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Lenovo rettet die letzten PC-Markt-Gewinne

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Mit trypisch britischem Humor fällt die Channel-Website von „TheRegister“ über die Zahlen des chinesischen Herstellers her. Die Kündigung von 3200 Mitarbeitern habe eben zwischendurch extra gekostet.

Das „Channelregister“ aus London lässt kein gutes Haar an Lenovos Umsatzeinbrüchen. „Chinageschäft unten, PC- und Mobilmarkt unten“ resümieren die Engländer lakonisch.

Lenovo-Finanzche Wwong Wai Ming (Bild: Lenovo)
Hat gut lachen: Lenovos Finanzchef Wong Wai Ming weiß, wie er auch im einbrechenden PC-Markt die Kosten kontrollieren kann (Bild: Lenovo)

„Aber hey, 3200 Leute loszuwerden hat die Profite noch gerettet!!“, untertitelt das britische Online-Medium den nach Zahlen recht trostlosen Zustand des Herstellers. Man habe einfach zu viele PC-Firemenanteile aufgekauft und dabei den Marktzusammenbruch nicht erkannt.

Die Abschreibungen in Europa und die Verlangsamung des China-Booms hatten momentan die Kosten massiv erhöht. Immerhin konnte man noch Gewinn verzeichnen, auch wenn im vergangenen Quartal die Erlöse im PC-Bereich – Lenovos größtem Umsatzbringer – um zwölf Prozent gesunken waren. Lenovo gibt zu, dass der Rückgang stärker war als erwartet.

So habe man eben „nur“ acht Milliarden Dollar umgesetzt, merkt TheRegister ironisch an. Trotzdem sei man immer noch der weltgrößte PC-Lieferant, verteidigt sich Lenovo in seiner Börsenmeldung über das „erfolgreiche Quartal“. Immerhin habe man die Top-Position im PC-Markt 11 Quartale in Folge gehalten und nach Steuern immer noch über 300 Millionen Dollar Gewinn gemacht. Der Marktanteil von Lenovo betrage phänomenale 21,6 Prozent.

Sie hätten die 15,4 Millionen in diesem Quartal ausgelieferten Einheiten quasi in ein Loch geworfen, zetern die Briten. Die Smartphone-Lieferungen sind um 18,1 Prozent auf 20,2 Millionen Stück gesunken, aber außerhalb des chinesischen Heimatmarktes (der drei Viertel der verkauften Geräte ausmacht) sind sie sogar um15 Prozent gestiegen.

„Lenovo mag nicht in der Lage sein, in Abwesenheit einer Killer-Innovation Firmen und Konsumenten zu gewinnen“, lästern die Engländer, aber die Kostenkontrolle hätte das Unternehmen gut im Griff. Und obwohl der durch Produkte erwritschaftete Gewinn eigentlich gefallen war, haben die um 15 Prozent gesenkten Aufwendungen geholfen, den Gesamtprofit um ganze 17 Prozent zu verbessern.

Manfred schreibt seit 30 Jahren über Computerthemen aus verschiedenen Blickwinkeln. Das wird aber nie langweilig, denn die Branche entwickelt sich so rasant, dass es immer etwas Neues zu lernen gibt.