Telekomunikationsunternehmen bündeln ihre Vertriebs-Power

Strategie
Mobiles Internet (Bild: Shutterstock/Peshkova)

In einer Allianz zum Vertrieb von Partnerdiensten wollen neun internationale Netzbetreiber Produkte und Dienste von Partnern schneller und effizienter auf den Markt bringen. Die “Partnering Operator Alliance” kann so bestehende Techniken und Angebote der Partner rascher ins eigene Portfolio übernehmen und über den eigenen Channel verkaufen.

Die Telekommnikationsriesen der Welt vermarkten sich nun gegenseitig oder die Mitbewerberprodukte unter eigenem Namen. So kann dann zum Beispiel der deutsche TK-Händler ein Produkt aus Indien unter deutscher Flagge (Telekom) oder spanischer (Telefónica) verkaufen. Da spielt es eine Rolle mehr, ob der Streaming-Server n Asien oder Europa steht und aus welchem Land die Technik kommt, denn wichtig ist nur die ausgelieferte Leistung. Ansprechpartner ist immer der lokale Handel.

Partnering Operator Alliance (Logo-Zusammenstellung: Telecomlead)
Der Branchen-Newsletter Telecomlead hat die Logos aller Gründungspartner der Partnering Operator Alliance zusammengestellt,. Mehr Betreiber sollen noch dazukommen.

Von der Koalition erhoffen sich die Partner, innovative Produkte und Dienste von Allianzmitgliedern schneller und effizienter auf den Markt bringen zu können.

Die Gründungsmitglieder der Allianz sind BT (Großbritannien), Deutsche Telekom, Reliance Jio Infocomm Limited (Indien), Millicom (Afrika und Lateinamerika), MTS (Russland), Orange (Frankreich), Rogers (Kanada), TeliaSonera (Schweden) und Telecom Italia Mobile. Gemeinsam erreichen sie nach eigenen Angaben rund eine Milliarde potenzieller Kunden in über 80 Ländern weltweit. Alle Partnr haben entsprechende Mitteiloungen versendet, um die Kooperation im Markt zu verkünden.

“Partnerschaften werden immer wichtiger. Als Netzbetreiber können wir Partnern die besten Netze und einfache Vertriebswege zum Kunden bieten. Im Gegenzug können wir den Kunden durch unsere Partner die besten und innovativsten Produkte und Services anbieten”, kommentiert Christian von Reventlow, Chief Product and Innovation Officer bei der Deutschen Telekom. “Das ist für uns alle eine perfekte Win-Win-Situation. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir diese leistungsstarke Allianz schließen konnten.”

Neben der Einführung neuer Produkte biete die Allianz die Möglichkeit, Best Practices für die Vermarktung von Partnerlösungen, etwa Musikstreaming, sowie Erkenntnisse über neue Trends und Services auszutauschen. Zudem könne man von den Scouting-Aktivitäten der Allianzmitglieder profitieren.

Die in der Partnering Operator Alliance zusammengeschlossenen Unternehmen arbeiten mit über 30 Partnern zusammen. Viele der Netzbetreiber haben bereits Partnerdienste eingeführt oder kooperieren eng mit deren Anbietern. Dazu gehören unter anderem AirBnB, Celltick, Disconnect, Idoomoo, Magisto, Mojio und Spotify.

Die Allianz ist den Beteiligten zufolge “ein offenes, weltweites Netzwerk von Netzbetreibern, die das gleiche Ziel verfolgen und sich in ihrer geografischen Präsenz gegenseitig ergänzen”. Sie deckt mit Mobilfunk und Festnetz sowie Privatkunden und Geschäftskunden alle wichtigen Produktsegmente ab. Künftig sollen weitere Netzbetreiber hinzustoßen.

“Diese Allianz ist ein einzigartiges Forum, in dem die wichtigsten Netzbetreiber auf den Erfahrungen und innovativen Lösungen ihrer Partner aufbauen können. Gleichzeitig haben sie hier die Möglichkeit, ihre Start-up-Ökosysteme auf internationaler Ebene zu lancieren”, sagte Lucy Lombardi, Leiterin Innovation und Branchenbeziehungen bei Telecom Italia Mobile. Und Jesper Hedblom, Leiter Commercial bei TeliaSonera, ergänzt: “Wir suchen stets nach Möglichkeiten, unser digitales Ökosystem auszubauen und unseren Kunden neue, spannende Services zu bieten. Die Allianz macht es uns möglich, mit bedeutenden Partnern zusammenzuarbeiten und Innovationen zu nutzen, auf die wir sonst nicht zugreifen könnten.”

[mit Material von Björn Greif , ZDNet.de]

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