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Storage-Kartell: EU belegt Quanta Storage mit Millionenstrafe

ERU vs. Quanta (Bildkollektion: Channelbiz.de)
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Die Europäische Kommission arbeitet noch immer die Strafvergaben für Teilnehmer an einem Speicherpreis-Kartell ab, das bereits 2004 bis 2008 bestand.

Fast alle größeren Storage-Anbieter sind betroffen, diesmal trifft es den taiwanesischen Auftragsfertriger Quanta.

Trotz Kartelllaufdeckung sind die Preise für Storage-Geräte wie Festplatten, optische Laufwerke und NAS-Systeme in den letzten Jahren nur unmerklich gefallen. Das mag an den langen Bearbeitungszeiten bei den EU-Behörden liegen – oder auch am mangelnden Willen der beteiligten Hersteller, Informationen preiszugeben

In den Jahren 2004 bis 2008 hatten sich acht Unternehmen inklusive ihrer Auftragsfertiger in Preisabsprachen verstrickt, darunter Philips, Hitachi-LG Data Storage, Toshiba Samsung Storage Technology, Sony, Sony Optiarc, Lite-On Technology, Philips & Lite-On Digital Solutions (ein Joint Venture zwischen Philips und Lite-On Technology) sowie Quanta Storage

Nun trifft die Strafe den Hersteller optischer Laufwerke Quanta. Er muss 7,15 Millionen Euro an die Europäischen Kartewächter abdrücken. Dies berichtet mit betont sachlichen Worten die taiwanesische Branchenlobby Digitimes.

Das erfuhr http://www.digitimes.com/news/a20151023PD212.html?mod=2 das Team der Digitimes vom Außenhandelskommitee des Außenministeriums. Das Kartell betraf vor allem optische Laufwerke wie DVD-Brenner und bestand von Juni 2004 bis November 2008. Die Beteiligten kommunizierten über ihre Strategien zur Auftragserteilung und teilten Ergebnisse von Vergaben durch PC-Hersteller ab. So wurden sowohl Dell als auch HP geprellt, weil die Produzenten Wettbewerb aus dem Weg gehen wollten.

Seit Philips, Lite-On Technology sowie Philips & Lite-On Digital Solutions als erste darüber offen sprachen, haben alle drei volle Immunität vor dem Kartellgericht der EU. Quanta Storage machte deutlich, dass man Einspruch erheben wolle.

Da optische Laufwerke durch billige Flash-Speicher inzwischen ohnehin fast schon obsolet sind, dürfte diese eine weitere Bestrafung keinen großen Effekt mehr haben.

Manfred schreibt seit 30 Jahren über Computerthemen aus verschiedenen Blickwinkeln. Das wird aber nie langweilig, denn die Branche entwickelt sich so rasant, dass es immer etwas Neues zu lernen gibt.