Ströer übernimmt T-online.de und Deutschlands drittgrößten Online-Vermarkter InteractiveMedia

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Ströer--t-online-Kauf (Bild: Ströer)

Der bisher vor allem durch seine Bildschirme in U-Bahnstationen und durch Plakatreklame bekannte Werbevermarkter erweitert sein Digital-Marketing-Portfolio. Schon jetzt ist das Unternehmen erfolgreich bei der Werbung in und per Internet, will sich aber als deutscher Anbieter gegen internationale Werbekonkurrenz durchsetzen.

Die Ströer SE hat am vergangenen Freitag den Kaufvertrag mit der Deutschen Telekom AG zum Erwerb des größten deutschen Internetportals T-Online.de und des drittgrößten Digital-Vermarkters InteractiveMedia CCSP GmbH unterzeichnet.

Ströer (Bild: Ströer)

So wird das Unternehmen zum Multi-Channel-Medienhaus und vereint die Nummer 1 und Nummer 3 der Onlinevermarktung (laut AGOF). Für 2016 rechnet das Unternehmen jetzt mit rund einer Milliarde Euro Umsatz bei einer EBITDA-Marge von 23 bis 24 Prozent.

Der Kauf geschieht im Rahmen einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage – Die Deutsche Telekom AG beteiligt sich an Ströer SE, und in Folge der Transaktion plant Ströer die Umwandlung in eine KGaA, wenn die Mehrheit der Aktionäre zustimmt

Die Transaktion ist rund 300 Millionen Euro schwer – Die Telekom-Einlage bei Ströer geschieht als Kaspitalerhöhung und als Anteils-Erwerb. „Abhängig vom Aktienkurs werden die neuen Aktien einer Beteiligung von voraussichtlich 11 bis 13 Prozent am dann erhöhten Grundkapital von Ströer entsprechen. Die Aktien unterliegen einer Haltefrist von 12 Monaten“, erklären die neuen Partner.

Der konsolidierte Umsatz des Portalgeschäfts von T-Online.de und des Online-Werbevermarkters InteractiveMedia soll Ende 2015 mehr als 100 Millionen Euro betragen. Der zu erwartende, konsolidierte Beitrag beider Unternehmen zum Operational EBITDA der Ströer SE beläuft sich vor Synergien auf rund 35 Millionen Euro. Der digitale Umsatzanteil der Ströer Gruppe von derzeit 25 Prozent wird sich gleichzeitig im Jahr 2016 auf rund 35 Prozent erhöhen, prophezeit der neue Online-Werberiese. Das Ziel, den Umsatzbeitrag der Digitalsparte in den kommenden Jahren auf 50 Prozent zu steigern, ist nach den Transaktionenen ein Stückchen näher gerückt.+
Damit will Ströer sich im „internationalen Wettbewerb“ um den Werbemarkt besser positionieren – gemeint ist vermutlich der starke Druck auf andere Online-Werber durch Google und Co.

Eine stärkere Kapitalisierung der Inhalte von T-Online.de steht auf der Agenda des Medienhauses. T-Online.de soll auch weiterhin als Plattform für t-online.de-Mailadressen und das Telekom-Kundencenter dienen. Diese Services verbleiben bei der Telekom Deutschland GmbH und können wie gewohnt weiter über das Portal T-Online.de erreicht werden.

Das Bundeskartellamt muss der Transaktion allerdings noch zzustimmen, wird dies aber angesichts der internationalen Konkurrenz wahrscheinlich tun. Im vierten Quartal 2015 soll der Deal abgeschlossen sein.

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