Citrix gründet GoTo-Produkte als eigene Firma aus

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Citrix-Logo (Bild: Citrix)

Das Unternehmen will sich fortan vor allem dem lukrativeren Großkundengeschäft mit seinen Virtualisierungslösungen widmen. Produkte wie GoToMeeting, GoToWebinar oder GoToMyPC sollen in einer gesonderten börsennotierten Firma unterkommen.

Citrix trennt sich vom GoTo-Geschäftsbereich. Die angekündigte Auslagerung seiner GoTo-Produktfamilie in ein eigenständiges Unternehmen soll Ressourcen für Produkte wie Xen scaffen. Der Restrukturierung fallen etwa 1000 Arbeitsplätze zum Opfer.

GoToMeeting (Bild: Citrix)
Wird ausgelagert: Konferenz- und Screen-Sharing-Tool GoToMeeting (Bild: Citrix).

Schon im vergangenen Monat hatte Citrix mitgeteilt, es prüfe strategische Optionen. Der zu dem Zeitpunkt neu ernannte Interims-CEO Robert Calderoni sagte nun bei einer Telefonkonferenz mit Analysten: „Die Nagelprobe war einfach. Falls eine Produktinvestition oder –funktion einen direkten Bezug zur Strategie hat, behalten wir sie oder investieren verstärkt darin. Wenn es nicht zur Strategie gehört, haben wir einen Plan zum Ausstieg entwickelt.“

Die Leitung des neuen Unternehmens übernimmt Chris Hylen, derzeit General Manager der Mobility-Apps-Sparte. Den mit Goto-Produkten wie GoToAssist, GoToMeeting, GoToMyPC, Grasshopper und OpenVoice erzielten Jahresumsatz beziffert Citrix auf rund 600 Millionen Dollar. Die Abspaltung selbst soll in der zweiten Hälfte 2016 erfolgen. Citrix-Aktionäre erhalten Anteilsscheine beider Firmen.

Künftig stehen bei Citrix Lösungen wie XenApp, XenDesktop, XenMobile, ShareFile und NetScaler im Vordergrund. Einige Produkte werde es streichen und deren Technologien in die strategisch wichtigen Produkte integrieren.

Außerdem ernannte Citrix Tim Minahan zum Chief Marketing Officer. Zuletzt bekleidete er diesen Posten für SAPs Cloudsparte. Minahan berichtet direkt an Interims-CEO Calderoni.

Die 1000 Arbeitsplätze streicht Citrix zusätzlich zu den Jobs, die mit der GoTo-Sparte ausgelagert werden. Die Entlassungen sollen im Januar abgeschlossen sein. Insgesamt rechnet das Unternehmen mit Einsparungen von 200 Millionen Dollar jährlich. Die Restrukturierung wird die Bilanz im vierten Quartal sowie im Geschäftsjahr 2016 mit 65 bis 85 Millionen Dollar belasten.

Des Weiteren sagt Citrix für das kommende Fiskaljahr ein Umsatzwachstum von bis zu zwei Prozent voraus. Der Gewinn pro Aktie soll auf 2,64 bis 2,82 Dollar ansteigen. Die Bilanz des Geschäftsjahrs 2014 wies einen Überschuss von 1,47 Dollar je Aktie aus. In den ersten neun Monaten des Jahres 2015 erwirtschaftete Citrix einen Überschuss von 1,16 Dollar je Aktie.

Wie es um die Distributionspläne für die beiden aus der Trennung hervorgehenden Unternehmen bestellt ist, wurde noch nicht bekanntgegeben.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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