Wall Street Journal: Xerox wird geteilt

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Xerox (Logo: Xerox)

Noch handelt es sich um Pläne, den Riesen in eine Soft- und Hardwarefirma zu teilen. Bis die Konzepte dazu umgesetzt sind, müssen sich Reseller also noch nicht umstellen.

Einem Bericht zufolge plant Xerox eine Aufspaltung in zwei separate Einmheiten, Während sich ein Unternehmen um das Hardware-Geschäft mit Druckern und Kopierern kümmern soll, übernimmt das andere wohl den Geschäftsbereich Business-Services. Das berichtete als erstes das Wall Street Journal unter Berufung auf “mit den Plänen vertraute Quellen”. CNBC bestätigte den Bericht später. Welchem Teil das Forschungszentrum Xerox PARC zugeordnet werden soll, wird i8n keinem der Berichte erwähnt – in diesem Think Tank wurde in den Siebziger-Jahren die erste grafische Benutzeroberfläche und die Maus entwickelt.

Xerox-Drucker (Bild: Xerox)
Verringert den Gewinn: Das Drucker- und Kopierergeschäft von Xerox (Bild: Xerox).

Mit dem Schritt der Spaltung würde Xerox dem Vorbild von Hewlett-Packard folgen, das sich im vergangenen Jahr in die Heimanwender-Sparte HP Inc und den B2B-Anbieter Hewlett-Packard Enterprise aufteilte. Zuvor hatte Großinvestor Carl Icahn Druck auf die Xerox-Führungsspitze um CEO Ursula Burns ausgeübt. Laut den Quellen des Wall Street Journal erhält er drei Sitze im Verwaltungsrat des noch zu gründenden Service-Anbieters.

Der Milliardär hatte sich über seinen Hedgefonds im November einen Anteil von 8,1 Prozent an dem Traditionsunternehmen gesichert und war damit zum zweitgrößten Anteilseigner nach der Vanguard Group aufgestiegen. Gleichzeitig kündigte er an, mit der Konzernspitze über die Zukunft des Unternehmens sprechen zu wollen.

“Wir glauben, dass dies ein großer Schritt ist, der den Nutzen für die Aktionäre erheblich steigert”, sagte Icahn gegenüber dem Fernsehsender CNBC. “Ich hatte mehrere Treffen mit Ursula Burns und lobe und respektiere sie dafür, dass sie tut, was ihrer Ansicht nach das ist, was die Anteilseigner wollen – genau wie John Donahoe es bei Ebay und PayPal getan hat.” Auch vor der im vergangenen Jahr vollzogenen Abspaltung der Ebay-Tochter Paypal hatte Icahn aggressive Forderungen in diese Richtung gestellt.

Xerox verzeichnete zuletzt einen Jahresumsatz von rund 20 Milliarden Dollar. Seine Marktkapitalisierung liegt jedoch nur bei etwa 9,3 Milliarden Dollar. Der Aktienkurs brach im vergangenen Jahr um ein Viertel ein und verlor im laufenden Jahr nochmals 13 Prozent. Zum Ende des gestrigen Handelstag in New York notierte das Papier bei 9,21 Dollar.

Nach anhaltenden Umsatzrückgängen hatte Xerox-CEO Ursula Burns Ende Oktober “eine umfassende Prüfung struktureller Optionen für das Firmenportfolio” angekündigt. Damals sprach sie sich noch dafür aus, beide Geschäftseinheiten unter einem Dach zu halten, räumte aber zugleich ein, auch die Möglichkeit einer Aufteilung zu prüfen.

Eine Stellungnahme des Unternehmens zur angeblich geplanten Aufspaltung liegt noch nicht vor. Wahrscheinlich wird es sich dazu im Rahmen der für heutigen Freitag angesetzten Vorstellung der Jahresbilanz 2015 äußern. Im Oktober hatte Xerox für das Gesamtjahr einen Umsatzrückgang von bis zu 7 Prozent prognostiziert, nach einem Minus von 10 Prozent im dritten Quartal.
Was eine Aufspaltung für den Vertrieb und den Channel bedeuten würde, steht noch offen. An den Distributoren- und Händler-Konditionen wird sich abr vorerst nichts ändern.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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