Chef Chuck Robbins seinen Resellern auf der Hausveranstaltung in Kalifornien klar gemacht, dass sie künftig im Netzwerkmarkt nur noch mit Service-Leistungen überleben können. Widerstand ist zwecklos.

Als Shaun Nichols vom britischen Channelmagazin channelregister vom Cisco Partner Summit in San Diego berichtete, konnte er nicht anders, als Ciscos Geschäftspläne mit den „Borg“ aus den Star-Trek-Filmen zu vergleichen. Nach dem Motto „wir agieren alle nur noch wie eine Einheit“ pusht der Netzwerkgigant seine Händler zu Mehrwertdiensten. Natürlich wolle er, dass alles über ihn abgewickelt wird, meint der Autor.

Cisco-Logo (sternenhimmel)

Mit der Zwischenüberschrift „NetworkBorg will be your one-stop IT management shop, like it or not“ resümiert Nichols im ironisch-übertreibenden britischen Humor, was die künftige Cisco-Politik für den Handel bedeuten kann.

Auf der Veranstaltung vergangene Woche legte der Hersteller klar: Es geht nicht mehr nur um die Netzwerkgeräte, die Daten von A nach B schieben. In Ciscos neuer Vision von sich selbst und seinen Händlern macht man einfach alles – von Sicherheit über Mobilkommunikation bis zu den Endpoints. Und beim Zusammenstückeln von solchen All-in-One-Lösungen inklusive Service-Management werde man den Händlern natürlich beistehen. Unterstützen werde man die Reseller natürlich dann, wenn sie für alle Bausteine Cisco-Produkte verwenden, lästert Nichols.

Dass Cisco keine langweilige Netzwerkfirma mehr sein will, hat das Unternehmen bereits im Februar erklärt – und wie das mit Hilfe des Channels umgesetzt werden soll, war nun in San Diego zu hören.

Der neue CEO Chuck Robbins, Nachfolger von Jon Chambers, will dabei mehr Gas geben als sein Vorgänger. Das geht nur, wenn der Handel mitzieht, denn die höheren Margen bei Software und Services gleichen die schwindenden Gewinnspannen bei der Hardware aus.

Will Ciscos Angebot schnell ins Breitbildformat setzen: CEO Chuck Robbins. (Foto: Cisco)
Will Ciscos Angebot schnell ins Breitbildformat setzen: CEO Chuck Robbins. (Foto: Cisco)

Wer den Wandel nicht mitmacht, kann auf der Strecke bleiben, zitiert Nichols dann Alan Pelz-Sharpe, Vice President und Managing Director der Analystenfirma Digital Clarity Group. Den konsistenten letzten 15 Jahren in der Cisco-Partnerlandschaft würden in spätestens fünf Jahren bedeutende Änderungen folgen, und in zehn Jahren werde alles dramatisch umgekrempelt.

Cisco verspricht Unterstützung des Handels bei Trainingsangeboten. Am Ende müsen die Händler sehr viel schneller reagieren und das reine IT-Geschäft um strategische Business-Beratung erweitern. Das könne aber viel länger dauern, als sich Cisco das vorstelle, zitiert Nichols den Analysten: „Ich glaube, das kann bis zu 20 Jahre brauchen“.

Manfred schreibt seit 30 Jahren über Computerthemen aus verschiedenen Blickwinkeln. Das wird aber nie langweilig, denn die Branche entwickelt sich so rasant, dass es immer etwas Neues zu lernen gibt.